Montag, 6. Mai 2002

Die NYT über den Trend zum Retro-Dating, bzw. Boyfriend-Recycling. Irritierend ist der letzte Satz, demzufolge man sich bei aufgewärmten Liebhabern den background check ersparen könne. Das kommt mir nun doch ein wenig selbstgefällig vor, nicht wahr?





As a dancer named Sassy swung out onto the stage, one man in a suit, a badge from a telecommunications convention dangling from his lapel, rose to his feet and put his hands on his heart. A 21st-birthday-party reveler sat at the front of the bar, his gaze frozen at the sight of the breasts bobbing before him, so independently animated that they seemed to be living creatures separate from the woman who wore them. But three men toward the back of the club were as stonily inexpressive as Michael Corleone in a roomful of flailing Fredos. "That is simply terrible work," one said, nodding at the dancer's breasts. "They're completely full at the top," one of his companions said in a voice thick with disdain. "And they must be 400's." The three men, all plastic surgeons, have probably seen more breasts in their lifetimes — including those pumped up with 400 extra cubic centimeters of silicone-encased saline solution — than has the most avid Net-surfing young adult male. But there they were, stuck in Las Vegas, home to the cantilevered chest and lipo-sculptured thigh, for the annual meeting of the American Society of Aesthetic Plastic Surgeons.
Schöne Geschichte in der NYT über die Jahresversammlung der plastischen Chirurgie ausgerechnet in Las Vegas.




Sonntag, 5. Mai 2002
geraldine

Gestern haben wir uns noch für die Infoelite gehalten. Heute erkannte ich: Wir können unsere Coolness wieder auftrennen. Strickende Mädchen haben nämlich auch Weblogs. Nee nee, das scheint ein Massenphänomen zu sein. Dangerouschunky zum Beispiel finde ich seit Wochen sehr hübsch. Und den Rest findet man im Webring der Knitting Bloggers. Ein wenig Hintergrund zur unerwarteten Renaissance der Handarbeiten gibt es hier.





mission




Samstag, 4. Mai 2002

Das ist an unerwarteter Stelle - nämlich einem Portal für das deutschsprachige Gastgewerbe - eine sehr kompetente Einführung ins Thema Weblogs.





Der bislang irrwitzigste Artikel zu Dschenin steht in der heutigen Ausgabe der NZZ. "Versteckte Kamera" in Jenin. Leichenzug mit Hindernissen.

gsz. Jerusalem, 3. Mai Den traurigen Vorgängen im Nahen Osten ist manchmal eine ungewollt komische Seite abzugewinnen. Während sich die israelische Version der Ereignisse bei Jenin, laut der bei Kämpfen mit der Armee einige Dutzend Palästinenser ums Leben gekommen seien, langsam zu bestätigen scheint, behaupten palästinensische Kreise weiterhin, dass in dem Flüchtlingslager Massaker stattgefunden hätten. Um ihren Beschuldigungen Nachdruck zu verleihen, versuchen militante Palästinenser eine grosse Zahl von Opfern vorzutäuschen und greifen dabei manchmal zu unkonventionellen Mitteln. Israel behauptet, es würden Scheinbegräbnisse veranstaltet, um die Zahl der angeblichen Toten zu erhöhen. Was die Organisatoren einer solchen Leichenfeier nicht wussten, war, dass der militärische Nachrichtendienst über dem Lager auf Ballons montierte Überwachungskameras betreibt und einen solchen Vorgang filmen konnte. Auf dem an einer Pressekonferenz in Jerusalem präsentiertem fünfminütigen Film sieht man zuerst, wie ein in Tücher gewickelter Toter von Leichenträgern auf einer Bahre durch die Strassen getragen wird. Plötzlich stolpert einer der Träger und der «Leichnam» fällt von der Bahre. Der Scheintote erhebt sich schnell wieder, wickelt sich erneut in die Tücher und legt sich noch einmal auf die Bahre. Der Leichenzug geht weiter, doch da stolpert ein ungeschickter Träger abermals, und der «Tote» fällt erneut auf die Strasse. Noch einmal formiert sich der Zug, und die Prozession geht weiter. Unterdessen gesellen sich immer mehr unwissende Menschen zu den Trauernden, und der Leichenzug nimmt immer grössere Ausmasse an. Da stolpert einer der Träger zum dritten Mal. Nun hat der «Tote» endgültig genug von seinem Begräbnis. Er erhebt sich vom Boden und rennt weg. Ob dem Anblick des plötzlich wieder zum Leben erwachten «Märtyrers» zutiefst erschrocken, stieben die unwissenden Begleiter in alle Richtungen auseinander. Über die Vorgänge befragt, gaben palästinensische Kreise als Erklärung an, dass mit solchen Praktiken nicht Begräbnisse vorgetäuscht würden, sondern gesuchten Militanten zur Flucht verholfen werde.
Ein angenehm nüchterner, um Klärung der Fakten bemühter Artikel der NZZ über die Vorfälle in Dschnenin findet sich hier: Die Sprache der Trümmer in Nablus und Jenin. Zwischen militärischen Kampf- und Strafmassnahmen.





Freitag, 3. Mai 2002

Vergiss den Laser, Frauen mit Brille sind sexy. Salon: Sexy Specs. Zitat:

We are all tied to the belief that glasses denote intelligence, while not being a guarantee of it. And maybe, where women are concerned, the belief that glasses are unsexy is a subtle way of saying that brains aren't sexy, or at least that they are indicative of prim reticence. Too often the sight of a woman taking off her glasses in a love scene denotes that the pretense of brains has to be put aside before she can become sexy.





Guter Text von Wolfgang Sofsky über Erfurt in der NZZ.





elliott erwitt

Segregated water fountains, North Carolina, 1950. © Elliott Erwitt/Magnum. Von The Civil Rights Movement - Interactive Introduction.

 elliott erwitt

Lebensgefährten, Sorrent, Italien. Für den Lavazza Kalender 2000. © Elliott Erwitt/Magnum. Von Profifoto online.





Gerade die ersten drei Ausgaben der NZZ am Sonntag studiert, die mir eine feine Dame aus Liechtenstein schickte. Ich werde sie wohl abonnieren müssen. Auf Sätze wie "Er ist ein Star mit Missvergnügen an sich selbst" oder "Die magischen Momente muss man sich erdauern" will ich nicht verzichten müssen. Und das Wort "Sammelpack" für die deutschen Jungliteraten hörte sich an wie eine besonders treffende Beleidigung.





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