Benford's Law schön erklärt:
Newcomb fiel auf, dass die ersten Seiten der Logarithmentafel verschmutzter waren als die hinteren. Da er die Welt für berechenbar hielt, überging er die Beobachtung nicht, sondern fragte sich, warum für die Berechnung von Planetenbahnen kleine Ziffern häufiger sein sollten. Offenbar traten Zahlen mit einer 1 als höchster Stelle häufiger auf, als solche mit einer 2 am Anfang und diese wiederum häufiger die mit einer 3. Nur so waren die Gebrauchsspuren in dem Buch zu verstehen.
das ist eine tolle geschichte: nyt > "miss leavitt's stars": the female computer erzählt von henrietta leavitt, der die astronomie reichlich kenntnisse über die entfernung zwischen sternen verdankt, obwohl sie doch nur eine art ein-euro-job für pickering's harem erledigen sollte.
The Harvard College Observatory, at the forefront of exploiting photography, accumulated half a million plates during the early years of the 20th century. To analyze the images, Edward Pickering, the observatory's director, employed a company of women, mostly students or graduates of Radcliffe College, to measure the brightness, color and position of each star. They were paid a minimal wage to carry out the drudgery, freeing up the male astronomers to spend their nights staring into space.These female computers -- the word originally meant a person who did the monotonous, repetitive, tedious work, not the modern machines that do all that for us -- were able to find moments in between the drudgery to speculate about their data. And since some of them were brilliant, they made serious changes in astronomy.
sehr feine sache: decodeunicode
seed magazine > revolutionary minds: hinweise auf sehr interessante, spannende, nützliche wissenschaftlerInnen & forscherInnen.
Die Bibliothek des Deutschen Museums in München stellt regelmässig Libri Rari vor.

A leading scientific journal yesterday retracted a paper it published last year saying that one night's typical dose of the drug Ecstasy might cause permanent brain damage.
The monkeys and baboons in the study were not injected with Ecstasy but with a powerful amphetamine, said the journal, Science magazine.
NYT Health > Report of Ecstasy Drug's Great Risks Is Retracted
‘Creation science’ has not entered the curriculum for a reason so simple and so basic that we often forget to mention it: because it is false, and because good teachers understand exactly why it is false. What could be more destructive of that most fragile yet most precious commodity in our entire intellectual heritage — good teaching — than a bill forcing honorable teachers to sully their sacred trust by granting equal treatment to a doctrine not only known to be false, but calculated to undermine any general understanding of science as an enterprise?
unweigerlich der verdacht gegen freunde und bekannte, die in die naturwissenschaften gegangen sind: die wuerden ein doppelleben fuehren!
Gestern noch eine verspätete Replik von Xenophon in der Diskussion darüber, woran ein Geisteswissenschaftler einen guten Geisteswissenschaftler erkennen könne. Ich teile den Impuls (die Verteidigung der Rationalität vor Jargon, Irratationalimus usw.), aber ich wüsste das eine oder andere anzuführen, dass seine Positionen doch ein wenig unterminiert, und zwar nicht nur in den Geisteswissenschaften. Beispielsweise sind einige der avancierteren Theorien der Astrophysik erstens nicht widerspruchsfrei (man kann allerdings das logische Framework ausweiten und das Problem der Binnen-Konsistenz von Argumenten damit zumindest angehen; was sich "formale Logik" nennt, ist sowieso nur für Wissenschaftstheorie-Einführungsbücher ein Standard, Logiker selbst sind häufig liberaler und zucken zum Beispiel bei Modalitäts-Operatoren nicht so schnell zusammen), und zweitens sind naturwissenschaftliche Hypothesen nicht immer empiriefähig: So etwas wie eine Stringtheorie mit vier Dimensionen oder ein Paralleluniversum mit "dunkler Materie" wird sich für Menschen empirisch recht schwer belegen lassen; dennoch handelt es sich, da wird mir Xenophon wohl rechtgeben, nicht um schlechte Theorie oder gar Irrationalismus. - Was für Naturwissenschaften billig ist, wird für Geisteswissenschaften (deren Gegenstände oft bekanntlich schwerer zu definieren sind) vermutlich auch gelten dürfen, nehme ich an. Aber ich bin ja kein Wissenschaftler.
Wenn es aber so ist, wie Xenophon meint, dass es sein müsse: Was ist dann Geisteswissenschaft, die seinen Regularien genügt? Wie wäre dann etwa Literaturwissenschaft möglich, die etwas anderes ist als positivistische Literaturgeschichte, Stilistik, Rhetorik, Max-Bense-Informationsästhetik oder ähnliches?
Up to you. Vielleicht kommen wir ja noch irgendwohin.
Woran erkennt eigentlich ein Geisteswissenschaftler, dass ein anderer Geisteswissenschaftler gut oder sehr gut ist? Und was genau beurteilt er in seinen Urteilen?