Mittwoch, 8. Mai 2002

braucht mal wieder was, worauf man sich einigen kann. "Gerhard Schröder sucht den Schulterschluss mit den Intellektuellen im Land und findet dabei nicht immer Beifall. Jetzt hat er ausgerechnet Martin Walser auserkoren, mit ihm am 8. Mai, dem Jahrestag des Kriegsendes und der deutschen Kapitulation, im Berliner Willy-Brandt-Haus über „Nation, Patriotismus, demokratische Kultur in Deutschland 2002“ und über „die veränderte Rolle Deutschlands in Europa und der Welt“ zu diskutieren." Mehr: hier.





Im Rolling Stone: The 50 uncoolest records (that we love). Die gefetteten besitze ich oder habe ich mal besessen. Besessenheit is the word.

1. The Carpenters: Live at the Palladium, 1976 2. Andrew W.K.: I Get Wet, 2002 3. Biz Markie: The Biz Never Sleeps, 1989 4. Bread: The Best of Bread, 1972 5. Accept, Balls to the Wall, 1984 6. Freddie and the Dreamers: Freddie and the Dreamers, 1963 7. Neil Diamond: Velvet Gloves and Spit, 1968 8. Weezer: Weezer, 1994 9. The Fifth Dimension: Up, Up and Away, 1967 10. Various Artists: Freedom Rock, 1987 11. Burt Bacharach: Reach Out, 1967 12. Shania Twain: Come On Over, 1997 13. Venom: At War With Satan, 1985 14. Meat Loaf: Bat Out of Hell, 1977 15. The Moog Cookbook: Ye Olde Space Band, 1997 16. Hanson: Middle of Nowhere, 1997 17. John Denver: A Gentle Evening With John Denver, 1975 18. Perrey and Kingsley: The In Sound From Way Out, 1966 19. Supertramp: Breakfast in America, 1979 20. Kris Kross: Totally Krossed Out, 1992 21.  Rod Stewart: Blondes Have More Fun, 1978 22. Louvin Brothers: Satan Is Real, 1960 23. The Commodores: Commodores, 1977 24. George Michael: Listen Without Prejudice Vol. 1, 1990 25. Klaatu: Klaatu, 1976 26. Rick Nelson: Ricky, 1957 27. The Beach Boys: Love You, 1977 28. Haircut One Hundred: Pelican West, 1983 29.  Johnny Paycheck: She's All I Got, 1971 30. Sparks: Kimono My House, 1974 31. The Knack: Get The Knack, 1979 32. Vince Guaraldi, Greatest Hits, 1962 33. Bay City Rollers: Greatest Hits, 1977 34.  Pet Shop Boys: Actually, 1987 35. Johnny Mathis: Greatest Hits, 1962 36. The Monkees: Greatest Hits, 1976 37. Tesla: Five Man Acoustical Jam, 1990 38. The Electric Light Orchestra: A New World Record, 1976 39. Bob Seger: Night Moves, 1976 40. Hank Williams, Sr.: As Luke the Drifter, 1966 41. Barenaked Ladies: Gordon, 1992 42. Joe Meek: The Amazing World of, 1995 43. The Honeys: Collection, 2001 44. America: History: America's Greatest Hits, 1975 45. Cinderella: Long Cold Winter, 1988 46. Graham Gouldman: The Graham Gouldman Thing, 1968 47. Elvis Presley: Clambake, 1967 48. The Proclaimers: Sunshine on Leith, 1988 49. The Bee Gees: Bee Gees 1st, 1967 50.  Blue Oyster Cult: Secret Treaties, 1974





Dienstag, 7. Mai 2002

Fussballphilosophie.





erniedrigung




fehlt noch ein ordentlicher Text darüber, warum man Weblogs liest und welche Art von Lesen das ist. Im Unterschied zu Texten darüber, was ein Weblog ist und warum Leute Weblogs haben. Ich glaube, dass so ein Text der wesentlich interessantere wäre. Mal sehen.





Gestern erst im vorletzten Profil das Interview mit Pim Fortuyn gelesen. Und sofort gedacht: Das ist der Typ, der es schaffen wird. Diese Sorte von Rechts. Konsumistisch, irgendwie liberal, das alte Yuppie-Programm ins Politische übersetzt. Nicht rassistisch, sondern gegen die Armen, die armen Fremden, das Dörflerische, Hinterwäldlerische. Hedonistischer Mittelschicht-Zweidrittel-Gesellschaft-Rechtsgrobianismus. Eure Armut kotzt mich an, so in etwa. Und er hatte Recht, dass er sich von Haider, Le Pen entschieden distanziert hat. Das war eine neue Sorte mit einer Markenidentität, die so gut ausgedacht war, als käme sie von einer Werbeagentur. Scheisse, dachte ich, das ist der Typ, der Haider immer sein wollte, das ist der Typ, der es geschafft hat, das Houellebecq-Programm ins Politische zu transformieren, das ist der Typ, den die in Airport Lounges und den Macchiato Bars alle wählen würden, wenn es ihn hier gäbe.

Irgendeiner wird es kopieren, in einem Jahr dann wieder, vielleicht erst in zwei Jahren. Aber der wird Wiedergänger haben, da bin ich sicher.





als ich gestern mit meinem Sohn für seinen Bio-Test lernte und dabei auch den Übungsbogen Erektion abfragte. Hieß tatsächlich so.

Immerhin bin ich jetzt nicht mehr davon überzeugt, dass die Gallery Man Hole schierer Fake ist. Das Mission Statement: "This gallery has pictures of "Woman's Hole which people imagened when they were virgin and never knew the shape". Besonders hübsch fand ich dieses Bild:

diagram




Montag, 6. Mai 2002

Nie habe ich so gut gegessen wie in den acht Tagen, in denen ich in Sidney war, ist schon einige Jahre her. Nirgendwo habe ich bessere Kochbücher aufgetrieben, fanatischere Foodies an Nebentischen belauscht, in besseren Restaurants gesessen. Warum dort so viele Köche so unfassbar gut kochen, lässt sich nicht sehr schwer erklären. Sidney ist eine Einwandererstadt mit dem ein wenig ungewöhnlichen Charakteristikum, dass die Einwandererung in mehreren recht distinkten Wellen stattgefunden hat (italienisch, griechisch, asiatisch), zwischen denen jeweils jahrelange Pausen lagen, in denen die verschiedenen ethnic cuisines Zeit hatten, ihre Anhängerschaft zu finden, sich zu verfeinern, vor sich hin zu experimentieren; in Sidney gibt es viele Lesben und Schwule, in Städten mit vielen Lesben und Schwulen gibt es meistens mehr gute Restaurants als in Heten-Städten, die Leute gehen mehr aus, haben mehr Geld (weil kinderlose Doppelverdiener-Paare) für Genuss und mehr Geschmack; es gab keine gute originäre australische Küche, die man erst aus dem Feld hätte schlagen müssen (in Italien und Frankreich haben Neuerer es ziemlich schwer, weil dort schon die Volksküchen so verdammt gut sind); in Australien gedeiht das meiste Zeug, das man für eine gute Küche braucht, prächtig; und es gibt dort viele Leute mit Unternehmungsgeist, die ohne große Bedenken einfach mal experimentieren. Aus irgendeinem Grund gibt es in Sidney auch einen ziemlich guten Food-Journalismus, eher neugierig als auf Urteilsfindung aus, eher an Entdeckungen interessiert als daran, dem Leser zu sagen, ob er für sein Geld auch einen reellen Gegenwert bekommt. Die beste Food-Zeitschrift, die ich kenne, ist nach wie vor die - auch hierzulande an gut sortierten Bahnhofskiosken erhältliche - Australian Vogue Entertaining, die in jeder Ausgabe genügend irre Fusion-Rezepte enthält, um mich, der ich in meiner Oralfixiertheit keiner Seegurke, keinem Froschschenkel, keinem Pony-Steak, keinem Hühnerfuß und keinem Fünf-Chili-Gericht je ausgewichen bin, immer noch aufs Allerschönste zu verblüffen.

Schon gut, ich verliere mich gerade in sinnloser Schwärmerei. Worauf ich eigentlich hinweisen wollte, ist die ganz wunderbare Website Miettas. Dort findet man nicht nur Biografien der & Interviews mit australischen Kochgenies, sondern vor allem eine Unmenge von Rezepten, die für die eine oder andere Epiphanie sorgen. Ich empfehle besonders die Rezepte von David Thompson, in dessen Sailor´s Thai Canteen ich dreimal sehr glücklich gewesen bin; ein ziemlich geniales Ananas-Basilikum-Risotto von Antony Scholtmeyer, Kuni Ichikawas Hähnchen in Shiso-Blättern oder das rote Känguruh-Erdnuss-Curry mit Kokosreis von Andrew Blake. Falls sich das zu asiatisch anhört, liegt das an meinen Vorlieben, man findet am angegebenen Ort auch anderes.

Und die long distance dedication ist für Dich, Cat.





Damit das nicht in den Tiefen der Kommentare verschwindet: Das Camp Catatonia forscht nach einem die Arbeit erleichternden Werkzeug.

ich hab jetzt auf windows treepad, cuecards und keepinmind ausprobiert. für meine bedürfnisse haben die alle einen gewaltigen haken: keine unicode-unterstützung. daher nochmal ne frage: kennt jemand outliner, die in win2k laufen UND unicode unterstützen?
Zweckdienliche Hinweise am besten an diese Adresse.





warum die Amerikaner sklavisch jeden Scheiß nachmachen, den die Deutschen sich ausdenken? Und kann mir mal bittebitte endlich jemand sagen, wozu diese ganzen Retros gut sein sollen? Wie wäre es denn mal zur Abwechslung mit ein bißchen 2002?





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