das in der nun schon über ein jahr andauernden erinnerung immer noch wachsende unangenehme [achselzucken, "doch nix kapiert"] der lektüre von didions "das jahr magischen denkens": wie darin dunne, der verstorbene, nicht vorkommt, keine schilderung, nichts, nur dieses im kreis rennende verlustgefühl didions, fast (irgendwie) beleidigt, dass er gestorben ist, pampt, wie eine fahnenflucht beschrieben, nimmt ihm den infarkt persönlich. unangenehm eben. irgendwann, dachte ich, mit jedem weiteren kapitel, muss dunne doch vorkommen, er kam aber nicht vor, als hätte es ihn gar nicht gegeben.
[daraufhin dunne-bücher gelesen und ihn sofort viel lieber gemocht als didion. in irgendeinem didion-essay-band schließlich einen nachruf auf einen ihrer freunde gelesen, passagen gefunden, die im magischen denken, dort auf dunne bezogen, standen, sofort "trauer-copy&paste" gedacht, unangenehm]
zwischen den jahren markus werners "am abhang", zwei, drei tage lang begeistert gewesen (das billige an mir: die begeisterbarkeit durch stil, virtuosität, jonglage), dann, am dritten, vierten tag plötzlich wütend: gedacht, dass man mit einer erzählung kontern müsste, dringend, in der die frau, ich-erzählend, diesen beiden pfeifen alles zurückgibt. jeder sie sich nach seinem eigenen bilde, aber jetzt eben - nicht mehr.
daraufhin bemerkt: meine zuneigung zu gerechten romanen, proust, pynchon, musil, joyce, bellow. seltsam.
lesebefehl
die schriftstellerin alexa hennig von lange
1720
Had I known that the first was the last
I should have kept it longer.
Had I known that the last was the first
I should have drunk it stronger.
Cup, it was your fault,
Lip was not the liar.
No, lip, it was yours,
Bliss was most to blame.
Enge des Denkens, o kränkende Beschränkung! O wesensgegebene Keks-Menge! Verzehrende Zwänge, fernere Dränge, o transzendente Klemme!
He knew that he was lost, and in making the discovery knew that he had in fact been lost for a long time. By a dialectic well known to those who habitually succumb to temptation he passed in a second from the time when it was too early to struggle to the time when it was too late to struggle.
wir müssen alle oberflächen schützen. alle. / ich finde, wir sollten uns auf keinen fall quälen. / komisch, ich hab ein ganz anderes ergebnis. bei mir passt es schon die ganze zeit. / ich geh nicht die notizen durch. // jetzt geh doch die notizen durch. am end des jahrs, da standen wir, und gingen die notizen durch. / denken: wer stellt eigentlich die stühle um die ganze zeit.
Zu beobachten ist hier die Permutation von Aktiv und Passiv; denn das besetzte Objekt fallenlassen, zum Beispiel, die Askese aufgeben, heißt soviel wie fallengelassen werden. Sobald Aktiv und Passiv austauschbar sind, kann man sicher sein, dass hier eine Logik des Affekts ihre Spur hinterlassen hat. (88)
hier hast du etwas, worin du frieren kannst. / ... / let's have a little moan put the world to rights sit back and watch it all slide by it's a view from a train pay somebody else to drive see the suits I see the suits sunning themselves on the steps of the supermarket and I think of you when I'm alone like this burning from the inside
(dickinson / pastior / murdoch / ? / fußnote 88 (??)/ ? / ring road )
le pingpong d'amour dernière am 2.12.07 von 13:00 bis 03:00 uhr. € 10. kosmos, karl-marx-allee 131 a, berlin
Wenn man nichts zu sagen hat einfach mal die Klappe halten.
... wer nochmal "content" sagt bitte den Mund mit Seife auswaschen.
from se Medientage.
"vanishing point theory of news":
... our interest in a subject is in inverse proportion to its distance (geographic, emotional or otherwise) from us. For instance, the news that my daughter got a scraped knee on the playground today means more to me than a car bombing in Kandahar.
via Steve Berlin
Das heisst dann fast zwingend, dass lokale und regionale Nachrichtendienste, Portale und Zeitungen Kartografie in weit besserer Qualität brauchen werden als bisher gewohnt. Mit GMaps sehe ich den Spielplatz der am Knie verletzten Tochter nicht - die Strasse vielleicht.
Weiter unten dann die Ableitung - was es denn nun heisst, wenn jedes Ding seinen Platz hat in der Welt und auf einer Karte:
1. Every single piece of data in the system has to be associated with some kind of machine-readable location, as precisely as possible.
- Where appropriate, data should be associated with a human-readable place (a bar, school, playground, park, or even neighborhood.)
Wenn also in der gelernten Wirklichkeit jedes Ding und jedes Ereignis einen Ort hat und sich communities um objects of sociality bewegen, dann haben schlaue Layer, Dienste und mapping services eine große Zukunft.
I need to be able to ask "What affects me" - und da wird es schwieriger. Wenn meine Tochter sich das Knie aufschrabbt, dann ist das für mich wichtig. Das gleiche beim Kind des Nachbarn: juckt mich nicht.
Die kartografischen Daten und hunderte verschiedener Ebenen, die informationsstiftenden Layer darüber sind eine Zutat. Herauszufinden was mich betrifft, relevant für meine Welt ist - das ist die schwierigere Übung.
Eben, im "Internet-Café" - 8 junge Menschen, neunte Klasse vermutlich. 6 davon loggen sich bei den lokalisten ein. Und während sie sich unterhalten schicken sie sich IMs quer über den Tisch.
Kennen Sie noch? Aus den Zeiten, als 640k RAM Standard waren. Stack overflow als Meldung, wenn nix mehr reinkam in den Speicher und nichts mehr raus.
Jabber, Mail, Wiki, Trac, GSM, ein 'berry und ein Festnetzanschluss. Und ein eher eruptiv gepflegtes Blog, der professionelle Informationsstrom in delicious. Und Xing und Facebook ...
Too many silos.
In wievielen communities kann ich aktiv teilnehmen? Wieviele Kanäle schafft man ... gerade noch so? Und welche bleiben übrig?
So schön sich Facebook anlässt: es ist eines zu viel. Zwei Wikis sind eines zu viel.
Was streichen?
Googles OpenSocial ist ziemlich genau, was hier skizziert wurde: ein Meta-Community-Connector.
Was es für alle anderen Medien, Marken und Unternehmen bedeutet, wenn Google auch die Interoperabilität von Communities mit APIs beherrscht - das muss ich mir noch ausdenken.
Hat Google damit gewonnen?
Deutungsversuche in den folgenden Postings.
seltene Fehlermeldung: Bandwidth Limit Exceeded The server is temporarily unable to service your request due to the site owner reaching his/her bandwidth limit. Please try again later. Apache/1.3.39 Server at sonicbomb.com Port 80
Bei der schweizer InfoWeek ein Interview mit Douglas Merrill, Vice President Engineering bei G.
Poesie der Ökonomie.
Erklärt u.a., was "quants" sind - meist fachfremde Mathematiker.
Weiter unten wird ein Herbert Blank zitiert, ein (mir dato ebenso unbekannter) "quant", der mit Algorithmen die Finanzkraft von Unternehmen zu beurteilen sucht:
"If you think you can find out what you need to know by going to see the management of a company, then I have nothing to say to you."
Die US-Ausgabe der CIO über ein Geschäftsmodell, das infizierte PCs in Tausenderpaketen abrechnet:
A client can ask in advance for a certain number of infections, say 1,000 infections for a $200 fee. Customers can also pay for loads based on country, IP addresses or other attributes. Once the job is done, the client receives a report—essentially an itemized bill—of the IP addresses where loads were successful. Then the perpetrators can pursue their goals: For example, they could potentially distribute spam, grab PC owners’ online banking information, or steal log-in credentials.
Huia! Die bislang nicht wirklich auffällige "European Network and Information Security Agency" (ENISA) hat ein "Positionspapier" zu Social Networks veröffentlicht - und legt den europäischen Finger in manche offene Wunde. Hier als PDF.
Via Golem.
NB.: das mission statement defending the future ist ... ein Oxymoron?
Die TAZ zur Münchner Soap um die Süddeutsche Zeitung: Viele Fragen. Alle offen.
verquer ist das, lieber Klaus Eck:
Bitte nocheinmal die zitierte Studie und ihre mathematischen Bedingungen lesen.
Da steht als Ziel der Untersuchung: selection of informative blogs in a network of more than 10 million posts. Und auf Seite 10, kurz vor dem Abbinder schränken die Autoren selbst die Aussagen ein: "popular blogs might not be the most effective way to catch information."
Und Sie machen daraus ein (sicherlich irre oft zu verlinkendes) "Ranking der Top 100 informativsten Blogs".
Der Dreisatz ist ja genau nicht "wer viele links setzt oder auf sich zieht ist der Zampano" - denn dann wären Linkfarmen und Spammer die informativsten Quellen da draussen.
Knapp daneben ist auch vorbei.
Falls Sie darüber mehr erfahren wollen, können Sie sich gerne bei mir melden. Ich stehe Ihnen gerne beratend zur Seite. file under: heisse Luft wird durch Verwirbeln nicht wärmer.
From se longtail - wenn man sich nur ein klein wenig für Technik und Technologiemarketing interessiert, dann ist das hier ein echter Whopper:
Lesehilfe
- Bedeutungsvarianten von "imply"
- die Quelle: ein kleines und eher spezielles Experten-Site
- Herr Schmitz: "senior executive vice president of the technology engineering center" - also kein Praktikant sondern der Chef-Auskenner
- Ort: Broadband World Forum Europe, 2007
Was kann man daraus lernen?
- könnte ein PR-GAU werden
- könnte ebenso unbemerkt und unterhalb des mainstream-Radar durchflutschen (wie mit Betong: kommt immer drauf an, was man daraus macht.)
- Herr Schmitz spricht nicht vom Netz eines Mitbewerbers sondern vom eigenen - also ist Sachkenntnis anzunehmen
- Wenn das ein Tritt vor das Marketing-Knie der Kollegen ist ... huia. Versenkt.
Arger wird es im Satz nach dem oben zitierten: He wants the Bertelsmans, Burdas and Googles of the world to pay Deutsche Telekom to deliver voice and video to German customers. DT doesn't have cable competition and the regulator may let them get away with it.
Oha! Hier steht also: "Wir (DTAG) können zwar nicht verlässlich 2MBit bis zum Endnutzer transportieren aber dafür dass wir das auch auch absehbare Zeit nicht können ("It doesn't scale") hierentlang, zur Kasse bitte."
Oder bringe ich 'was durcheinander?
edit: aus dem gleichen Beitrag, ein weiter unten:
Diese Querverbindung ist der Doppelwhopper: der "telefonisch-technologische Komplex" aus SIEMENS und DTAG baut sich ein geschlossenes System, das mutmasslich nicht nur an den Marktbedürfnissen vorbei geht sondern auch absehbar nicht mehr ökonomisch "manageable" sein wird.
Der arme Herr Schmitz was speaking in anger and almost certainly made a mistake.
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