The Ritz had peaked about a year before and now it was on the decline, but so was I.[arthur nersesian, the fuck-up]
Ich bin gerne Packmeister und schäme mich kein bisschen dafür.
a peripatetic childhoodguardian > obituary margaret macArthur
… gewohnheitsmäßige Träumerei …
Während sie alle anwesend glaubten, lebte sie im Geiste Märchen durch, war aber, angerufen, immer präsent, so daß niemand davon wußte.
Alle Menschen wurden ihr wie Wachsfiguren.
[Die Kellnerin, die mir auf die Straße nachlief: "Halt! Vergessen Sie nicht Ihre Studien über Hysterie..." ]
One thing is for certain, the bone structure of the child's face will ensure it a lifetime in soap opera casts.sofia coppola & thomas mars kriegen ein baby (kind of moves me, I confess)
Wenn sie Streit hatten, riss Biggy die Brockenhexe ab. Und wenn sie sich wieder vertrugen, klebte Conny ihr eine neue Hexe aufs Auto. Und dann fuhren sie wieder um die Wette: Wer macht die bessere Kasse? (...) Nach seinem Tod hat sie geschimpft auf Conny: Was für ein unmöglicher Typ der gewesen ist. Dann schluckt sie: „Ach Scheiße, jetzt fehlt er mir doch irgendwie. Und wenn’s nur zum Erzählen ist.“Tagesspiegel > Kurt Bittner (1942 - 2006)
Die 36 D zwischen zwei sehr sehr dicken Frauen, gesandwiched. Lasst mich Bacon, Lettuce, Tomato sein. Rechts hat schöne Rapunzelhaare, links trägt Heidizöpfe und eine froschgrüne Basecap & ist mit einem Halbliterbecher Soda und einem braunen Plastikteller an Bord gegangen, auf dem zwei Käsesandwiches dampfen & isst sie auf. Hey, how are you doing, let me be your topping for this flight. Aber schieres Glück meinerseits, hätte auch La Dolorosa sein können, die uns die ganzen Tage in den Ohren gelegen hatte mit der Oberflächlichkeit der Amis Amis Amerikaner & ihrer nicht ernst gemeinten Freundlichkeit, La Preziosa, die das Personal muffig haben will, damit sie sich der Realitätstüchtigkeit der Diener sicher sein kann, oh how reality sucks. & La Dolorosas Klagen über das harte Grenzregime der Amis Amis Amerikaner & was sie alles wissen wollten von ihr (als ob man etwas hätte wissen wollen von ihr) („und es ist so kalt hier, können Sie bitte die Heizung anmachen das Fenster aufmachen die Heizung doch wieder ausmachen nicht so freundlich sein nicht immer so unmotiviert lächeln nicht so oberflächlich sein mich einfach so ins Land lassen mir alles zeigen mich unterhalten mir sagen wie man die Seen die Orte die Vorfahren buchstabiert) und, hatte La Dolorosa geklagt, dass es hier in Minneapolis keine italienische Piazza-Kultur gab, Schande über euch, Midwesterner! Der Diner-Besitzer hatte erzählt, sein Vorgänger hätte sich im Winter besoffen aufs Snowmobile gesetzt & wäre dann in den See gefahren & ertrunken. So bin ich an dieses Diner gekommen. Was ist der Zweck Ihres Aufenthaltes? - Meeting 2 of the scribe tribe. – Romance or mystery? – Mystery, I said. Of course. – Oh, there are bloodstains in your passport. So that’s what I call a mystery.
Down right here. Break blow burn. Die Lady rechts schnarcht jetzt. Die Lady links ruft noch ihren Tribe an & sagt hey Leute, bye bye, ich fliege jetzt & und dann fliegen wir & ich liebe sie beide, bi-amorous me. Ausgezeichnete Lebewesen, dachte ich, ausgezeichnete Lebewesen aller Art, Trapper, Eichhörnchen, playboys of a certain reputation, hydrogen bomb technicians & Emily Dickinson, hatte kurz drüber nachgedacht ob ich Elizabeth Wurzels Bitch!Buch kaufen sollte, in praise of difficult women & dann aber gedacht, wie billig das ist, stattdessen das Lob der amorous non-bitches, ausgezeichnete Lebewesen, almost extinct, Erin Brokovich type of girl, I owe you, oh I owe you so. Beim Essen jetzt (chicken? vegetarian curry?) geht das jetzt ruckzuck bei den fetten Ladies, fünf Minuten, nicht länger, der Salat das Italien Cream Dressing das Brötchen das Stück Butter das Cream Cheese Spreading das Uncle Ben’s Szechuan Chicken das Käsedreieck in Cellophan verschweißt der kalifornische Weißwein die Dose Sierra Mist der Schokoladekuchen & hinterher hungrige Blicke auf meine Cracker meinen Käse meinen Schokoladenkuchen & soll ich sie füttern ihren Hunger stillen & was sagt die Etikette in solchen Fällen, seh’ doch, dass du noch lange nicht genug hast.
[Ihre Anfrage konnte nicht authentifiziert werden.]
"27. VI. 71," for example, records a morning’s thoughts, beginning with the exclamation "sundaysundaysundaysundaysunday," and then observing the essential elements of the day: "empty walks," a "single bird," a "blue sky." The enumeration leads to a crisis, "EMPTY AND ALIVE" repeated three times going down the page. Blackburn notes his simplest acts—fastening his belt, washing, writing in his diary—made difficult by pain. Yet this pain, in an apparent contradiction,makes the present vibrant. He notices "the promise of death" in the daylight spilling across the objects in his room; with the "window open, the day comes in, o fade the carcinoma […]." This blending of diction is remarkable—the contemporaneity of " carcinoma" juxtaposed with the Romantic apostrophe "o fade." Finally there is a bitter turn as he struggles to slip out of death’s trap, when he parodies the song "The Girl on the Flying Trapeze": the cancer "floats thru the blood / with the greatest of ease . the pain goes and comes again […]."
Links trägt dieses Basecap, diese Heidizöpfe, dieses Froschgrün, diese lustige Handtasche, von der Sorte, die sich mutig anzieht, damit man nicht denkt, es würde ihr etwas ausmachen, fett zu sein. Oder so ähnlich. Menschen die sich mutig anziehen, das Goforit, dem du irgendeine Verzweiflung ansiehst (fup ucked, as we used to say) („hör doch endlich auf, mich zu analysieren!“) (möchte mir sagen können dass ich aus anderen Gründen angesehen werde als ich angesehen werde) (ihr Glück dagegen, das darin besteht, nicht wahrgenommen zu werden, wie sie sich in die Ecke gedrängt fühlt, sobald man sie wahrnimmt, auch wenn es nur Bewundern Bestaunen Tollfinden ist was man empfindet. Coming from a big family, hab genug davon beachtet zu werden…}(denk nicht so viel nach über mich, stört mich, wenn du das tust). Rechts hat diese Rapunzelhaare, bis zum Gürtel hinunter lang und dick und voll und saftig und glänzend (& die schönen Haare & gepflegten Hände dicker Frauen & gestärkten Blusen & Beauty Cases mit Feuchtigkeitscreme) & nur beim Essen ist sie ein slob (Orthographisch ähnliche Wörter – Englisch: blob – glob – snob – slab – slub – slow – slot – slop – slog – sloe) & hat sich angesabbert beim Essen (ausgezeichnete Wörter: Batzenlübbel, Tränzbattel) & danach, beim Jim Carey-Film (sort of John Doe) so laut gedreht, dass ich alles hören kann, was in ihrem Kopfhörer gesprochen wird. Hat diesen grobmaschigen Pullover an. Kann mir jetzt vorstellen wie sie in ihrer Wohnung sitzt & Godard-DVDs ansieht oder Rainer Werner Fasswunder und dazu diese Schweineborstensnacks isst & glücklich ist Deux ou trois choses que je sais d’elle & was magst du lieber, die rechte oder die linke Brust & magst du meinen Nabel & magst du meine Anti-Anorexie-Rebellion (könnte meine Hand in dieser Bauchfalte verstecken zum Verschwinden bringen [quer, nicht längs, so schlimm ist es auch wieder nicht, andererseits habe ich ja große Hände] [PJ, die erzählte, am liebsten hätte sie Chopin gespielt, obwohl Chopin für Menschen mit größeren Händen komponiert hätte]
& dieser Umstand, dass du über den Körper fetter Frauen nicht nachdenken darfst weil das Nachdenken schon die Verletzung ist das Wahrnehmen immer so denken als gäbe es sie nicht & dass du über Körper anderer Menschen nie nachdenken darfst schau an meinem Körper vorbei in mich hinein (als Mitglied der Menschheit habe ich ehrlich gesagt genug davon wahrgenommen zu werden. Würdest du bitte aufhören mich wahrzunehmen würdest du bitte nicht über mich nachdenken) & so sitzen wir, ein BLT-Sandwich, three in a row, & nehmen einander nicht wahr (& diese seltsame Frage: wo gehen die Atome hin, die gerade noch da waren, bis man sich gesetzt hat & wo geht die Luft hin, die ich verdränge, seltsam, so etwas wirklich zu denken: Raum-Zeit-Kontinuum statt disruptive stuff, nie gewusst, wo für einen Physiker ein Körper aufhört oder anfängt [oder für mich])
& Links schreibt in ihr Moleskine, das sie aus ihrer originellen Handtasche genommen hat Now that it’s officially Monday .... ... to Amsterdam ... do not know ...
(aber wissen wir je?)
& dann landen wir & bin aus dem Sandwich heraus &
[die stunden der kleinen empfindung]
Lass mich lieben von dir, bis es dir wehtut.
Four jobs I’ve had Akkordarbeiter Nachhilfelehrer Kindergärtner Journalist
Four movies I can watch over and over La maman et la putain Gespenster Brown Bunny Lost in Translation
Four places I’ve lived Linz Wien München Hamburg
Four books I recently read and liked a lot Siri Hustvedt: Was ich liebte Andreas Mand: Paul und die Beatmaschine Raymond Carver: Kathedrale Hubert Fichte: Die zweite Schuld
Four places I’ve vacationed Bormes les Mimosas Russell Bay Bellport, Long Island Sidney
Another four movies I can watch over and over Die Donau rauf A nos amours Die Beischlafdiebin Mein langsames Leben
Four of my favorite dishes Risotto Pad Thai Lemon Fucked Chicken Thai Beef Salad ("If in doubt: grill fish!")
Four sites I visit daily Flickr Furl Last.fm Antville
als der rioreiserbruder heut morgen im kulturzeitinterview sagte, an der rioreiserbiografie würde ihn stören, dass sie täte, als wär im rioreiserleben in den letzten zehn jahren alles auf den tod hinausgelaufen, hab ich bloß gedacht: ja, was denn sonst? ja, bei wem denn nicht?
Die Untaten der Schüchternen.
Elfriede Gerstl in Fichtes Zweiter Schuld.
Sie sind so jung, so vor allem Anfang, und ich möchte Sie, so gut ich es kann, bitten, lieber Herr, Geduld zu haben gegen alles Ungelöste in Ihrem Herzen und zu versuchen, die Fragen selbst liebzuhaben wie verschlossene Stuben und wie Bücher, die in einer sehr fremden Sprache geschrieben sind. Forschen Sie jetzt nicht nach den Antworten, die Ihnen nicht gegeben werden können, weil Sie sie nicht leben könnten. Und es handelt sich darum, alles zu leben. Leben Sie jetzt die Fragen. Vielleicht leben Sie dann allmählich, ohne es zu merken, eines fernen Tages in die Antwort hinein.an franz xaver kappus, z. zt. Worpswede bei Bremen, am 16.juli 1903 [& emailed to me, z. zt. in den fragen, von jemandem, der mich lesen kann]
sat1-nachrichten gerade: "auch er selbst fühlt sich wie ein fall für die abrissbirne".
Manchmal in den letzten Monaten habe ich mich gefragt, was ich eigentlich will. Es fällt mir aber nichts ein. Ich will in einem Raum sitzen, rauchen, schreiben. Ich will in einem Bett liegen, reden, Musik hören, mit ihr schlafen, rauchen, reden. Ich will in einem Kino sitzen, sie manchmal ansehen, wie sie den Film ansieht. Ich will in einer Bar sitzen, trinken, reden. Ich will in einem Restaurant sitzen, essen, trinken, reden. Manchmal glaube ich, ich bin verloren. Man muss mehr wollen. Ich aber habe nie etwas gewollt. Eigentlich nur zum Abendessen gerufen werden nach einem Tag in meinem Zimmer, rauchend, schreibend, abendessen, reden, ins Bett gehen mit ihr.
werner, wie er gestern nachmittags von den vollautomatischen beatmungsgeräten für frühchen erzählte, an denen sie arbeiteten, 400, 450 gramm (& wie ich mir das gleich, vollautomatisch, in das bild handtellergroß übersetzte), 23. woche, die berechnung des nötigen durch artificial intelligence, das kann eine maschine besser als eine überlastete schwester, geht um milligramm dabei, kurz hinterher die erzählung über seinen kollegen, der ein weblog eingerichtet hätte, um seinen aufstieg auf den mount everest zu dokumentieren, und bei der letzten etappe ums leben kam.
monika, die erzählte, es hätte ein treffen der merkursiedlungskinder mit der alten frau stummer gegeben, die immer noch lebt, ja doch, vorbeihuschende phantasie von lauter erwachsenen in den besten jahren, die wir mit allen anzeichen der zerknirschung der alt gewordenen frau stummer all die eislutscher zurück brachten, die wir damals gefladert hatten, kurz über die tiefkühltruhe gebeugt, twinny und jolly unters t-shirt gesteckt und mit dieser kälte auf dem bauch unauffällig aus dem laden marschiert.
Am Ende der Nacht gibt es immer Frühstück. Kaffee und Croissants.
Every time you laugh, smile or frown, these facial movements can crease the skin. With time, these recurrent tensions form expression lines: crow's feet, wrinkles on the forehead and between the eyebrows and nasogenian lines which gradually become deep wrinkles. Your features become set and your face loses the expression of its youthfulness.Retin-Ox Correxion, Beipackzettel.
[so don't laugh, smile or frown. die botoxisierung der pflegenden kosmetik. das x und das ox in den produktnamen, analog zu den ipod-me-toos. symptomatische lose-lose-situationen des 21. jahrhunderts.]
Wenn jetzt jemand in mein Weblog hineingesehen und sich gefragt hat, ob mir etwas widerfahren ist.
Was den Text in eine körperliche Lebensäußerung verwandelt, Atmen, Herzschlag vergleichbar. Der Weblogtext ist der Spiegel, den man sich selbst unter die Nase hält: beschlägt ihn das Leben noch?
In Wahrheit habe ich Stifter gelesen.
In Wahrheit habe ich auf Balkonen geraucht.
In Wahrheit habe ich auf dem Fahrrad gesessen.
In Wahrheit habe ich Windhunden zugesehen.
[Die Sehnsucht nach einem Leben, in dem sie einen Windhund hätte.]
Das Leben auf den Inseln.
Mein Bildschirmschoner ist jetzt von Kafka. Nicht mehr von Diesel.
Andrew Blakes Pornografien. Atmen, ein- und ausstülpen, puckern. Anemonen, Seegurken im Wasser, ein Wehen hin und her. Moderato plantabile.
"Ich setze meinen Fuß doch nicht auf eine Yacht, die kleiner als 60 Fuß ist."
"Stylish creep"
Sozialdemokratischer Justizminister, an den ich mich noch erinnere: Christian Broda und seine Idee einer gefängnislosen Gesellschaft.
Dass der Sozialismus den Leuten mittlerweile als eine viel verrücktere Religion erscheint als all die zweifellos noch verrückteren Religionen. Vielleicht ist das aber auch nur Realismus. Wunder von sich selbst, seinesgleichen erhoffen?
Das Erniedrigende an den Zuständen ist, dass sie einen permanent dazu nötigen, das Denken für so was von sinnlos zu halten.
Ich wäre so gerne ein öffentlicher Mensch. Aber das wäre etwas völlig anderes als über das Private öffentlich zu reden.
Frühstückfernsehen: "Der Unterschied von uns zu den anderen ist: Wir sagen es offen und ehrlich vor der Wahl."
Im Flugzeug nach Hamburg auf 5 B gesessen. Auf 5 A und 5 C saßen zwei Männer aus derselben Firma, zwischen denen mich der Quick-Check-In-Automat plaziert hatte. Irgendwann begannen sie, während ich die SZ und die FAZ las (zwei erbitterte Leserbriefe, in denen das Wort Mittelosteuropa gegeißelt wurde, das die FAZ statt Ostmitteleuropa verwandt hatte), sich an meinem Nacken vorbei darüber zu unterhalten, ob der Terminplan irgendeines Projektes, mit dem einer der beiden beschäftigt war, auch eingehalten werden konnte. Man war guter Hoffnung. Allerdings gab es (kleinere, lösbare) Probleme mit dem Budget. Das Programmierer-Unit stammte aus Polen, saß nun offensichtlich fern der Heimat und der Lieben in irgendeiner deutschen Stadt und programmierte schon seit einigen Monaten. Irgendwann mussten sie wieder zurück. Es gab aber kein ausreichendes Budget für Wocheendflüge. Sie mussten aber auch zurück, um die Steuergesetze nicht zu brechen. Ein paar Monate in der deutschen Provinz zu sitzen ist keine Dienstreise mehr. Wer aber sollte die dann anfallenden Steuern bezahlen? Die Programmierer konnten nicht, die Firma wollte nicht, sonst wäre das Budget über den Jordan. Man beschloss, die Sache den Anwälten zur Prüfung zu übergeben. Zwischendurch schnappte ich eine Summe auf. Sie war vierstellig. Mein Gott, dachte ich, wie popelig Kapitalismus geworden ist.
[Ohnehin altes Problem von mir. Dass ich mir den Kapitalismus immer noch als eine Veranstaltung ausmale, die Zastillionen bewegt statt Cent-Beträge für Klingteltöne, Brötchen, polnische Programmierer. Man stellt sich den Gegner gerne großzügig vor, aus irgendeinem Grund, um sich selbst nicht so kleinmütig zu fühlen bei der Kritik. Dabei ist er das nicht. Kapitalismus ist eine Veranstaltung wie eine Sudoku-Tabelle. Man schiebt in Tabellen-Zellen irgendwelche Summen hin und her, radiert wieder aus, wird ganz wuschig, wenn es nicht aufgeht.]
Trains and boats and planes are passing by.
Die Vorstellung, dass Tillmans ein Freund wäre.
"Ich habe am Sonntag fast geheult, als ich in der FAS sein Foto der Venus vor der Sonne gesehen habe."
Kunst nur noch danach beurteilen, ob derdie sie gemacht hat, ein/e Freun/in sein könnte, sollte.
Geschlechter nur noch im Bett.
Zwei, drei Passagen aus dem Kommunistischen Manifest, gleich wieder merken, wie elend mit dem Manifest verglichen alle Texte sind, die das Manifest zitieren.
Die Entstehung der Moral aus dem Verliebtsein. Was immer es ist, es soll dir nicht schlecht gehen dabei, meinetwegen.
Meine nie zu Ende geschriebene Dissertation über das Ethische des Mimetischen bei Adorno. Siehst einen Menschen an, kannst nicht mehr böse sein, siehst ein Tier an, kannst nicht mehr böse sein, siehst Flickrfotos an, siehst Weblogs an, streams of love. Social Software: Werkzeug, das es ermöglicht, so miteinander zu sein as if fallen in love. Tillmanfotos.
Stifter, dem die Selbstmörder durch die Texte laufen wie anderen Autoren Mensc hen, in die sie sich verlieben könnten.
Man sieht vor lauter Wald die Bäume nicht, an denen man sich erhängen könnte.
Die Großzügigkeit der Liebe bei Stifter (und seinen Zeitgenossen, of course): Wie schnell einer eine mit Liebesbeteuerungen überhäuft wird, der eine Blick, das eine Gespräch, das dazu genügt. Wann ist damit begonnen worden, das als Schwärmerei abzutun und dem Schwärmen mit dem Misstrauen zu antworten? Das kannst du jetzt nicht sagen, das kannst du jetzt noch nicht sagen, das kannst du nur zu einem einzigen Menschen sagen, das kannst du nicht zu oft zu einem Menschen sagen. Sonst verbraucht es sich.
Selbstverletzung durch Misstrauen.
Stadler: "Sie waren aus irgendwelchen, aus unerfindlichen Gründen gleichzeitig geboren worden."
Frühstücksraum, an einem Tisch am anderen Ende sitzt einer, der aussieht, wie Foucault auf den späten Fotos ausgesehen hat, zittert unaufhörlich beim Essen und Zeitungsseitenumschlagen, Parkinson oder irgendein anderer Nervenschaden, grandios daran: dass nichts, nicht der kleinste Krümel danebengeht, ein makellos heller Sommeranzug, wenn er schwarz zu tragen beginnt, hat er kapituliert.
Erinnerung daran, wie ich damals auf Gran Canaria gemeinsam mit dieser Zirkustruppe mein Frühstück genommen habe, die Tod Brownings "Freaks" als Theaterstück re-inszenierte, ein Haufen von Zwergen, Krüppeln, Verwachsenen und ich, Gott, was für einen Spaß wir an diesem Morgen hatten.
Gran Canaria, wo er gestorben ist, von seinen Freunden zum Sterben hingebracht, als sie wussten, dass es nun zu Ende ging, auf einer Luftmatratze liegend, in den Himmel schauend, im Wasser schaukelnd, festgehalten von ihnen, verhaucht. Immer noch hin und wieder der Gedanke: Dass es genau so sein müsste, das Sterben, in Wassern liegend, en commun, sich verschaukelnd, Styx.
Constant, Wolfgang Bauer: Zu viele Tote, way too much.
Patti Smith Anna Karina Joanna Preiss Jean Rhys Violette Leduc Veruschka von Lehndorff Sophie Coppola Sophie Calle
Einmal im Monat die Stadt wechseln.
(morgen mehr)
Man ist vielleicht ein wenig erleichtert, Graham Mason nicht gekannt zu haben, vielleicht aber auch enttäuscht. Der Nachruf auf ihn im Telegraph ist, in a way, mit einer Feder geschrieben, die in die Tinte reiner und inniger Liebe getaucht wurde. [via Slate, das diesen Text zu Unrecht für witzig hält.]
With BBC Television News he reported from the Northern Ireland troubles, and in 1975 took another year out to run a bar in Nicosia. It happened to coincide with civil war, and he and Marsh Dunbar were lucky to be evacuated by the RAF. From then until 1980 he worked for ITN. One day he was found asleep under his desk, drunk. It was something of a low point.He was living with Marsh Dunbar in a flat in Berwick Street, Soho. A fire there sent them, fleeing bills, to a run-down council tower-block on the Isle of Dogs. The compensation was a view of a sweep of the Thames towards Greenwich. He worked while he still could managing Bobby Hunt's photographic library.
Graham Mason cooked Mediterranean food well, liked Piero della Francesca and Fidelio, choral evensong on the Third Programme and fireworks. After Marsh Dunbar's death in 2001, with almost all his friends dead, he sat imprisoned by emphysema in his flat, with a cylinder of oxygen by his armchair and bottles of white wine by his elbow, looking out over the Thames, still very angry.
Frühmorgens vor dem Computer, Frühstück (Tee, Zigaretten, Internet), in meinem Weblog schickt mich jemand, den ich nicht kenne, in einen alten Text in der Jungle World, Adalbert Stifter & Rainald Goetz, in meine Dankbarkeit läutet das Telefon, ich solle herunterkommen auf den Parkplatz vor dem Haus und mit auf den Markt, M. erzählt von der windstillen & deswegen spiegelglatten Alster, auf der sie gerade anderthalb Stunden lang gerudert hat, what a glorious day, she says, wann haben wir eigentlich damit begonnen, in unseren Konversationen so viel auf englisch zu sagen, und wann ich damit, so viel auf englisch zu denken, die Sprachen, die der Körper für einen aussucht, es muss der Körper sein, der das tut, auf dem Markt sagt jemand ich sag mal tschüss, wir kaufen Käse, Brot, Himbeeren, Kirschen, und sie zwei Arm voll Blumen, wir freuen uns über das unbebaute Grundstück gleich neben dem Markt und ich mich über meine Vorstellung, dass die Frau, der die Wiese gehört, es niemals über sich bringen wird, ihre Wildnis zu verkaufen, auf dem Heimweg fahren wir an dem Bungalow vorbei, den sie mir neulich im Internet gezeigt hat, weiße Quader, Mies van der Rohe-Style, der Volkspark liegt gleich um die Ecke, hier könnte man einen Hund haben, sage ich, der Saluki, von dem sie immer redet ("wenn du einmal tot bist, werde ich mir einen Saluki zulegen"), wieder im Auto spricht jemand im Radio über die Cowboy Junkies, über die Trinity Sessions und über die neue CD, ich sage, dass ich Margo Timmins immer schon sofort hätte heiraten können, der Art wegen, wie sie singt, wenn ich Margo Timmins höre, sage ich, möchte ich sofort wieder auswandern, in die amerikanische Leere hinein (die kanadische kenne ich ja nicht), eine zerfallende Farm haben, verschwinden, eine Helmut-Salzinger-Existenz, something like that.