Dienstag, 28. Juni 2005

[1] monsoon showers arriving ahead of schedule (...) high relative humidity made the conditions uneasy in the afternoon. Tatsächlich atmet die Lunge nicht mehr unwillkürlich. Luft will eingesogen sein. Stellen Sie sich eine Biosauna nach einem Aufguss mit Pfützenwasser vor (draussen), dann einen neblig-kühlen Novembertag (drinnen).

[2] Die interkulturelle Kiste ist der entscheidende Punkt. Es ist eines zu lesen, wie Inder gemeinhin reagieren. Etwas anderes, gemeinsam zu arbeiten. Let alone the Amis.

[3] Die intrakulturellen Unterschiede zwischen Nord- und Südindern ist dann die Königsklasse.





Samstag, 25. Juni 2005

[1] nyt > The Boy King Has Left the Table: Tolle Geschichte über Stu Ungar, den "Jim Morrison of poker", gewinnen, verlieren, bluffen mit sehr viel Bravado.

[2] Bei Style.com: Paper power!. 14 Mikro-Magazine. Papier statt Weblogs.

[3]

ich, der erste nazi-sexpuppen-wissenschaftler der freien universität berlin!
[i:rrhoblog] > borghild, die sexpuppe der nazis, und ich

[4] Marloes ten Bhömer is a product designer, focussing on bags and products and on her shoe label

[5] edv ist ein verleih für künstlervideos. im artists' videos catalogue gelangt man zu den einzelnen künstlerInnen, von manchen arbeiten kann man ausschnitte (quicktime) ansehen.

[6] künstler: alois mosbacher


[7] wie geil ist das denn: Bike Kill 2004. Black Label Bike Club, Brooklyn NY. Und A hundred wheels of death: the brooklyn bike brawll

[8] in der neuen tour ein fahrradhosentest, manisch wie immer. für die männer werden hosen mit trägern getestet, für die frauen hosen ohne träger, weil sie 1. obenrum und 2. bei pinkelpausen unbequemer wären. klingt eine sekunde lang, als wäre nachgedacht worden, und dann fallen einem die eigenen versuche ein, in trägerfahrradhosen pinkelpausen einzulegen.

[9] anyway: das tour-fieber, das sich wie immer ein paar tage vor dem start eingestellt hat. und die übliche ungeduld, die erste woche mit den flachetappen betreffend.

[10] feiglinge!

[11] [fotografie, psychologie, identität] Bobby Neel Adams > couples Bobby Neel Adams > age-maps [via monkeyfilter]

[12] arte radio > syd barrett, spricht & singt 10:20 lang, französisch und englisch, my sister says there is no message, pas de message. some more tea?

[13]

eluxury.com, victoria beckham, krone am arsch

[14]

Sie will nicht mehr mit mir schlafen, solange ich nichts in mein Weblog schreibe
bruno haid hat endlich wieder etwas in sein weblog geschrieben, und ich hoffe so sehr, er will oft, dass sie mit ihm schlafen will.

[15] the paris hilton podcast [meine rätselhafte unergründliche liebe zum girl paris hilton.]

[16] 'Tis a silly film and contains some sauce language: All the Barbaras in the World

[17]

In gastronomical enterprises the management frequently elects to present art as a form of extraordinary room decoration. monochrom has decided to dedicate this very page to the breathtaking world of 'gastro-art'.
gastrokunst

[18] The Superficial - Because You're Ugly

[19] steak sauce: 33 months real simple > how long stuff lasts

[20] wort: breakup buddy. [new york times]

[20]

it's okay to say no to a celebrity, even when her name is oprah.
wp > oprah and the view from outside hermes' paris door [lassen Sie mich ergänzen: es ist so ekelerregend, abscheulich und widerwärtig, dass eine trulla die weltpresse mit ihrer ungezogenheit belästigt. es ist ekelerregend, abscheulich und widerwärtig, dass die weltpresse dieser trulla konzediert, sie könnte in dieser angelegenheit so etwas wie einen bedenkenswerten standpunkt haben.]

[21]

Natacha Lesueur: photographies 2004-2005

[22] liebes weblog, in den letzten tagen habe ich ausgesehen wie ein elefantenmensch. sogar m. hat sich erschrocken, als sie vom comer see zurückkam und meiner visage ansichtig wurde, oh mein gott, das muss doch höllisch weh tun. ja, es tat höllisch weh, obwohl ich mich die ganze zeit über fast nur von dolormin extra ernährt (und dabei den beipackzettel gelegentlich ignoriert) habe. andererseits fand ich es dann doch immer wieder faszinierend, dass über nacht zahnfleisch sich so entzünden kann, dass es sich schließlich anfühlt, als hätte einem jemand im maul einen ballon aufgeblasen. (und fühlen sich so auch schlauchbootlippen an?). und nach drei tagen antibiotika ging es auch wieder.

[23] michael ballack, diese mischung aus siebenjährigengesicht und verfolgender unschuld. wie ich bei jedem spiel hoffe, dass ihm jemand in der ersten minute völlig unabsichtlich die kreuzbänder nachhaltig ruiniert. [und ob sie bei den fifa-schiedsrichtermeetings wohl handouts über die schlimmsten schwalbenkönige austeilen?]

[24] happy birthday, caro.

[25] heute dieses relevanter realismus-manifest in der zeit gelesen. sofort gedacht, dass jetzt sogar die literatenmanifeste zeilen schinden, damit eine zeitseite voll wird und man wenigstens auf ein bisserl zeilenhonorar kommt.

[27] paar tage verreist. später mehr.





Dienstag, 21. Juni 2005

By the end of April it's hot, while May and June are very hot with temperatures rising to around 40°C. In July it is less hot but the humidity really hits, with all-day rain through August and September. Kein Spass.





Montag, 20. Juni 2005

gerade lautgeben.de und wahlblog.de gelesen. herrje, ist das alles eine ödnis. & noch öder, weil man ja weiß, dass es gar nicht viel besser ginge. wahrscheinlich gäbe es nur zwei sorten von wahl-weblogs, nach deren lektüre man sich nicht so mürbe vorkäme wie nach einer achtstundenzugfahrt im hochsommer gemeinsam mit einer kasernenbesatzung. 1. ein weblog, das sich nur auf nüchterne zahlen und dürre infografiken beschränken würde. anzahl der krankenstände. anzahl der nicht bezahlten überstunden. höhe der steuern, die große unternehmen entrichtet haben. entwicklung der kündigungsschutzklagen. einkommensentwicklung des top-level-managements im vergleich mit entwicklung der durchschnittlichen löhne, all so was eben, nur aus hochoffiziellen und völlig unanfechtbaren quellen. 2. ein weblog, das eintrag für eintrag feinsäuberlich die absichten und zwecke von politischen kundgaben erläutert. aber was für eine hundearbeit das wäre…





das allerbeste foto der letzten woche war allerdings gestern in der FAS in einem artikel über die bevorzugten restaurants der politischen klasse. wolfgang gerhardt sitzt im berliner cinque alleine an einem (mindestens) für sechs eingedeckten tisch, vor sich einen teller mit gegrilltem fisch (unscharf, ich kann mich auch irren), links daneben einen kleineren teller mit grünem spargel (die farbe des grüns lässt kurz blanchiert vermuten), außerdem ein teller mit pane carasau und ein glas weißwein, aber kein wasser. während wolfgang gerhardt, schon mit der gabel in der hand, auf seinen fischteller starrt, steht rechts neben ihm vermutlich der cinque-patron (kurzärmeliges schwarzes hemd, khakis, goldene uhr: kein kellner-habit) mit einer mehr als nur unterarmlangen pfeffermühle in den händen und dreht am mahlwerk (peugeot, so hoffen wir doch). und nein, es ist kein paparazzi-schuss.





Falls Sie sie noch nicht kennen (das könnte ja sein & ich wäre dann eifersüchtig auf Sie wegen des Umgeworfenseins, das Ihnen noch bevorsteht, ich aber schon jedes Mal erwarte): sehen Sie sich doch die Fotos von axelk an, Sie müssen bloß auf jedes Foto klicken, damit ein neues kommt, und ich glaube, es wird Ihnen dabei sehr oft wie mir ergehen, Sie werden viele dieser Fotos nicht glauben können, der Mund wird Ihnen offen stehen, Sie werden Ihre Bewunderung ins Nebenzimmer weiterjubeln, selbst wenn im Nebenzimmer gar niemand sein sollte, und Sie werden sich durchklicken bis ans Ende seiner Fotos und ein wenig enttäuscht sein darüber, dass es schon zu Ende ist.





entertainment weekly hat jetzt auch ein weblog: popwatch.





tokyotimes: der hello-kitty-motorradhelm





For Mr. van Noten mowing is a kind of meditation, complete with its own lotus position (seated upright, hands on wheel), New Age soundtrack (the infernal racket that drowns out all other noise) and aromatherapy (the smell of new-mown grass mixed with trace notes of motor oil and engine exhaust). "It's not artistic," he noted. "You don't have to think about what you're doing very much."
NYT > Dries van Noten mäht seinen Rasen selbst.




I know either fancy each other or are sleeping together, and yet I never even catch them looking at each other. All they do is email each other all day, and do very little work. They have this huge, ongoing opportunity"
Jaonna Briscoe, Guardian > Your cheating heart, über Untreuesortierkriterien.




bookforum: thomas laqueur rezensiert dagmar herzogs sex after fascism, die deutsche übersetzung erscheint im september 2005. klingt spannend & klug.

[gleichfalls im bookforum: ein kleines pynchon-special]





Wort: gay vague Quelle: new york times





das ist eine tolle geschichte: nyt > "miss leavitt's stars": the female computer erzählt von henrietta leavitt, der die astronomie reichlich kenntnisse über die entfernung zwischen sternen verdankt, obwohl sie doch nur eine art ein-euro-job für pickering's harem erledigen sollte.

The Harvard College Observatory, at the forefront of exploiting photography, accumulated half a million plates during the early years of the 20th century. To analyze the images, Edward Pickering, the observatory's director, employed a company of women, mostly students or graduates of Radcliffe College, to measure the brightness, color and position of each star. They were paid a minimal wage to carry out the drudgery, freeing up the male astronomers to spend their nights staring into space.

These female computers -- the word originally meant a person who did the monotonous, repetitive, tedious work, not the modern machines that do all that for us -- were able to find moments in between the drudgery to speculate about their data. And since some of them were brilliant, they made serious changes in astronomy.





diätwahn. intuition. große liebe. die verfrauenzeitschriftung der deutschen nachrichtenmagazine.





samstags am obststand im mercado olaf scholz gesehen, beim nachhausefahren an einem olaf-scholz-plakat vorbeigefahren, darüber gesprochen, mit welchem werkzeug aus der photoshop-palette man diese plakat-haare herstellt (ich tippte auf stempel), m., die sagte, dass das "bei haaren wie seinen" leicht ginge, ich, der sich fragte, ob sich der grafiker den haarstempel wohl abgespeichert hat, automatisierung, rationalisierung, workflow, Sie wissen schon. und dabei sah er am obststand, ohne haarstempel, so viel ansprechender aus als auf dem olaf-scholz-spricht-plakat.





tage in der eigenen sauce. und wie verdächtig einem gleich wieder die eigenen glücksschübe werden, zellhaufen, der man ist, auf immer dieselben stimuli anspringend, ah! sonne, ah! hitze, fährst mit dem fahrrad zickzack durch die stadt, in den alsterwiesen lesen frauen in sorgsam geplanter blitzweißer unterwäsche (boy's cut statt strings) die süddeutsche zeitung, das geschirrgeklapper in den straßencafés, gestern mitten auf der großen rainstraße stand ein klavier, an dem eine frau in einem altrosa kostüm the time of our lives spielte und ich trank dazu gletscherwein, willst dein handy zücken und alle, alle, alle anrufen, bloß um durchzugeben, wie grandios alles ist (& inbesonders hamburg im sommer, das räkelige aufwachen der stadt nach der regenzeit) und gleich wieder: kannst du nicht machen, zellhaufen, stimuli, sterbenslangweilige, sterbensdurchschaubare reiz-reaktions-schemata, die innere pavlovsche misttöle, mehr ist das nicht, gleich auf die to-do-getting-things-done-liste, important but not urgent: im nächsten hamburger herbst glücklich werden, bei regen im seitenwind.





[ & meine unverbrüchliche liebe zum schrabbeligen dorftennen-bass & dem typen der das links hinten stumpf runterschrabbelt & bambambam, immer ein bisschen zu laut, bis der song aus ist & kriegt mich immer sofort & das anti-virtuose daran & heaven is a place where nothing ever happens & sofort wieder dieser wunsch, in die swamps auszuwandern, nach ganz unten, schlitz beer und cajun und meine braut, für die ich alligatoren fange & ]





Sonntag, 19. Juni 2005

& das glaubt mir auch keiner, aber ich bin jung gewesen in einer epoche, in der einem die unbekanntesten und entferntesten reisbauern & fabrikarbeiterinnen schwestern & brüder sein konnten & man liebte sie sogar & in meiner erinnerung bilde ich mir ein, man liebte sie tatsächlich & arglos & wie man eben lieben soll: einfach so & wenn man etwas las über sie & wenn man fotos sah von ihnen, dachte man: schwester! bruder!

seltsam schäbige welt, die sich das nehmen ließ





[ & meine willy fleckhaus euphorie jedes mal wenn ich einen bibliothek suhrkamp-band aus dem regal ziehe ]





[ & meine unverbrüchliche nils minkmar begeisterung, heute die muffig herumstehenden möbel ]





[& noch immer kein urteil & ob das jetzt au ja der sommer oder oh gott & gedacht dass man so unschuldig auch einmal sein mag, einfach eine sonne drauf, ohne meta und irony & immer noch dieser wunsch, der mich vor anderthalb jahren angefallen hat, mir die waden tätowieren zu lassen & nicht die geringste ahnung, womit & was denn so haltbar wäre & schon gedacht: lorem ipsum etc., aber ist ja auch keine lösung]









warum eigentlich nicht, dachte ich, das ist immerhin ein wunsch von einiger wucht, nicht so mickrig wie wünsche sonst sind, & mir dann gleich selbst übers innere maul gefahren, bist jetzt völlig bescheuert, & gleich eine komplette gedankenvolte für die entfesselung der produktivkräfte, ist doch so, endlich roboterisierung & gesellschaftlicher reichtum für alle & all das.





diese merkwürdige angewohnheit, auf gar keinen fall den fuß auf den boden setzen zu wollen. wenn ich den boden berühre, bin ich tot. neulich ein mädchen gesehen, das blind über die straße ging, neben ihrer mutter, die auf sie achtgab, diese angstlust, noch einen schritt, noch einen schritt, bloß nicht die augen öffnen. dann wieder: meine distinktions-verachtung für die fahrradfahrer, die sich an pfählen festhalten. als ob sie so schneller wieder wegkämen. ich glaube, was mich stört, ist das langsam auf die rote ampel zurollen, damit der rückstoß beim festkrallen sie nicht vom rad birnt. das kommt mir so bike-potato-haft vor. und dann wieder: letzte woche langsam und immer begeisterter hinter einer frau hergerollt, die freihändig fuhr, eineinhalb kilometer lang, den kompletten anstieg auf der stresemann hoch, aufrecht und beide hände in ihrem schwarzen trenchcoat, wollte sie sofort zum trinken, essen, durchbrennen einladen, aber das traut man sich ja doch nie.





entwicklungen, von denen man sich wünscht, man könnte sie beweisen. übers wochenende in angelika taschens empfehlenswertem reader schönheitschirurgie gelesen. am lustigsten darin: dass fast jeder der befragten chirurgen auf befragen sagt, ja, er selbst halte sich für attraktiv ("frauen sagen, ich hätte aura" & all so was) - während man beim blick auf das dazugehörige foto vollautomatisch "träum weiter!" denkt. am mysteriösesten darin: die auskunft im genitaloperationsabschnitt, die durchschnittliche mitteleuropäische erektion sei 13 zentimeter lang. sofort gedacht, dass sie (wer immer, die aufklärerischen printmedien halt...) vor einem jahr bei 15 und vor zwei jahren bei 16 zentimetern waren. oder bei 14 und 15. ist ja auch egal. nur diese übliche ich-kann-mich-doch-genau-erinnern-das-gelesen-zu-haben-wenn-ich-nur-wüsste-wo-gewissheit, dass da offensichtlich so ein kleiner let's-get-real-ehrlichkeitstrend puckert. und die vermutung, dass das schon irgendetwas zu bedeuten haben wird. aber was? liebling, wir haben deine lügen geschrumpft? lasst uns realistisch werden, nach all den jahren? wir wollen nie wieder in illustrierten und non-fiction-büchern sätze lesen, bei denen wir uns minderbemittelt fühlen? du musst dich nicht schämen für deine mickrigkeit, wende dich doch an unser op-finanzierungslösungs-department? wenn wir schon angst vor der arbeitslosigkeit haben, wollen wir wenigstens nicht gesagt bekommen, dass wir vor noch viel mehr angst haben müssen? und: mist wieder mal, man müsste diesen ganzen albernen volksseelenkram auf der stelle markern und clippen und abheften, damit man ein paar jahre später belegen könnte, was da gerade im gange ist.

[unwillkürliche erinnerungen an redaktionssitzungen zu jener zeit, als viagra auf den markt kam. wie interessiert die jungs sofort waren, titelgeschichte, sofort, und in einem monat weiterdrehe. und ich mich immer gefragt: wieso das denn, ich dachte, männer according to you wären immer immer immer toll, gewinner, virtuos &sw. und warum diskutieren da jetzt der autor-, der motor- und der sport-redakteur plötzlich so interessiert mit und haben überhaupt kein problem mit noch einer medizin-coverstory? ah, männer, dumme dummköpfe. & wie froh ich immer wieder bin, von feministinnen, tomboys und bitches sozialisiert worden zu sein.]





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