[Knecht-o-rakel]
society of communities
Wobei: einen hab ich noch, Injektion durch Mr Basic und die Überschrift Twitter für DAUs erklärt: HFLLC. Tut nichts zur Sache.

Nehmen wir mal an, communities sind the next big thing. Nur mal für einen Moment.

Obacht: kopfig

Jeder Medienunternehmer baut sich eine community. Jede zweite Band, jeder zweite Verein und sicher jede Zeitung. Standards hat es keine, kleinster gemeinsamer Nenner wird RSS. Identity Management wird dann kommen: wer bin ich wo. Wo sind die Knoten und Kanten im Netz? Bin ich viele, einer, andere? Bin ich Knoten, Kante oder die Luft zwischendrin? Ersetze identity durch relationship und es wird ein Schuh daraus. Wie gehen wir mit den vielen Beziehungen und Beziehungsqualitäten um, die sich aus vielen communities, Blogs und Interaktionen ergeben. Beziehungen wollen gepflegt sein, gehätschelt und gefüttert. Das ist ernsthafte Arbeit, bedarf Zeit und Hingabe.

Könnte mühsam werden.

Die Utopie ist eine “society of communities“. Seltsamerweise hat Tante Google zum wesensverwandten Begriff einer society of wikis keine einzige Fundstelle. Geht es nicht genau darum im semantic web, daß zusammenfindet, was zusammen gehört?

Kann kaum sein, daß mir das als Erstem auffällt.
Bitte Widerspruch!

Zur “society of communities” finden sich einige Nennungen [1] und [2] und am nächsten dran (doch auch nicht, was ich einzuzingeln versuche) als “Cultural Diversity in Intentional Communities”. Inhaltlich geht diese letzte Nennung in eine ganz andere, soziologische Richtung.

“intentional communities” sollten sich formen, wenn man mit den anderen Mitgliedern wenigstens lose Interessen, Weltsichten, Neigungen teilt und Gespräche stattfinden. Austausch im weitesten Sinne.

unintentional communities” sind dann alle anderen?

Was es noch nicht zu geben scheint ist eine automagische Methode, mit der sich intendierte wie zufällige Beziehungsgeflechte community-übergreifend bedienen lassen. weia, das ist wirklich bissl spinös jetzt

Die zu erwartenden vielen, viiielen separaten communities und entstehenden Plattformen sehen - so weit ich das absehen kann - keinen Austausch mit anderen communities vor. Jeder macht das seine, die cultural diversity endet am Tellerrand der Plattform auf der man sich Identität und Beziehungsmanagement aufgebaut hat. Da spricht nichts miteinander ausserhalb und über mehrere Plattformen hinweg. Oder verkürzt: jede community steht für sich und versucht den lock-in maximal zu halten. Als Betreiber einer community wäre das mein erklärtes Ziel: möglichst viele Menschen einfangen und auf meiner Plattform halten, die Transaktionskosten (Aufwand, Zeit, Ärger, Informationsverluste) beim Wechsel zu einer anderen community-Plattform hoch halten. Ich würde die Abwanderung “meine” user so schwer als möglich machen wollen. Single-sign-on ist einer der vordergündigen Mechanismen doch keine weit reichende Lösung. SSO erleichtert das Identitätsmanagement, nicht das Beziehungsmanagement.

Sie werden wandern, die user-Flittchen. Von einer community-Plattform zur nächsten, zu einer neuen, die ein paar features oder Erleichterungen mehr bietet. Nichts und niemand wird das vermeiden können. Zurück bleiben Beziehungsfragmente, lose Enden. Wie im richtigen Leben.

Abbinder, eingekreist:
Ein Meta-Community-Connector steht aus. Blöder Begriff, es braucht einen besseren. Ein Werkzeug, mit dem ich Beziehungen und lose Enden aus Beziehungsgeflechten qualitativ verbinde, lebenszeitlich “managen” kann. Wenn ich will. Ein Werkzeug, das die Transaktionskosten beim lebensabschnittlichen Wechsel in andere “communities of interest” überschaubar machen hilft. Nennen Sie es wie Sie wollen.

Do you read me, Houston?


edit:
RSS löst das Problem nicht, es wird ein Problem.
---
sknecht, 15. März 2007, 10:33
comment    
 
Irene, Donnerstag, 15. März 2007, 11:38
Wollen Sie wirklich wissen, was der Blogger von Nebenan im Migräne-Forum postet?

... link  


... comment
 
kris, Donnerstag, 15. März 2007, 11:50
ist der peopleaggregator nicht sowas?
ich hatte das mal so verstanden. aber vielleicht auch missverstanden. bin zu wenig interessiert an dem thema.

... link  


... comment
 
micro_robert, Donnerstag, 15. März 2007, 12:24
Man könnte Open ID als schwachen Ansatz in diese Richtung sehen.

... link  

 
Open ID verifiziert Identitäten, nicht Beziehungen. Wie Postident nur elektrischzwonullig.

Ich zielte in meinem Besinnungsaufsatz das Management von nomadisierenden Beziehungen. Frei flottierendes Flottenmanagement quasi.

... link  


... comment
 
fabe, Donnerstag, 15. März 2007, 13:30
XFN? anyone? nur quergelesen, das hier, ich lass mich so treiben durch das meer der zeichen und staben... wenn man überall community sein muss kann man es auch gleich bleiben lassen vielleicht.

... link  

 
die wenigsten firmen werden ihre communities hinbekommen. die leute gehen zu denen, die ihnen taugen, und bei den anderen wird leere herrschen.

ist halt wie mit firmen-weblogs. vor 5 jahren konnte man vielleicht noch novelty-punkte ernten, wenn man ein firmenblog hat. schauen sie mal, wie viele cebit-blogs es gibt. kann mir nicht vorstellen, dass die jemand liest.

... link  

 
ad CeBit Blogs:
So wahnsinnig viele sind das auch nicht, zählt man die Firmen auf der Messe. hier und da ist das schon zusammengetragen.

... link  

 
ad Firmen-Blogs:
DISCLAIMER: ich verkauf' so was für Knallgrau
Das beginnt eben erst im DAX-Bewusstsein. Da ist noch ordentlich Luft.

... link  

 
XFN reichert Links an um Attribute wie "ist ein Freund", "kenn ich aus grauer Vorzeit".

Geht auf rudimentär in die Richtung.
Leider "quirky" weil es sich warumauchimmer nicht durchzusetzen scheint. Mir wäre es auch zu mühsam die Parameter bei jeder Interaktion mitzugeben.

Hach, was weiss ich.

... link  

 
oh, das wusste ich nicht
war auch nur ein willkürliches beispiel. wollte meinen, wenn jede firma ein weblog hat, dann interessiert das auch keinen mehr. dgl. mit communities. außer es ist extremst gut gemacht. aber das können die wenigsten.

... link  

 
wie alle offenen systeme, probleme. man kann zwar sich seitenweise die xfn-verbindungen anzeigen lassen, es fehlt (meines wissens nach) aber ein tool das _zusammenfasst_, verbindungen zeigt. also so etwas wie eine suchmaschine, die ihre kleinen roboter losschickt die seiten nach xfn-tags abzugrasen.

ich hab das aus neugierde mal benutzt, neulich mein blog von blogger.com auf eigen gehostetes wordpress umgestellt (nachdem man sich nur noch mit dem google-account dort anmelden konnte, das ging mir dann doch zu weit), wordpress hat für die links/blogroll dieses xfn-dingens implementiert so das es da relativ einfach ist das anzuwenden. hatte vorneweg irgendwo davon gelesen.

danke für ihre aufmerksamkeit!

... link  


... comment
 
blue sky, Donnerstag, 15. März 2007, 14:04
Wie es Frau Irene weiter oben illustriert: Der Wunsch nach (Teil-)Anonymität bzw. begrenzter individueller Zuordenbarkeit dürfte in vielen Fällen dagegen stehen, über verschiedene Communities hinweg Identität und Beziehungen zu wahren.

Das einzige wirklich praktische Problem damit - mal abgesehen von dem Lernaufwand, den jedes neue Community-System fordert - besteht für mich darin, immer wieder neue Benutzer/Passwort-Kombinationen ausdenken und pflegen zu müssen. Sobald Vertrauen und Wert einer persönlichen Beziehung (aus einer Community heraus) groß genug sind, wechselt man doch sowieso auf eine eigenständige Ebene mit E-Mail, womöglich gar Telefon oder Treffen, die jeweils eigene Möglichkeiten der Pseudonymität und Gruppierung eröffnen. Die Feinkontrolle darüber würde ich nicht abgeben wollen.

Oder meinen Sie ein Tool, das mir genau dieses "Identitäts- und Beziehungsmanagement" erleichtert?

... link  

 
Die Feinkontrolle (schöner Begriff BTW) will ich ja nicht im Mindesten abgeben sondern erst ermöglicht sehen.

Da knirscht es ja gerade.

Für multiple Identitäten (ein vergleichsweise einfacher use case) gibt es bereits und wird es weitere Varianten geben.

Für multiple Beziehungen in verschiedensten Umfeldern und Qualitäten (aka communities) fehlt ein simpler Ansatz und die Werkzeuge dazu.

... link  


... comment
 
sknecht, Donnerstag, 15. März 2007, 14:22
Jetzt fällt mir erst eine echt fiese Analogie ein:

Yield Management

completely politically uncorrect, non-PC, böse. Aber trotz allem evil eine psychologisch wohlerforschte Stellgröße in Soziodyamiken.

Wieviel Aufwand (Zeit, Empathie, Liebe) stecke ich in eine Beziehung um welchen gewünschten Ertrag (Zuwendung, Empathie, gehört werden, Rat bekommen, "dabei sein" usf.) zu erhalten.

Soziale Gruppenhydraulik.

Volkswirte! Ihr müsst das gelernt haben?

... link  


... comment
 
MH, Donnerstag, 15. März 2007, 17:21
One too many. Many too many.

... link  


... comment
 
supatyp, Donnerstag, 15. März 2007, 17:25
der ammi ist schon bei Web 4.0

... link  


... comment
 
kunstbetrieb, Donnerstag, 15. März 2007, 23:38
ich werde mir web 5.0 als marke schützen lassen.
neuer markt revisited.

... link  


... comment




---

random flickr pickr