Montag, 25. August 2003

Ein Archiv der Trennungen wäre auch etwas.





Am Morgen brachte ich sie zur Tür, hielt meinen Mund fest verschlossen, keine Telefonnummer, kein Name. Ich sehnte mich nach ihr, sah sie nie wieder, kein Suff brachte Vergessen. Die kürzeste Liebe meines Lebens fesselte mich lange.

Pauls kleines Weblog.





Wortfeld via Wörterberg.





"Greg Dyke, director general of the BBC, has announced plans to give the public full access to all the corporation's programme archives.
Mr Dyke said on Sunday that everyone would in future be able to download BBC radio and TV programmes from the internet. The service, the BBC Creative Archive, would be free and available to everyone, as long as they were not intending to use the material for commercial purposes, Mr Dyke added."

bbc news via jolog.





Sonntag, 24. August 2003

hoffentlich steigt der hsv endlich ab.





Ein halbes Dutzend Gartenbücher gesammelt. Es ist keines dabei, das mir Monat für Monat erklärt, was zu tun ist. Selbst in den ganz alten aus der Jahrhundertwende steht nur manches, was ich wissen will, scheint nicht bemerkenswert. Wann die Sommertriebe der verwachsenen Apfelbäume schneiden? Wann den Kompost umsetzen? Ist er reif? Wie Erdwespen vertreiben? Wann und wie tief umgraben, überhaupt umbraben, rigolen, lockern? Vorteile von Mulch gegen Grasabfall? Schneidet man Pfingstrosen zurück, wenn sie vergammelt sind? Wie gibt man Heckenrosen neue Kraft? Was gegen Mehltau an Stachelbeeren tun? Usw. Zweckdienliche Hilfen sind sehr willkommen.





Heute nachmittag aus einem Impuls, den ich selbst nicht verstanden habe, Schnitzlers Weites Land wiedergelesen (& wieder bewundert); mich gefragt, ob es bloß Dramaturgie ist oder doch ein Indiz für einen erst noch bevorstehenden, aber schon geahnten Untergang (in seinem Fall der 1. Weltkrieg), wenn eine Smalltalk-Gesellschaft sofort nach den Begrüßungsfloskeln und ohne jedes Crescendo über die allerernstesten, allerintimsten Dinge spricht. Ungefähr so: "Guten Tag, gut sehen Sie aus, wie geht´s denn Ihrem Mann" - "Schön, dass Sie mich besuchen, Sie müssen doch geahnt haben, dass ich ihn seit langem nicht mehr liebe". Es hat keiner mehr etwas zu verlieren, also kann man über alles reden.





Freitag, 22. August 2003

im heutigen sz-magazin ein vorabdruck aus dem letzten manuskript herbert riehl-heyses, einem buch namens "jugendwahn und altersstarrsinn", das im september erscheint. nicht besonders gut, denkt man (aber man hat über riehl-heyse texte ohnehin zunehmend gedacht, dass einem dieser plauder-sound auf die nerven ginge), aber man empfindet mitleid mit ihm, der krebs, der tumor, die gammastrahlen, und dann kollabiert das mitleid gleich wieder, denn da steht dieser satz:

"in israel hatte gerade ein 73-jähriger staatsmann einen 59-jährigen regierungschef beerbt, um - an der seite eines 77-jährigen außenministers - den vernichtungskrieg gegen kinder und jugendliche durchzuziehen, die so wenig zukunft für sich sahen, dass sie sich lieber gleich in die luft sprengten, an voll besetzten bushaltestellen." [kursivierung von mir]
gleich gedacht, dass es ja vielleicht der gehirntumor gewesen ist, hat aber auch nicht geholfen, das gedacht zu haben.





vorgestern übrigens (als journalist) von einer pr-agentur angerufen worden, die, von einem weblog-service angeheuert, mich auf ein bestimmtes weblog aufmerksam machte, das könnte doch etwas für Sie sein. war es nicht, aber ich fand es hoch interessant, dass weblogs nun schon reif für marketingunterstützung befunden werden. fragte mich natürlich auch, ob das weblog, dessen lektüre mir empfohlen wurde, vielleicht nur deswegen gegründet wurde, damit man etwas fürs marketing hätte.

keine namen hier, sonst geht wieder die öde deppen-flamerei los.





merkwürdigerweise zeigt news.google.de bei mir nur noch englischsprachige meldungen an.





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