The mummified body of a woman who didn't want to be buried was found in a chair in front of her television set 2 1/2 years after her death. (...) Some family members continued to live downstairs, authorities said.CNN
dauert halt ein paar tage bis die strategen laut geben.
jetzt bei flickr selbr gesagt
Seit zwei Tagen weiss die halbe Welt und die FAZ, dass dieses Foto mit der Flutwelle nix zu tun hat. Da rennen lauter Chinesen. Hättet ihr mal kucken sollen. Ihr druckt das trotzdem. Ts ts TZ.
heute mit kung shing darüber gesprochen, dass die perfekte zeitschrift eine art mischung aus jungle world und etwas "stylischem" wäre. heute in der jungle world gelesen, dass dummy eine "Art ideelle Fusion von Konkret und Vogue" sei.
In hedonistischen linken Kreisen war es in den achtziger und neunziger Jahren nicht unüblich, sowohl Konkret als auch Vogue zu lesen. Es waren jene Leute, die zwar für die Befreiung und gegen den Kapitalismus waren, die aber dennoch nicht der Ansicht waren, man müsse, um seine politische Haltung stets jedem und jeder anzuzeigen, blaue Overalls und Schiebermütze tragen und ein grässliches Benehmen an den Tag legen. Diese Leute mochten Konkret, weil es hier gut geschriebene Texte und ausführliche Analysen gab, und sie lasen die Vogue, weil das Blatt damals noch Humor hatte.viele richtige sätze und genaue beobachtungen darin. allerdings hätte ich zwei korrekturen. erstens: die vogue girl war deutlich besser als das mutterblatt, clara drechsler drin oder olaf dante marx. zweitens: dummy ist nicht halb so gut, wie jürg sundermeier sagt. es gibt ein paar schöne texte drin, aber come on, das layout kann man in die tonne treten, das sexkolumnisteninterview ist entbehrlich, die artsy fartsy attitude ist so 20th century und die erinnerung an olaf dante marx ist so geschrieben, als hätte olaf dante marx eine gastprofessur in bielefeld oder eine ähnlich öde mission inne gehabt.Unvergessen ist die schlechte Bewertung eines neuen Ferrari-Modells mit der Begründung, dass der Kofferraum einfach zu klein sei. Auch sonst wurde in der Vogue so getan, als ob es auf der Welt keine Probleme gäbe. Solange man Goldringe, Cremes und Catsuits richtig anzuwenden wusste, war die Welt gut eingerichtet und es konnte einem praktisch nichts Böses geschehen. Die Linken blätterten sich durch dieses Blatt, sahen den ganzen Überfluss, vertieften sich vielleicht mal in ein Streitgespräch über den Dritten Weg zwischen der trotzkistischen Schauspielerin Vanessa Redgrave und dem Sozialisten Ekkehard Schall und ließen sich schließlich von den Geschenktipps verwirren
(...)
Allerdings schien in der Vogue zugleich die Möglichkeit auf, dass es vielleicht irgendwann genau so sein könnte und dass die Welt eine schönere wird. Es ging darum, möglichst viele schöne Dinge zu bekommen und durch die Schönheit der Dinge, selbt ein schöner Mensch zu werden. Die Vogue konnte man schlechten Gewissens als eine Art Vorschein dessen wahrnehmen, was nach der Revolution zu fordern sei.
In der de:bug vom november: gute texte über soziale netze (vs. "portale") und web & journalismus.
deutsch! ein magazin, dass sich als Radar Wien-Scouts "mel und sammy, das schönste paar wiens" hält, die über die neuesten Wiener In Words zu berichten wissen
Weitere unerlässliche Wörter im Wiener Slang sind im Moment das Bindewort [?] "ur" und das Adjektiv "leiwand". "Des is a ur leiwande oide" heißt soviel wie "Das ist aber eine dufte Puppe!" und ist die Basis für jedes Gesprächmuss von urdepperten vollkoffern gemacht werden.
ARD und DFB sind Geschäftspartner, ein Fußballländerspiel ist eine teure Ware und die Gesamtdarstellung der Partie immer auch ein ökonomischer und nicht immer ein journalistischer Vorgang. frankfurter rundschau
Tägliche Presseschau, linksliberal bis links: www.pickings.de.
schreibt WIRED.
Gerade die ersten drei Ausgaben der NZZ am Sonntag studiert, die mir eine feine Dame aus Liechtenstein schickte. Ich werde sie wohl abonnieren müssen. Auf Sätze wie "Er ist ein Star mit Missvergnügen an sich selbst" oder "Die magischen Momente muss man sich erdauern" will ich nicht verzichten müssen. Und das Wort "Sammelpack" für die deutschen Jungliteraten hörte sich an wie eine besonders treffende Beleidigung.
Frank Schirrmacher hat einen Brief an die Counterstrike-Spieler geschrieben. Ich finde, es ist ein schönes Dokument der Dialektik von Hinrudern und Zurückrudern geworden. Man will nicht sagen, dass man sich geirrt hat, also sagt man, dass man immerhin eine Debatte angestoßen hat. Vielleicht beginnen Debatten ja so. Zuerst haut man hin. Und dann redet man drüber, dass es so, wie der Gehauene es empfunden hat, eh nicht ganz gemeint hat, aber ohne Hauen wäre man eben nicht ins Gespräch gekommen, und gegen Gespräche wird er wohl nichts haben. - Doch tapfer ist es schon, was der Herr Sch. da gemacht hat, das muss man ihm attestieren.
Interactive Museum of News. Wie der Name schon sagt: Ein Museum über die Geschichte der Nachrichten. Die Online-Ausstellungen beschäftigen sich beispielsweise mit afroamerikanischem Journalismus, den Fotografinnen bei National Geography oder Kriegsreportern. Nicht besonders in die Tiefe gehend und natürlich immer mit US-Focus, aber nicht uninteressant.
In der Money Issue des New Yorker: Joyce Carol Oates, Dagobert Gilb, Stephen King, Mary Karr, Lilian Federman und Denis Johnson geben Auskunft über die klammsten Perioden ihrer Leben.
Keine Manieren, diese Generation Golf. In der gestrigen FAS ein Interview mit Juliétte Greco, und weil sie 75 ist, bildet sich dieser Sascha Lehnartz, den man ihr zumutet, ein, er dürfe beleidigend werden:
Ihr Sinn für Ironie, den Sie heute auch auf der Bühne entfalten, beispielsweise, wenn Sie einen Klassiker wie Déshabillez-moi singen, war der immer schon so ausgeprägt, oder hat der sich mit den Jahren verstärkt?Schade, dass wir nie erfahren werden, ob sich die harmonia caelestis für Zumpferlschrumpf oder Bauchwachs entscheiden wird.
Zwei lange Artikel über Backpack Journalism, also über Journalisten, die als Solokämpfer recherchieren, aufnehmen, produzieren, texten, fürs Netz aufbereiten usw. Nicht uninteressant aus zwei Gründen. Erstens macht es Journalismus unabhängiger, subjektiver, unreglementierter. Was gut ist, solange der Journalist gut ist (meistens ist er nur mittelmäßig). Zweitens macht es Journalismus billiger; das wird die Medienkonzerne interessieren, eine weitere Gelegenheit, solide Recherche und Team-Kontrolle wegzurationalisieren. Backpack Journalism Is Here to Stay The Backpack Journalist Is a "Mush of Mediocrity"
Das BABYMGZN, 7,50 Euro am gutsortierten Kiosk, die Nummer 6 / Frühling 2002 ist die erste, die ich gesehen habe. Schönes Kunstmagazin, Focus auf Fotografie, Editorials u.a. von Donna Trope (<a href="www.i-shadow.net"">1 | 2 | 3) (Beauty-Folter in L.A.) und Jean Gaberell (Schweizer Berge in Falschfarben, 50er), eine unheimliche Modegeschichte von Geoffrey de Boismenu, die Models sind alle lauter ältliche Clowns, die berühmten Spring-Fotos von Philippe Halsman (Richard Nixon, der Earl of Windsor, Marilyn Monroe am Scheitelpunkt von Luftsprüngen fotografiert), und ein grandioses Portfolio mit Arbeiten von Ali Mahdavi, unter anderem chirurgische Instrumente und eine High-End-Junkie-Injektionsnadel, mit Swarovski Diamond Crystals vergoldet. Seit langem wieder eine Zeitschriften-Entdeckung, die mich elektrisiert hat, ich hoffe, sie können überleben. Es gibt eine Website, aber da wird noch konstruiert.