Freitag, 8. Oktober 2004

"If ever/There were a word for greatness, That's what excited the store, The feeling of a person in it."





Donnerstag, 7. Oktober 2004

Schluss jetzt: 67,1 days, 104,44 GB





Es kann jemand kein schlechter Mensch sein, der Dateien im Präfix als yymmdd benennt.





Dienstag, 5. Oktober 2004

"(...) The most common format of music on an iPod is 'stolen'", meinte Herr Ballmer. Und es läge daran, dass DRM-Techniken zu kompliziert seien.





Montag, 4. Oktober 2004

Am Boden der Legokisten liegen die wahren Pretiosen.





[You will soon discover how fortunate you truly are:]

While the beginnings of fortune cookies can be traced back to 14th-century China as a clandestine form of communication—Chinese soldiers transferred secret messages via moon cakes—the likelier origins were American. In 1918, David Jung, a noodle manufacturer in Los Angeles, handed out cookies that contained uplifting messages as a promotional gimmick. To this day the tradition persists. Golden Bowl has more than 400 distributors, selling their cookies all over the U.S., in Puerto Rico, Canada and Europe.
aus: new york press > gabriella gershenson: flour, eggs, sugar, fortune, eine reportage über eine glückskeksfabrik.





Sibylle Bauhaus: Was? Wieso? Du Schwein! Raus!





[wieder mal überlegt, ob man auf etwas verlinken soll kann muss, auf das viele andere schon auch & dann taucht in den subcriptions- und update-listen auf, dass hier etwas frisches steht & dann ist es doch wieder was, was die leute mit den subcriptions- und update-listen schon kennen & dann sind sie enttäuscht & mag man ja nicht, jemanden zu enttäuschen. aber wenn ich das nicht linkte, wäre es vielleicht so, als hätte ich das nicht gemocht, so ein link im weblogwesen hat ja so viele funktionen (der hinzeig-link, der liebes-link, der respekt-link, der google-ranking-verbesser-link, der nimm-das-link, der ironie-link, der schulterklopf-link, der nützlichkeits-link, hatte ich den ironie-link schon, der mach-was-draus-link & ich kenn die immer noch nicht alle) & dann sitzt du da und kommst dir ganz blöd vor, weil du stundenlang über so was nachdenken kannst:] mann, das ist doch alles voll das anti-dérive hier!





[koalitionäre der vernunft:] nach der lektüre der "bild am sonntag" (nun wieder in klassischer rechtschreibung), die über eine hartz IV – unterstützungsanzeige in der "süddeutschen zeitung" (noch immer mit ss statt ß) berichtete, habe ich mir lange vorzustellen versucht, wie jim rakete oder günter grass oder dr. thomas middelhoff oder michael jürgs oder manfred bissinger oder marius müller-westernhagen oder eberhard reuther oder prof. albert speer oder dieter hundt oder markus lüpertz oder irgendein beliebiger anderer aus diesem ad-hoc-61 männer- 1 frau - unterschriftenkartell in den letzten monaten und wochen und tagen immer häufiger und dabei immer erbitterter in den nachrichtensendungen sehen musste, dass das arbeitslosen-, das sozialhilfeempfänger-, das arbeitslosenangst-, das sozialhilfeangst-, das gewerkschafts-, das bremser-, das nur-meckern-können-gesocks immer häufiger und dabei immer erbitterter gegen die harten, aber notwendigen und längst überfälligen reformen protestierte, die ihm doch nun schon lange genug erklärt, begründet und vermittelt [und peinlicherweise noch viel länger erspart] worden waren, dass dieses gesocks zusehends populistischen hetzern und billigen polemikern in die hände fiel und schließlich sogar jeden montag abend unter der losung wir sind das volk auf die straße ging. einem in harvestehude, in eppendorf, in blankenese, in charlottenburg, in grünewald oder an einem anderen sozialen brennpunkt muss der white collar geplatzt sein [vielleicht ja auch nur deswegen, weil man als nicht-mehr-chefredakteur, der es aber verdient hätte, chefredakteur von sowieso allem zu sein, oder weil man als nicht-mehr-global-player, der jetzt aber endlich die globalen standards am standort einführen muss (wir tun das doch auch nicht gern, muss aber sein) viel zeit hat, den ganzen tag vor der plasma-glotze zu sitzen], und er wird tagelang [diese ungenutzten tage…] schon beim frühstück seine frau, seine kinder und sein dienstpersonal damit beredet haben, dass ja wohl auch er und vor allem er [60 stunden, wenigstens früher, was heißt 60? 80, manchmal 100 stunden, das dankt einem ja auch keiner] das volk sei und dass, falls es ein recht zu jammern gäbe, wohl doch er es hätte [lohnnebenkosten krankenstand mutterschutzgesetze arbeitgeberbeitrag hängematte wo gibt’s denn sowas] statt des gesocks, das doch nur die billigen latrinenparolen des saarbrückener weinkellerbesitzers nachbete, bis es nach zwei oder drei oder sechs wochen der frühstücke voller unbehagen der frau oder den kindern endlich zu viel wurde und eine der frauen oder ein gerade noch unmündiges, aber schon so erwachsenes und viel freude machendes kind endlich sagte: "dann tu doch was, dad", und dann dachte pa noch einmal zwei, drei tage nach, ein wenig schmunzelnd über den mutterwitz seines gut gelungenen kindes [denn wo sie recht haben, haben sie recht, kann man nicht anders sagen], und dann griff er in eppendorf oder blankenese oder charlottenburg oder grünewald zum telefon [fabelhaft! diese kurzwahltasten!] rief im schneeballsystem die anderen an und ließ sich gleich durchstellen und überzeugte sie davon, dass man jetzt endlich dagegen halten müsse, bevor das land wirklich vor die hunde ginge, und husch! surrten die emails [eiderdautz! famos!, diese neue technik!, hat irgendwann während der wir-einigen-uns-auf-einen-aufruftext-mit-dem-wir-uns-alle-identifizieren-können-phase einer ausgerufen, als ihm wieder einmal sekretärin einen outlook-ausdruck in die mappe gelegt hatte], und nach einigen tagen hatten sie es tatsächlich geschafft, einen text abzustimmen, mit dem sie alle einverstanden waren, so dass sie samstag morgens beim frühstück auftrumpfen konnten, hier guckt mal, ganze seite in der süddeutschen, auch wir sind das volk, und die kinder, die noch ein wenig geld brauchten für den samstagabend, lächelten sie an und sagten toll dad, hast du gut gemacht, war auch höchste zeit, denen endlich einmal hineinzusagen, dass du das jammern über deutschland satt hast. "siehst du, sagte er, so geht leadership", und für sich dachte er: "gut gelungen, das kind, da muss mir gar nicht bange werden".





das zentralinstitut für seelische gesundheit.





[der freund:] was ich (also nur ich) mir einmal so wünschen tät, das wär einmal eine wirklich (also wirklich) oberflächliche literatur. nicht so eine demonstrativ oberflächliche, die mir etwas entgegenschmeissen oder entgegenfuchteln will. ich (also ich) weiß ja auch nicht, wie ich das sagen soll. also so eine literatur, die so wäre wie eine luft. ich bin selber zu blöd dafür, deswegen kriege ich das mit dem schreiben ja nicht hin. eine luftliteratur weht an einem vorbei, und das ist es auch schon, das würde mir reichen, man könnte sich dann selber aussuchen, ob einem das etwas bedeutet oder nicht, und manchmal würde es das auch, das kennen Sie vielleicht ja auch, dass einem eine luft etwas bedeutet hat, obwohl die luft sich nicht mehr mühe gegeben hat als eine luft zu sein. aber wenn die luft sich eine mühe gibt mit ihrem luftsein, dann werde ich (also ich) meistens gleich bockig und denk mir, jetzt entspann dich doch einmal, brauchst mir doch nicht deine tricks hinhalten und eine trickser-luft sein oder eine nimm-das-luft sein. ich geb aber zu: eine luftliteratur ist das schwerste, was man sich vornehmen könnte, man müsst da ja erst jahrelang dasitzen und nachdenken und dann wäre man vielleicht so weit, dass man nicht mehr die deutsche bank und die cockpitgespräche von flugzeugpiloten und die hohlwelttheorie in den texten haben wollte, und einem es sogar leicht fiele, das alles nicht mehr haben zu wollen. ich weiß aber auch nicht genau, wie man das sagen soll.





Samstag, 2. Oktober 2004
links das foto, das helmut newton 1963 von françoise sagan gemacht hat. françoise sagan, sowieso. merkwürdige beklommenheit in diesen letzten tagen, ihretwegen. natürlich nicht ihretwegen, nur so halbwegs. die taschenbücher meiner eltern, die ich mit 16, 17 gelesen habe, mich immer ungeduldiger machend, wann es denn endlich vorbei sei mit der schule, der stadt, nur weg hier. bonjour tristesse sogar schon französisch damals, mit dem langenscheidt, auch lustig, dass man sich in so eine ungeduld hineinübersetzt hat. neulich wieder einmal gedacht, als ich das regener-buch gelesen habe, dass es die taschenbuchbibliothek meiner eltern gewesen ist, die mich damals diese kbler verabscheuen hat lassen mit ihrer zeugenjehovashaftigkeit. truman capote lesen an so einem heuschnupfenfrühsommernachmittag, und du warst auf ewig verloren für die mler.




Freitag, 1. Oktober 2004

Seltsam, wenn der Hausmeister Jeffe hier ein paar Tage still ist. Heftschluss wahrscheinlich.





Mittwoch, 29. September 2004

It made its points in the first ten minutes, then kept making them over and over and over for the next hundred and ten. Maybe that was the point.





hip hop aus deutschen landen.





i'm a stranger here myself.





Dienstag, 28. September 2004
mehr




"wie du lektor sagst, das klingt irgendwie versaut"





eben durchgeben: heute erster kindergartentag. dann erster schultag, dann letzter schultag und bald wird sie ausziehen und ein eigenes leben führen.





"berlin ist weltweit gesehen ein historischer ort"

"es gibt ein tolles catering"

"aber hallo"





Montag, 27. September 2004

seit fünfzehn jahren frage ich mich, was es wohl ist, das hippe deutsche zeitschriften dazu peitscht, innerhalb ihres ersten jahres immer ein schwerpunktheft zum thema deutschland nicht nur zu beschließen, sondern dann auch zu machen, inklusive einer fahnengeschichte. und ich weiß es immer noch nicht.

[und warum da eine zuhältergeschichte drin ist. statt einer elektroingenieurgeschichte, wasserwerksangestelltengeschichte, praktikantengeschichte. warum da eher (ist es aber hier nicht) eine hundegeschichte als eine katzen- oder hamstergeschichte drin wäre. warum aber immer eine einbürgerungsgeschichte und eine geschichte, in der so benettonmäßig fotos und testimonials von immigranten zu sehen sind, die irgendeine mode tragen. diesmal kopftücher. warum immer eine, zwei, drei listen mit deutsch-aufzählungen. typisch deutsch. auch typisch deutsch, aber originell typisch deutsch. irgendwelche fotos von: waschbetonfußgängerzonen, tischaufbauten, zäunen, humor der kleinen leute, schrankwandinterieurs. erste erwähnung eines kz immer vor seite 25. irgendwo im heft eine geschichte über stolz (muss aber nicht unbedingt nationalstolz sein, auf irgendwas stolz, ist wichtig, dass in einem deutschlandschwerpunktheft irgendeiner auf irgendwas stolz ist). irgendwo eine geschichte, in der erwähnt wird, wie irgendeine konkurrenz aus osten/beitrittsländern/süden/beweglicherem kapitalismus jetzt das wasser abgräbt, an die wand drängt, härter ist als die deutsche idylle. irgendwo was über neue ideen. irgendwo ein essay, ein denkstück, vgt, wie wir beim "stern" immer sagten ("vorgetäuschter tiefsinn") könnte sofort chefredakteur aller deutschlandschwerpunkthefte werden, die jemals gemacht werden. wüsste genau, wie das geht. die essentials.]





es kommt mir so vor, als würde der wunsch "einen schönen tag noch" immer häufiger mit einem "ebenso" oder einem "auch so" beantwortet statt mit einem "gleichfalls" (wie früher, als es mir noch nicht vorkam, als würde der wunsch "einen schönen tag noch" mit einem "ebenso" oder "auch so" beantwortet. manchmal sagte einer "ditto", aber den konnte ich umstands- und verzögerungslos hassen. jetzt wünsche ich mir, ich könnte den "ebenso"- oder "auch so"-wünscher ebenso hassen, aber das kommt mir ungerecht vor).





  • schon etwas ältere, immer noch lesenswerte artikel von michael specter (new yorker).

  • archiv mit gleichfalls lesenswerten artikeln von malcolm gladwell (new yorker)





"Eines der meistzitierten bzw. verlinkten Weblogs - viele wollen an seinem Glanz teilhaben." -- TOMORROW 10.04 beware of mainstream.




Donnerstag, 23. September 2004

Tuesday, October 20, 2043





Nächste Seite