Donnerstag, 27. Oktober 2005




"hat finger wie vinzenz murr"

[describe local produce]





"und wie geht es deinem bootie-call?" "die spielregel lautet: er ruft an."

[conversations with my used-to-be]





alles aufschreiben.





Mittwoch, 26. Oktober 2005

"hey, du weißt ja, dass ich gegen so sachen wie materialism und pimptum bin, aber ich will mir jetzt noch diese military-jacke, eine seven-jeans und ein paar schuhe kaufen. danach hör ich damit auf."

[the julia files: was ich bei käfer an der wursttheke gehört habe]





luv, oida.





Montag, 24. Oktober 2005

Der Wind schlägt Obstzweige gegen die Scheunenwand. Im Hof der verlassenen Schule wollen sie eine Menschenpyramide bauen, aber der Versuch ist allerhand. Der Baumarktleiter hält zum Beispiel außen rechts einen Besen in die Höhe, damit der Musiker aus dem Gasthaus Komet sich daran festhalten kann, dieser muß sich aber dazu leicht zur Seite beugen, wodurch der Nachtwächter des Service zu schwanken beginnt, denn der ist gezwungen, ein Bein auf den Kopf des Musikers zu stellen. Sie hatten auch nicht daran gedacht, daß das eine Bein des Nachtwächters kürzer ist als das andere. Schließlich schwingt der junge Schankbursch der Bierstube Landwehr ganz oben eine Fackel, und die andern drehn zum Schutz vor herabfallender Asche die Gesichter hin und her. Kurz, man hätte es auch besser machen können.

Ferenc Szijj





Sonntag, 23. Oktober 2005

painsong





nat finkelstein > edie sedgwick





The Lisa Fonssagrives Glove Gallery





Freitag, 21. Oktober 2005

die wohnung liegt total super: ich kann mit dem fahrrad zum käfer fahren.

[julia werner's dispatches from the fashion desk]





Donnerstag, 20. Oktober 2005

I have discovered that most of the beauties of travel are due to the strange hours we keep to see them

W.C.Williams: January Morning

checking in und checking out, die gesichter der rezeptionisten, 1905 is an early-out, an early-out, das gepackte gepäck, und wie selbstvergessen und verträglich man mit der zeit wird, wenn regionalzüge sich an langstreckenflüge anschließen, lücken durchqueren, das ist nicht geduld, das ist einfach ein mildes bewusstsein von vergehen, weggehen, fortsein, der halbentleerte blick, und wo die zeit hingeht, in terminals, geht sie immer von mir weg, in breiten bahnen, mehrspurig einen zubringer entlang, immer von mir weg, die formationen des wartens, drei mal pro stunde auf die uhr sehen, nicht öfter, ineinander die gesichter der sicherheitsmänner, ob mir das jemand gegeben hat - das feuerzeug? das hier? nein, das nicht, das ist meins, glaub ich, die stewardessen stellen fragen: did you say yes to ice? dann und wann heiter, privat, bösartig, alert auf engem raum und hohen, dann wieder flachen, dann bei der landung wieder hohen schuhen, und die romane, genau, die romane eigens für diese fahrten, sieben stunden aufenthalt in moskau, hinter einer säule, wie vertieft in waghalsige elektrik, die lektüre, 400 seiten, das müsste reichen und wie sich alles verwischt, als hätte das nervöse personal aus murdochs black prince (there is enough passion and sex and violence to satisfy anyone) im benachbarten schalensitz unaufhörlich auf mich eingequatscht, als wären sie alle mitgereist, und dann die zuckende und zappelige polin, die wirklich neben mir saß, und wie erleichtert ich war, als sie endlich einschlief, und wie sich das mischt mit den filmen, den vorübergehenden gruppen, den dichtern hier und dort, den sitznachbarn und uhrzeiten, das rechnet sich nicht, ich rechne minus 9, dann plus eins, du sollst doch nicht rechnen und diese harthufigkeit, wenn zwischendurch das handy klingelt, wenn jemand etwas will, und es nicht die freunde sind, und E. sagte einmal, dass das alles, die nervoesität und die erschöpfung daher komme, dass man versäumt, es seinem lebewesen zu erklären und ich fragte, wie würdest du das deinem lebewesen denn erklären, und sie antwortete: ich würde sagen: da ist allerhand land dazwischen, allerhand land, und machte eine große armbewegung dazu, und feueralarm in london, please leave the terminal immediately, und ich denke noch, den kaffee nimmste mit, damit kannste löschen, dann in irgendeinem gang herumstehen, ist das jetzt evakuierung? und dann wieder, heute morgen, in einem anderen gang stehen, rauchen, und über den berliner himmel ziehen in diesem moment von überall her kondensstreifen, ein graphisches ballett, nein, ein flüchtiges rennen, und dabei fast bedauernd die neujustierung der inneren uhr bemerken, zurück im büro aus dem fenster sehen, und während der rechner hochfährt die tastatur herumdrehen und schütteln. sie ist voller fremder wimpern.





Mittwoch, 19. Oktober 2005

Let's dream it, we'll dream it for free, free money, Free money, free money, free money, Free money, free money, free money, Free money, free money, free money, Free money, free money, free money, Free money, free money, free money, Free money, free money, free money, Free money, free money, free money, Free money, free money, free money, free.





Dienstag, 18. Oktober 2005

mein seltsames nomadisches leben gerade. im letzten monat: 4 tage new york, zwei tage hamburg, eine woche münchen, zehn tage hamburg, vier tage wien, jetzt nach hamburg, wäsche waschen, ab donnerstag früh wieder acht tage münchen. die alleinsein-schleifen, in die man gerät, wenn man ständig das gefühl hat, im transit zu sein. der koffer, der sich immer schneller packt, weil man irgendwann ohne irgendeinen gedanken doch auf die klamotten verzichtet, die man auch anziehen könnte, aber nie anzieht. die zwei, drei dvds, die man mitnimmt, ohne sie je anzusehen. die ausstellungen, die man in anderen städten ansieht, mit einem hunger, den man zuhause völlig verloren hat. wie man die städte schätzen lernt, in denen es an vielen orten public wlans gibt, in die man sich einstöpselt, um für eine halbe stunde inmitten der öffentlichkeit (café, straße, museum) privat zu werden. wien ist gut, weil es auf der straße auf der bank vor dem park, im mq und auf dem flughafen gratis-netze gibt. der laptop, das werkzeug, mit dem man sich diskretionslöcher ins leben gräbt. meine artikel, die ich mittlerweile überall schreibe, am wohnzimmertisch des bruders, im café prückel, auf dem bauch auf einer matratze liegend, in hotelzimmern, manche sind in zwei oder drei städten entstanden, obwohl sie kurz waren. die idee eines lebens, in dem man in vier oder fünf städten billige zimmer bewohnt, in denen immer dieselben klamotten, dieselben schuhe, dieselben kosmetika, dieselben espressomaschinen stehen und schnelle internet-zugänge. man könnte sich so ein leben ja mit drei, vier leuten teilen, müsste sich bloß absprechen miteinander. in wien michael baute getroffen. und matthias, den lomo-mann, der vor hundert jahren bei mir in hamburg ein paar nächte gepennt hat und mich vom fahrrad aus sofort erkannt hat. "ich verlege gerade die produktion von russland nach china". kommunikationen, die ständig ihre kanäle wechseln, reden, mailen, telefonieren, umarmen. sesshafte bücher und bücher, die man nur während des unterwegsseins weiterliest. die flickr-depeschen von unterwegs. die anrufe, wenn man gerade flughafencafés trinkt, in ubahntunneln steht, kannst du mitte november, hättest du nächsten freitag zeit. the frank, mit dem ich es nie schaffe, mich zu treffen, sms-geotagging, bist du auf der buchmesse, nein, muss nach münchen, oh wie schade. seltsames leben, ziemlich gut, muss gleich zum gate.





Nicht so schlimm, wenn man seine ratings im iTunes verliert. Öffnet den Blick.





Montag, 17. Oktober 2005
Es gedeihet wohl, Danke nochmals Herr Schmerles.




Hier liegt das Gesprotze mit Sicherheit nicht an der CIA.





Dienstag, 11. Oktober 2005

don't worry about the government





Freitag, 7. Oktober 2005
Alle Berater haben diese Stifte.




Selbstfahrer mit dem Tigerrad





und dachte, telefonieren könne man lernen. dachte, es müsse letztlich als serie gedacht werden, und selbst das auflegen noch als eine bewegung auf etwas zu. weite strecken. weit gefehlt. die stille, die eintritt, nachdem zwei getrennte stillen voneinander getrennt sind, ist nicht zu erlernen.





Dienstag, 4. Oktober 2005

vielleicht weiß ja jemand rat.

das problem: der ipod (3. generation, 40 gig) wird vom rechner nicht mehr als firewire hd gebootet.

ursachenforschung: die stromversorgung via fw-kabel funktioniert klaglos. das fw-kabel ist nicht defekt. auch ein anderes fw-kabel behebt das problem nicht. der firewire-anschluss des rechners ist völlig in ordnung, außerdem tritt dasselbe problem auf drei verschiedenen rechnern auf, es muss also am pod liegen. der diagnostic mode auf dem ipod ergibt: "fw test passed". resets haben nichts bewirkt, restore funktioniert logischerweise nicht, weil man dazu eine fw-verbindung bräuchte.

was könnte ich jetzt noch tun?

(das unterproblem lautet: auf der festplatte sind tausende mp3s deponiert. es hat zwar ein backup gegeben, aber die laCie hat mich vorletzte woche auch verlassen, keine ahnung, warum. und auf meinem alten ibook gab es nur platz für 20 gig, also nicht einmal die hälfte meiner musik. das ibook ist übrigens auch platt, seit letzter woche. das monitorproblem, über das ich bei anderen schon so viel gelesen hat. lässt sich vielleicht noch reparieren. mal sehen. ist nicht so eilig, hab mir ein 12" powerbook geholt dafür. schöne maschine. dennoch: 3 maschinen/hds binnen zweier wochen zu verlieren ist kein gutes gefühl. und wozu macht man backups, wenn alle orte, auf denen die backups liegen, hand in hand über die klippe springen? vielleicht wollten sie mir ja etwas mitteilen damit.)





Montag, 3. Oktober 2005

was ich gerne hätte: pantone-fächer mit den typischen farbpaletten von städten. wie man sie an den farben erkennen kann, an ausbleichungen, verwaschenheiten.





es gibt in einem louis trenker-film einen filmhistorisch einigermaßen berühmten schnitt von einer alpinen berglandschaft auf new yorker wolkenkratzer (was man auch haben müsste: eine dvd mit dem kanon der schnitte. so wie kubelka sie vorgeführt hat bei seinen filmmuseum-vorlesungen. die avantgarde-heidenreich.). an diesen schnitt, den ich nur einmal gesehen habe, vor mehr als 20 jahren und mit widerwillen, weil trenker doch so ekelig ist, erinnere ich mich nun plötzlich, weil ich mich wieder so geborgen fühle zwischen den wolkenkratzern, genauer: mein körper, es ist etwas bloß somatisches. sind es die berge, die mir fehlen, wenn ich mich in deutschen städten als so ortlos empfinde? sind wolkenkratzer etwas wie berge? (mein ekel sofort, wenn in irgendeiner deutschen stadt wieder einmal die hochhausdebatte geführt wird. traufhöhen. ach mann, was für seltsame leute.)(und natürlich: dass man sich an einen film erinnert statt an einen wirklichen berg)(als ob ich zwischen bergen groß geworden wäre…)





das rauchen, das mir schon lange nicht mehr fehlt, sobald es verboten ist. eigentlich könnte ich damit auch aufhören.





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