Donnerstag, 2. Mai 2002

Frank Schirrmacher hat einen Brief an die Counterstrike-Spieler geschrieben. Ich finde, es ist ein schönes Dokument der Dialektik von Hinrudern und Zurückrudern geworden. Man will nicht sagen, dass man sich geirrt hat, also sagt man, dass man immerhin eine Debatte angestoßen hat. Vielleicht beginnen Debatten ja so. Zuerst haut man hin. Und dann redet man drüber, dass es so, wie der Gehauene es empfunden hat, eh nicht ganz gemeint hat, aber ohne Hauen wäre man eben nicht ins Gespräch gekommen, und gegen Gespräche wird er wohl nichts haben. - Doch tapfer ist es schon, was der Herr Sch. da gemacht hat, das muss man ihm attestieren.





56 Tote sind 56 Tote. Zu viele, aber nicht unbedingt ein Massaker, wenn man sie mit den 33 Toten der Gegenseite in Beziehung setzt. Es geht um Jenin. Laut Washington Times hat die offizielle palästinensische Zählung 56 in Jenin Getötete ergeben. Demselben Bericht zufolge spricht Kadoura Mousa Kadoura, Fatah-Führer für die nordliche West Bank auch nicht mehr von einem Massaker:

"He no longer used the ubiquitous Palestinian charge of "massacre" and instead portrayed the battle as a "victory" for Palestinians in resisting Israeli forces. "Here the Israelis, who tried to break the Palestinian willpower, have been taught a lesson," Mr. Kadoura said.      He insisted that Israel had tried but failed, thanks to the heavy fighting, to destroy the entire warren of homes in the camp that had housed 11,000 people.      The destruction, pictured graphically on television, appeared linked to Israeli bulldozing of the houses from which the remnant of the resistance forces were firing.      In fact, it covers the size of a large football field and constitutes only about 10 percent of the housing in the camp, and a far smaller proportion of the housing in the city, which was largely left untouched by the Israeli incursion."
Ich bin mir relativ sicher, dass die deutschen Tageszeitungen dazu morgen wenig schreiben werden; so akkurat wie PLO-Funktionäre (denen man jede Übertreibung sofort nachsähe) müssen die ja auch nicht berichten.





die das hier erfunden haben, hielte mein Mitleid sich in Grenzen, zwänge man sie dazu, Heideggers Sein und Zeit Wort für Wort auswendig zu lernen.





Woran erkennt eigentlich ein Geisteswissenschaftler, dass ein anderer Geisteswissenschaftler gut oder sehr gut ist? Und was genau beurteilt er in seinen Urteilen?





Ach ja, dachte ich müde. Jetzt werfen sie sich in diese Besorgnis, in die sie sich immer werfen, wenn das Gewebe wieder einmal gerissen ist. Wir müssten. Alle müssten wir. Noch eine Debatte, ach ja. Kaputte Familien, überforderte Lehrer, Leistungsdruck, kalte Gesellschaft. Man hat in den Abgrund geschaut, und jetzt wird mit Sätzen gefuchtelt. Als ob Abgründe sich mit Sätzen verkleben ließen. Was ihnen einfällt, ist sowieso immer nur dasselbe. Es sind die alten Ruten. Und die Werte, auf die wir alle uns besinnen sollen, werden nicht zu leben beginnen, bloß weil man sie ab sofort statt der Gewalt im Vorabendprogramm von Kabel 1 spielen will.

Das Interessante an dem Erfurter Fall, jedenfalls das mir Interessante, um mehr geht es hier ohnehin nie, steckt in den Nebensätzen der Berichte. Es kommt mir so gespenstisch deutsch vor: Keiner hat etwas falsch gemacht, und alles geht schief. Mich hat es zum Beispiel gewundert, dass man in Thüringen wegen ein paar gefälschter Unterschriften jemanden ein paar Wochen vor seiner letzten Abi-Chance von der Schule feuert, im Wissen, dass der dann kaum noch auf die Beine kommen wird können; irgendwo habe ich gelesen, dass man in Thüringen nur zwei Chancen aufs Abi hat: falls man sie nicht besteht, hat man noch nicht einmal einen Real- oder Hauptschulabschluss. Man schmeißt also so jemanden raus, weiß, dass er dann ins Leere fällt, und kümmert sich nicht um ihn. Man muss seine Eltern nicht verständigen, weil er schon volljährig ist, also tut es keiner. Keiner, der da mal zu Hause anruft, sich über den Datenschutz hinwegsetzt, und sagt, was da gerade passiert ist. Sicher, keiner rechnet damit, dass so einer dann sich ein paar Knarren schnappt und 16 Leute totschießt, aber was man sich vielleicht hätte denken können, ist, dass so einer sich selbst umbringt. Und wissen hätte man können, dass einer, dem man gerade ziemlich viel Zukunft weggenommen hat, ganz sicher unter einem barbarischen Stress stehen muss. Wahrscheinlich war keiner zuständig dafür, wahrscheinlich muss es ja hier erst zehn Jahre Kommissionen, Kultusministerkonferenzen, Lobby-Arbeit, zähe Verhandlungen mit der Gewerkschaft geben, bis man vielleicht auf die Idee kommt, dass in solchen Fällen ein Lehrer zu einem Telefon greifen könnte, um Eltern anzurufen und zu sagen: Hört mal, wir mussten den von der Schule schmeißen, da gibt es jetzt ein Problem, um das sollte man sich kümmern. Mir jedenfalls kommt das so erschreckend kalt vor; in Firmen, den modernen jedenfalls, gibt es mittlerweile an der einen oder anderen Stelle Outplacement-Programme für Leute, die gekündigt werden, man überlegt sich ein wenig, versucht es jedenfalls; bei 18jährigen: nee, dafür haben wir keine Zeit, sind wir zu überfordert, was weiß ich. Die anderen Schilderungen gehen in die selbe Richtung. Keiner mochte den wirklich, steht da zu lesen, der lief immer so mit, hatte keine Freunde, machte blöde Sprüche, war manchmal ein Großmaul. Ein Einzelgänger halt. Kennt man, hat man erlebt, gab es immer. Man rollt die Augen und ignoriert den. Dann war da dieser Satz im Spiegel: Bei Klassenreisen war der immer der Letzte bei der Zimmer- und Bettenverteilung. Ich habe mich dabei an meine Lehrer erinnert. Viele von denen waren zwar Schinder, aber ich kann mich an keinen erinnern, der so etwas zugelassen hätte. Dass man da jahrelang zusieht, wie einer immer neben den anderen steht und bei jeder Zimmer- und Bettenverteilung als der Letzte dasteht, der letzte Depp, der Übrigbleiber. Da hätte der eine oder andere schon dafür gesorgt, dass das manchmal anders abgelaufen wäre. Kann man nämlich. Aber, okay, das ist nicht der Job. Sie sind ja nicht für alles zuständig, verstehe ich schon. Kalt, das. Herzlos, das. Das war der Eindruck, der mich anwehte aus all den Erfurt-Berichten. Jeder hat alles richtig gemacht, aber alles geht schief. Und jetzt wollen wir über die Werte reden und die Waffengesetzte verschärfen und die Volljährigkeitsgrenze erhöhen. Die große Selbstzerknirschungsmühle mahlt. Ich glaube, in den 15 Jahren, in denen ich in Deutschland lebe, habe ich das Geräusch dieser Mühle jedes Jahr ein paar Mal gehört. Jedesmal habe ich gedacht: Habt ihr es nicht eine Nummer kleiner? Denkt nicht immer über die Werte, die Gesetze, die Debatten, die Videotheken, die Familien nach. Sondern kümmert euch halt um die Leute, von denen klar ist, dass sie in einer Situation stecken, die den einen oder anderen zum Austicken bringen könnte. Weiß auch nicht.

Ich habe ja auch zwei Kinder, die in Schulen stecken. Ich beobachte das aus größerer Ferne, als mir lieb ist, weil ich nicht mit den beiden lebe, aber ich kriege einiges mit, zweimal die Woche sehen, fast jeden Tag telefonieren, man hat das schon im Blick. Die Schulen sind okay. Man kann ihnen nichts vorwerfen, die Lehrer sind okay, man kann ihnen nichts vorwerfen, nicht wirklich. Was nicht okay ist, ist das System. Das System, kommt mir vor, ist eine komplett verrückte Fehldosierung aus Versuchen, pädagogisch gehaltvoll zu sein, und dem Bedürfnis, Stoff, Lehrpläne abzuarbeiten. Man ist liberal, nett zu den Kindern, toleriert den Lärm, die Hyperaktivität all das, man redet dann mit den Eltern darüber, ist sich einig, dass man das beobachten müsse, aber ohne Hysterie, ohne Druck usw. Gleichzeitig überzieht man die Kids mit einem Pensum, über das ich nur den Kopf schütteln kann. Neulich habe ich mit meiner Tochter, achte Klasse, das Lösen von Gleichungen mit zwei Unbekannten, geübt. Nicht besonders schwer, eigentlich. Schwer ist es nur, weil man gleich insgesamt fünf Lösungsmethoden lernen muss. Zwei geometrische, drei algebraische. Matrizen zeichnen, Geraden ziehen, Schnittpunkte lokalisieren, einen Moment später x für y substituieren, oder das y = 0 setzen. Man lernt für dasselbe Problem also fünf Lösungen, hat aber für keine wirklich Zeit. Toll. Jetzt weiß ich, was man mathematisch alles können könnte, aber kann es nicht. Es ist zu viel. In Französisch nach eineinhalb Jahren um zwei bis drei Zeiten mehr als ich damals. Dafür sitzt keine so richtig. Geografie, das war das Verrückteste, an das ich mich erinnern kann, begann mit einem Vierteljahr Maßstabsberechnungen. Wieviel ist so und so viel auf der Landkarte in Wirklichkeit? Man kann nicht abstreiten, dass das wichtig ist, aber kann sich irgendjemand vorstellen, dass man mit einer solchen Einführung Interesse fürs Fach entwickeln könnte? Könnte man denen nicht, wie mir damals, irgendwas darüber erzählen, wie es anderswo auf der Welt aussieht und was die Menschen dort so tun? Ist doch Geographie, nicht wahr?

Sehr aufschlußreich für mich sind die Geschichtsbücher meiner Tochter. Meine Tochter geht nämlich in ein Gymnasium, in dem Jahr für Jahr ein wenig mehr nicht mehr auf Deutsch, sondern auf Englisch unterrichtet wird. Zuerst Englisch, dann Sport und Englisch, dann Geschichte, Sport und Englisch. Und so weiter. Am Ende der Schulzeit hat sie dann klasse Sprachkenntnisse und einen Abschluss, der sie für englische und amerikanische Unis qualifiziert. Das führt unter anderem dazu, dass sie auch englische und amerikanische Schulbücher hat. Das für Geschichte stammt aus England und ist großartig. Nicht besonders dick, aber immens konzentriert. An Fragestellungen orientiert statt an Zahlen, Herrschern usw. Das letzte Kapitel, das ich mit ihr gelernt habe, handelte von der Aufhebung der Leibeigenschaft. War alles erstens korrekt, zweitens nachvollziehbar, drittens außerordentlich spannend dargestellt. Wie das Land in den englischen Dörfern neu aufgeteilt wurde; dass viele in den freien Bauernstand Entlassenen ihren Besitz verloren, weil sie sich die Gerichtsschreibergebühren nicht leisten konnten, usw. Gesetzeslage, Interessenslagen, Prozeduren, Folgen, Probleme. Alles auf 10 Seiten, gut illustriert, klasse layoutet, interessant geschrieben. Sofort stieg das Interesse, der Enthusiasmus, das Verständnis. Die deutschen Schulbücher, die sie hat, sind alle längst nicht so gut. Schlechter als die, die ich damals in Österreich hatte. Das Erstaunlichste ist, wie gesagt, wie viel die lernen müssen. Immer Neues, immer weiter. Alles sehr exzessiv vom Vollständigkeitswahn charakterisiert. Als sollten die Kids Enzyklopäden werden. Den Lehrern bleibt nicht viel anderes übrig, als das irgendwie durchzukriegen. Gut, man kann da oder dort auf etwas verzichten, aber im Grunde ist es eine barbarische Paukerei. Selbst das wäre nicht besonders schlimm, falls es noch so wäre wie damals bei mir. Ich konnte mir leisten, eine Null in Physik, Chemie, Bio zu sein, das hat mich nie interessiert, ich hab halt gerade mit Müh und Not so viel gelernt, dass ich nie sitzenblieb. Die Lehrer haben das akzeptiert, irgendwie versteht ja jeder halbwegs vernünftige Mensch, dass einen nicht alles interessiert, was soll´s. Hier ist es aber so, dass man von klein auf mit diesem Durchschnittsnotenscheiß traktiert wird. Ist noch nicht so entscheidend in der achten Klasse, aber ich weiß, dass es auf die Kids zukommen wird. Wieviele Punkte. Welche Gesamtdurchschnittsnote. Der reine Irrsinn. Ich merke das immer im Job, wenn ich Bewerbungen für Volontariate oder Praktika auf den Schreibtisch bekomme. Diese Lebensläufe, in denen dann immer die Gesamtnoten stehen. Als ob man mit 1,4 oder 1,1 ein besserer Journalist werden könnte als mit 4,0. Ich sage denen dann immer, dass mir ihre Zeugnisse egal sind und dass sie mir dafür lieber drei selbstverfasste Texte schicken sollen, von denen sie überzeugt sind. Dann sind sie enttäuscht. Unter anderem, weil sie oft keine Texte geschrieben haben. Sie wollen zwar Journalisten werden, haben aber noch nie irgendwas geschrieben. Das hat ihnen nämlich keiner je gesagt, und deswegen wissen sie das nicht, dass es vielleicht nur darum gehen könnte. Man hat sie immer nur hingetrimmt auf Gesamtnotenwerte, Zahlen mit Stellen hinter und vor dem Komma. Hat mich immer schon verstört, dass man sich hierzulande einbildet, man könnte damit bessere Ärzte, Rechtsanwälte, Philosophen, Biologen ziehen. Na ja, man muss halt objektivieren. Also muss keiner sich mit der Subjektivierung Mühe machen. Gucken, ob einer ein grandioser Arzt werden könnte, obwohl er Geographie, Geschichte, Ethik und Mathe komplett versaut hat. Bei meiner Tochter geht das schon los. Die Zwei Minus, die Vier plus, die irgendwas irgendwas, die sie nach Hause bringt. Als ob es nicht eine Zwei, eine Vier tun würden. Bei mir damals gab es höchstens einen Römischen Einser, wenn du einen besonders tollen Aufsatz geschrieben hast, als Extrabelohnung, oder es gab eine Vier minus, wenn der Lehrer nett war und die keinen Fünfer geben wollte, obwohl man ihn verdient hätte (in Österreich ist die Fünf, was bei Euch die Sechs ist...). Differenzierungswahnsinn, Zahlenfetischismus. Da sitzen die Lehrer dann und denken darüber nach. Seltsam.

Das Ermüdende an all dem ist: Jeder weiß das. Jeder hält das für falsch, für nicht zielführend, für kontraproduktiv. Es ist ja alles schon hunderttausendmillionenmal gesagt worden. Und nicht erst seit den Ergebnissen der Pisa-Studie. Die liegt den Leuten hier eh nur im Magen, weil sie es jetzt statistisch aufgeschlüsselt haben, dass sie die größeren Deppen sind als die Engländer, die Amerikaner oder die Österreicher. Aber obwohl sie das wurmt, wird nichts geschehen. Weil hier die Erwachsenen genau so sind wie die Schulbücher, die sie ihren Kindern zumuten. Alles drin, auf nix verzichten wollen, in Detailhuberei versunken, Pensum bringen. Probleme sind nur dazu da, dass dann in der Zeit und in den wenigen anderen Blättern, wo man sich noch ernsthaft Gedanken macht über derlei Fragen, ellenlange Abhandlungen übers Allgemeine stehen. Es geht aber nicht ums Allgemeine. Nicht in der Schule. In der Schule geht es ums Einzelne, und um einzelne Kinder. Das eine wie die anderen verschwinden sofort, wenn die Erwachsenen darüber nachzudenken beginnen. Also wird es so bleiben wie es ist. Und jeder wird sich an die Vorschriften halten und keiner wird was falsch machen und alles geht schief.

Damit das hier nicht einfach wieder so eine kreuzblöde Lamentiererei bleibt, mache ich hier, sinnloserweise, zwei ganz praktische Vorschläge zur Reform des Schulsystems. Reine Fleißaufgabe, aber sie zeigen, worum es mir geht.

  1. Wenn ein Schüler von der Schule gefeuert werden soll, gibt es einen Outplacement-Zuständigen in der Lehrerschaft, der für jede Klasse zu Beginn des Schuljahres festgelegt wird. Sein Job ist es, mit dem Gefeuerten zu besprechen, wie dessen Leben weitergehen kann und ein psychisches Sicherheitsnetz aufzubauen. Außerdem hat er die Aufgabe, ein halbes Jahr lang jedes Monat einmal bei dem Gefeuerten und bei einer Person, die ihn kennt, anzurufen und sich nach dem Befinden zu erkundigen. Kann sein, dass er statt Dank nur Beleidigungen, Hohn und dergleichen erntet, aber da muss er durch, und es dennoch versuchen. Für jede Outplacement-Betreuung bekommt der Lehrer zwei Tage Extraurlaub oder sonst eine Gratifikation.

  2. Jeder Lehrer weiß, dass an Montagen Kinder aufgedreht sind. Zappelig, unkonzentriert, unfähig für anständigen Unterricht. Die Kids haben übers Wochenende zu viel ferngesehen, zu lange an den Konsolen gesessen, zu viel erlebt. Tausende Male beklagt, hunderte Male beschrieben, jeden Montag neu erlebt. Die Behörden wissen es, die Schulen wissen es, die Theoretiker wissen es, alle wissen es. Deswegen wird ab nächstem Schuljahr in jeder Schule der Republik der Wir-gehen-die-Woche-langsam-an-Montag eingeführt: Mindestens eine Stunde Sport (und zwar irgendwas wie Volleyball oder Basketball, keine Einzelkämpferleistungen), mindestens eine Stunde irgendwas Kreatives (Theater, Malen, Musik), mindestens eine Stunde, in der man eher diskutiert als paukt, kein einziger Hauptgegenstand, keine Schularbeiten. Erst wieder dienstags. Einfache Lösung, funktioniert, muss man bloß organisieren, aber das kann ja der Computerkurs machen.





Dienstag, 30. April 2002

Der Evil Plan Generator hat für mich folgendes vorgesehen:

Your objective is simple: World Domination.

Your motive is a little bit more complex: Love (Yes, it works)

Stage One To begin your plan, you must first seduce a diplomat. This will cause the world to sit up and take notice, stunned by your arrival. Who is this nightmare beyond comprehension? Where did they come from? And why do they look so good in a corporate suit?

Stage Two Next, you will seize control of the Grand Canyon. This will cause countless hordes of mobsters to flock to you, begging to do your every bidding. Your name will become synonymous with fuzzy bunnies, as lesser men whisper your name in terror.

Stage Three Finally, you will reveal to the world your needlessly big weather machine, bringing about nightmares for every man, woman and child. This will all be done from a Corporate Tower, an excellent choice if we might say.

These three deeds will herald the end, and the citizens of this planet will have no choice but to elect you their new god. Trust us, it'll all come together in the end.





Drei Sommer lang habe ich in einer Fabrik gearbeitet. Ich war 17, 18, 19 damals. Im ersten Sommer habe ich mir eine Lackvergiftung geholt, im zweiten die Hand aufgeschlitzt, im dritten ist nichts passiert. Was ich an der Arbeit mochte, war diese Solidarität, die kein Aufhebens von sich machte und sich selbst nie als Solidarität bezeichnet hätte, in Fabriken kommen einem die ganz großen Wörter recht lächerlich vor. Wenn einer gesoffen hatte oder sonst einen schlechten Tag, haben die anderen halt seinen Job miterledigt, ohne dass irgendein Aufpasser das registriert hätte. Man konnte sich zurückziehen, irgendwo zwischen zwei Gänge mit Maschinen-Ersatzteillagern und sich schnell eine Stunde hinlegen. Als der Typ mit der Stoppuhr kam, um zu schauen, ob man an der Akkordnorm drehen konnte, haben wir sofort um ein Viertel langsamer gearbeitet, ohne dass er das herausgefunden hätte. Man musste darüber nicht sprechen, es war einfach so. Man war auch sofort Teil der Gruppe, keiner, der da nicht gleich aufgenommen worden wäre, auch wenn einer wie ich daherkam, Schüler, Student mit der irren Idee, zu agitieren, die Rotfront zu verteilen. Sie haben sie sogar gelesen, nicht uninteressiert, ein paar Fragen gestellt, vielleicht aus Höflichkeit, ich war sehr jung damals, im Nachhinein noch mag ich diese Skepsis gegenüber den Dahergelaufenen, die es besser wissen wollten, ob die nun auf ihrer Seite standen oder die Stoppuhr drückten. Damals gingen wir alle im Sommer in die Fabriken, schauen, ob etwas ging. Es ging nicht viel, jedenfalls nicht in dem Sinn, in dem wir uns das vorgestellt hatten, aber wenn man nicht gar zu vom Proletkult vernagelt war, konnte man einiges lernen. Mimetische Fähigkeiten, Mikrowiderstände. Wir haben zum Beispiel Ersatzteile, die für Südafrika gedacht waren, unvollständig ausgeliefert, da ein Dichtring weg, dort eine falsche Antriebswelle dazugepackt. Keiner hat gesprochen drüber, kein Vorarbeiter Anstoß genommen, war halt so, das fand ich schön. Komisch, dass heute das Proletariat kaum noch vorkommt, damals gab es noch Filme zum ersten Mai im Fernsehen, Turrini/Pevny, es gab Romane, Innerhofer Wolfsgruber, damals war das noch in allen Überlegungen, in den peinlichen sowieso, aber auch in den ungezwungenen. 20 Jahre später stehen die da immer noch, keiner kommt mehr vorbei und will irgendwas verteilen, nur noch die Typen mit der Stoppuhr, die an den Normen schrauben. Schon sehr viel schiefgelaufen, ich würde sagen: mit uns.





Frederick Lews Allen: Only Yesterday. An Informal History of the 1920´s.

They were never an organized group, these embattled highbrows. They differed vehemently among themselves, and even if they had agreed, the idea of organizing would have been repugnant to them as individualists. They were widely dispersed; New York was their chief rallying-point, but groups of them were to be found in all the other urban centers. They consisted mostly of artists and writers, professional people, the intellectually restless element in the college towns, and such members of the college-educated business class as could digest more complicated literature than was to be found in the Saturday Evening Post and McCall's Magazine; and they were followed by an ill-assorted mob of faddists who were ready to take up with the latest idea.

American Slave Narratives. An Online Anthology.

My mammy and pappy belong to two masters, but dey live together on a place. Dat de way de Creek slaves do lots of times. Dey work patches and give de masters most all dey make, but dey have some for demselves. Dey didn't have to stay on de master's place and work like I hear de slave of de white people and de Cherokee and Choctaw people say dey had to.

Maybe my pappy and mammy run off and git free, or maybeso dey buy demselves out, but anyway dey move away some time and my mammy's master sell me to old man Tuskaya-hiniha when I was jest a little gal. All I have to do is stay at de house and mind de baby.

Sherwood Anderson. Winesburg, Ohio.

George Willard shook his head and a note of com- mand came into his voice. "Don't stop now. Tell me the rest of it," he commanded sharply. "What happened? Tell me the rest of the story."

Enoch Robinson sprang to his feet and ran to the window that looked down into the deserted main street of Winesburg. George Willard followed. By the window the two stood, the tall awkward boy-man and the little wrinkled man-boy. The childish, eager voice carried forward the tale. "I swore at her," he explained. "I said vile words. I ordered her to go away and not to come back. Oh, I said terrible things. At first she pretended not to understand but I kept at it. I screamed and stamped on the floor. I made the house ring with my curses. I didn't want ever to see her again and I knew, after some of the things I said, that I never would see her again."

The old man's voice broke and he shook his head. "Things went to smash," he said quietly and sadly. "Out she went through the door and all the life there had been in the room followed her out. She took all of my people away. They all went out through the door after her. That's the way it was."

George Willard turned and went out of Enoch Robinson's room. In the darkness by the window, as he went through the door, he could hear the thin old voice whimpering and complaining. "I'm alone, all alone here," said the voice. "It was warm and friendly in my room but now I'm all alone."

Alle Texte von hier.





Man warf schon mit B-26-Bombern Gift auf sie ab, man testete 4000 weitere Chemikalien an ihr. Doch durch nichts liess sich die Rote Feuerameise an der Ausbreitung hindern. Der Durchhaltewillen der Langstreckenläuferin liess sich nicht brechen. Schöne Geschichte über die Rote Feuerameise im NZZ Folio.





Das hier wusste ich bis jetzt nicht, fand ich hochspannend und wäre doch eine klasse Geschichte für deutsche Journalisten (statt für die Washington Post). Mich wundert es sowieso, seitdem ich hier lebe, dass man über manches, was hier spielt, in deutschen Blättern kaum was erfährt. Der Lübecker SV scheint immerhin so etwas zu sein wie, weiß auch nicht, Real Madrid für Schachspieler...

The German Bundesliga, considered to be world's best and toughest national team competition, ended yesterday without a surprise. The defending champion, a team of Luebecker SV, smashed the opposition again and won the seven-month-long season. The team's top boards are loaded with such superstars as Alexei Shirov of Spain, England's Michael Adams and Russia's Evgeny Bareev. The rest of the team fields powerful English and Scandinavian grandmasters who usually play for their Olympic teams. And there is also one American, Nick DeFirmian, who tied for first place in last January's U.S. championship in Seattle.





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