Samstag, 23. November 2002




Freitag, 22. November 2002

oder du schreibst einen kommentar darüber dass es so schlimm auch wieder nicht ist und dass es eigentlich so schlimm nie ist und dass es nur eine deutsche lust ist immer alles schlimm zu finden und dass es immer schon krisen gegeben hat und dass uns selbstmitleid auch nicht hilft und dass in jeder krise eine chance steckt

und während du das schreibst fällt dir ein dass du das schon einmal geschrieben hast und dass du jedesmal wenn die stimmung im keller ist den auftrag bekommst einen kommentar über die deutsche lust am untergang abzudrücken

und du wünschst dir dass dir jemand den auftrag gibt einen kommentar darüber zu schreiben dass kommentare über deutsche befindlichkeiten auch nur ein klischee sind

und dann wünschst du dir wieder einmal dass jemand ein magazin gründet das ganz anders ist und du dürftest endlich sagen was du denkst und du hättest eine kolumne mit deinem foto von einem echten fotografen

und sie würden dein gesicht so anschneiden dass keiner sähe wie hoch deine geheimratsecken sind

und du müsstest nicht politisch korrekt sein

am besten wäre ja thomas ruff fürs foto oder lord snowdon ganz klassisch

und du hättest in jeder ausgabe eine ganze seite und unter deinem namen stünde: publizist

und dann fällt dir ein dass in deutschland natürlich niemand so ein magazin gründet

und dann setzt du dich hin und zündest deine rolfwinterpfeife an und schreibst den bestellten kommentar





du gehst da jetzt hin wo vor ein paar jahren krieg war du guckst dort nach wie es den leuten jetzt geht sonst guckt ja keiner nach den leuten du sagst in der anmoderation dass sie vergessen sind du hältst ihnen das mikro hin und dann fragst du sie ob sie wieder hoffnung haben und während sie sagen dass sie keine hoffnung haben nickst du mit dem kopf damit man sieht dass du mitgefühl hast sonst hat ja keiner mitgefühl und dann fliegst du weiter heim





der schlimmste reporter von allen

reporter brebeck

die reporter leder jacke für die

reporter krisenregion

die reporter kurz atmigkeit

das reporter mitgefühl

die reporter interviews mit den einfachen leuten





gestern auf einer presseveranstaltung der wiener touristeninformation gewesen, zu spät für die information gekommen, aber hervorragend getimed rechtzeitig zum essen, das dann bis auf die topfenknödel doch eher lieblos gewesen ist. beim tischgespräch wieder genau nach den zwei dingen gefragt worden, nach denen man immer gefragt wird, sobald das eigene pratergesäusel wahrgenommen wird. erstens: sitzen die wiener wirklich so viel im kaffeehaus herum? zweitens: wie ist phettberg wirklich? das mühsame an diesen fragen ist nicht, dass sie gestellt werden, sondern dass sie sich so schwer beantworten lassen. denn ja, natürlich, die wiener sitzen viel in kaffeehäusern, viele jeden tag, viele stundenlang, aber genau deswegen ist das auch nichts besonderes, über das man viel reden müsste, man sitzt halt dort, liest zeitungen, redet mit bekannten, trinkt kaffee und geht wieder, und wie alles, was man selbstverständlich tut, hat auch das keine aura. und was phettberg betrifft, kann man auch nur sagen: ja, er ist wirklich so. und dass man sich doch eher fragen müsste, was es bedeuten könnte, dass man bei durchs fernsehen zu einiger bekanntheit gekommenen menschen immer die frage stellen muss, ob sie wirklich so sind, wie sie sind.





"Sepp Daxenberger ist ein Mannsbild, das eine Lederhose vernünftig ausfüllt." (SZ Seite 3, 22.11.02)





seit einiger zeit habe ich das gefühl, mein körper beobachtet mich.





Donnerstag, 21. November 2002

Dass ausgerechnet Herr Merz sagte, die Regierung sei - wozu auch immer, ich habe nicht wirklich hingehört - "intellektuell nicht in der Lage", hat mich dann doch sehr belustigt.





Mittwoch, 20. November 2002

[1: saintes maries] [2: roussillon] [3: cassis]





Dienstag, 19. November 2002

Smarter Harper's Index





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