beim hinflug in der air france zehn filme zur auswahl, darunter zwei miserable französische komödien, verwechslungstheater in reifröcken, ménages à trois in lederjacken, mir fällt auf, dass man sich auch für die klischees anderer nationen schämen kann. beim rückflug mit der klm sind es mehr als 50 filme in drei abteilungen, world cinema: wahrscheinlich nur, damit sie auch ein paar niederländische produktionen unterbringen. irgendwas mit dem coming-out eines schwulen, irgendwas mit johann cruyff.
als ich m's sms mit den ersten wahlergebnissen erhielt, saß ich gerade beim midtown lunch in the modern, aß eel rilettes und trank dazu irgendwas mit moet, frischgepresstem ingwersaft und reiswein, die zweite sms erwähnte eine jamaica-koalition, ganja rulez ok simste ich zurück. dann machte ich mich auf den weg nach chinatown, ich brauchte unbedingt eine suppe mit schweineblutwürfeln.
[dispatches from abroad]
julia erzählt, in eritrea hießen prostituierte lufthansa ("weil die lufthansa dort hinfliegt, weil nur jemand, der sich die lufthansa leisten kann, sich auch lufthansa leisten kann").
"verwenden Sie auch pseudonyme?"
Gerade einmal 600 Dollar haben US-Bürger nach einem Spendenaufruf der US-Regierung für den Wiederaufbau des Irak gegeben. via TP
Google Secure Access (GSA) ist ein VPN (ein Virtual Private Network, ein sicherer Tunnel) auf Basis von Googles WLAN-Testprojekten, wie sie in San Francisco heute schon laufen. Eine "Privacy Policy" gibt es auch schon.
Es gibt GTalk, Google als Findmaschine, Google als Accesspoint und Google als VPN.
Google als Telco ohne Kupferdrähte.
Was bitte gar nicht geht, liebe Wiesn-Besucher sind Bergstiefel, Wildleder-Sneaker und Clarks zur Lederhosn. Fasching ist später im Jahr.
After years of seeing people almost exclusively on television, I found their three-dimensionality startling: the light playing off their faces, the complexity of their hands, the strange electric feel of their nearness. One afternoon, I spent 15 minutes watching a shirtless man clip a hedge, enthralled by the glide of the muscles under his skin.und diese geschichte hier, laura hillenbrand, a sudden illness - how my life changed. ein hirsch, der über die straße läuft, fast das auto rammt, bevor er wieder in der nacht verschwindet, sieht sie noch the swirl of hair around his nostrils. gleich danach wird sie krank und bis heute nicht mehr gesund, chronisches erschöpfungssyndrom, vielleicht ein fehler, krankheiten so zu taufen, dass sie zu metaphern werden können, das kommt noch dazu, zur krankheit, die schlimm genug ist. sie liegt im bett, kann kaum gehen, schleppt sich dahin, jahrelang, immer noch. irgendwann beginnt sie zu schreiben, unbezahlte artikel zuerst über pferdekrankheiten und dergleichen, dann ein buch über ein rennpferd und den mann, den es rettete, es wird ein bestseller und verfilmt. in einem interview, zu hause bei ihr, wie alle interviews, sie kann ja kaum hinaus, wird sie sagen, ihr ficus wäre so oft fotografiert worden, dass er einen eigenen agenten bräuchte. diese geschichte also, vom herumtreiben der gedanken, empfindungen, aufmerksamkeiten in der immobilität und über die erinnerung an einen hirsch, der die straße überquerte.
I had the image of looking him in the eye; various ways, in fact, of looking him in the eye. One was the cold, controlled rage which is occasionally used to pick a fight and which my kind more occasionally uses to bring a sexual quarrel or an intellecutual argument as near to nature as we are likely to go. One was the more-in-sorrow-than-in-anger look which is liable to compound some genuineness of feeling with plagiarisms from photographs of Lincoln and paintings of Veronica's veil; it is occasionally used, and effective, when somebody else's neurosis goes wild, but unless you are too good a human being to know you are using it, there is no uglier or more abject device of blackmail. One, worst of them all, was the blank eye which commits itself to nothing.[james agee, america, look at your shame!, im juni 1943 geschrieben, aber nicht veröffentlicht, vom oxford american 2003 ausgegraben. ein personal essay über eine busfahrt. agee ist leicht whisky-angeschickert, er hat mit einem freund einen nachmittag lang über fotografie und den zustand der welt geredet, fährt danach heim, der umschlagpunkt von angeschickerter hochgestimmtheit zu angeschickerter melancholie, den er ein paar sätze vorher beschreibt, kommt näher. im bus soldaten und matrosen aus den südstaaten, zwischen ihren anti-hitler-einsätzen. diese reinlichkeit, die zivilisten nie haben werden (priester, soldaten & the like), agee selbst hat eine woche später seine musterung, er freut sich schon darauf. die soldaten und die matrosen erkennen einander, die herkunft aus den südstaaten (aus denen auch agee kommt), die vertraute warme sprache, das rollen. dann beginnt einer, laute rassistische bemerkungen über niggahs zu machen, immer wieder, er redet sich in rage, nein, nicht in rage, einfach bloß in eine endlosschleife. agee weiß nicht, was er tun soll, aufs maul hauen funktioniert nicht, weil er einer gegen zu viele wäre, das würde er nicht durchstehen. daraufhin überlegt er sich: die rassisten anzuschauen. das ist der kontext. diese stelle: so f----ng brillant, man kann das nur schwer ertragen. die mikro-shifts in der wahrnehmung, die beiläufig dem leser eingeträufelt werden, die aufmerksamkeit, die immer noch mehr aufnimmt, wie luft über dem meer, die selbstverachtung (die er sich fünf, sechs, zehn sätze später selbst dann attestiert, als er alles durchhat an seinem möglichen-verhalten-repertoire und immer noch gelähmt nichts tut), die texte, die da ständig mitlaufen, klassenlage-beschreibungs-prosa, das ich, durch das das alles stapft wie irgendwelche gangs oder armeen oder parteien, sowieso auch: das ich als terrain, dessen verwüstungen man zusieht. der schluss des essays dann, ebenso groß. was dem schreiben so übrigbleibt, ach ja, es ist nicht viel, es ist jämmerlich wenig. aber noch zwei umdrehungen mehr des korkenziehers.
That evening I told of the whole thing, as honestly as I could, to several people who were down for drinks. They were quite shocked by it, and seemed also rather favorably stirred by my honesty. That embarrassed me a good deal, but not as painfully as I wish it might have, and I found their agreement that they would have done the same almost as revolting as my own performance in the doing and in the telling. So now I am telling it to you.](korkenzieher, weil dylan in einem lied mal von seinem schmerz, like a corkscrew in my heart gesprochen hat.) (neulich hat jemand mich nach meinen englischen lieblingswörtern gefragt. mir fielen als erste serendipity und corkscrew ein.) (nein, ich brauche deine englischen lieblingswörter nicht hier in den kommentaren. das hier ist keine mitmachveranstaltung, es ist nie eine gewesen. du darfst etwas erzählen, du darfst korkenzieher in herzen hineindrehen, aber ich bin so so uninteressiert daran, wenn du hier brownie points abholen willst. es gibt keine. nicht in diesem leben, nicht von mir.)
"... dieser Suchschlitz da"
?
"na, dieser Schlitz, wo man was reinschreibt und dann kommt was danach"
?
"ja wie bei Google halt"
. ;
"Ah, Sie meinen das Eingabefeld."
kennt wahrscheinlich eh´ schon ein jeder: Typetester: compare screen type
ein paar tage in new york. keine hochrechnungen und elefantenrunden. sehr schön. hab du es auch schön.
christian petzolds film gespenster. sieh dir das an.
(gott, wie ich mir manchmal wünschte, obszön reich zu sein. und dann das geld mäzenatenhaft auszugeben mit vollen händen. für leute wie christian petzold, angela schanelec & the like. paar weblogger, für unendliche texte. oder unendliche pausen. hier ist der scheck für den rest deines lebens, do what you want, nope, you don't need to report, some nite i will stumble upon you)
(die knochigkeit der welt)
(erinnerung an die zeit, in der man mir noch geschichten erzählte, in denen es darum ging, wie oft robert bresson szenen wiederholen ließ, ohne den film einzulegen. bis die schauspieler wirklich todmüde waren, endlich bei sich)
die Welt ist keine Baumstruktur, leider.
0735 am Platz, den frühen Morgen verschenkt, hätte Sport machen können.
brinkmanns briefe an hartmut gelesen, unangenehm, frauenpanik (die angst vor der frau in der deutschsprachigen literatur der 70er jahre)
wäre jetzt 65 einer von denen, die sich ein kissen aufs fensterbrett legen von oben kinder anblaffen falschparker aufschreiben frauen hinterherdenken, dass sie bhs tragen sollen, vielleicht wäre er auch kolumnist geworden (kulturkritik, sensibility vs industrialism) augenpolizist
selbststimulation durch wut und ärger, sagt m. im nachwort
genau, so wird das gewesen sein, wie er in der wohnung herumgetigert ist und auf ein gedicht kommen wollte und dachte ich stimulier mich mal durch wut & ärger
mein nachmittag damals mit m. (vor 17, 18 jahren, es gab westdeutschland noch), der ich geschrieben hatte dass ich gerne mit ihr reden würde weil es mich beschäftigt hatte dass sie den nachlass herausgab in dem er über sie herzog (auch sie vermutlich: titten.fotze.möse, part of the brinkmann style of NewSensibility) nach wochen eine antwort & ich nach köln schon nicht mehr wissend was ich gewollt hatte mit diesem brief so eine kleine wohnung, gardinen, darin sie die popdichterwitwe und ich der popdichterwitweninterviewer der keine ahnung mehr hatte, warum er sie sprechen hatte wollen kann mich kaum noch erinnern nur dass sie erzählte wie er robert dem sohn fellspielzeug gebastelt hatte
irgendwann ging sie ins nebenzimmer und holte manuskripte die Erkundungen für die Präzisierung des Gefühls für einen Aufstand aus denen wir abdrucken sollten (um interesse zu schaffen, der verlag ließ sich zeit, irgendeine zugzwang-strategie) meine aufgeregtheit einen fotokarton mit brinkmann-collagen zu haben & meine angst das zu verbaseln (dass mir im flugzeug jemand tomatensaft darüber schüttet, dass mir das gestohlen wird) & die illustriertenausrisse, die er auf die seiten geklebt hatte an den ecken der kleber schon nicht mehr klebend & später kam ein mann in die wohnung freund oder mann, jeansjacke, glaube ich, forsch, ob sie schon wieder über den dichter reden müsse, (in meiner erinnerung sagt er dichter, jedenfalls etwas abschätziges)
ich bin dann schnell gegangen, in die dämmerung hinein (als hätte ich sie bestellt)
And freddy’s got spots from ripping off the stars from his face Funky little boat race Television man is crazy saying we’re juvenile deliquent wrecks Oh man I need tv when I got t rex Oh brother you guessed I’m a dude dad All the young dudes (hey dudes) Carry the news (where are ya) Boogaloo dudes (stand up come on) Carry the news All the young dudes (I want to hear you) Carry the news (I want to see you) Boogaloo dudes (and I want to talk to you all of you) Carry the news
Danke (iTunes 5) für den Doublettenfinder. Korinthenklaubern (wie mir) macht so was Freude.
25 Arten der Unlust, 13 Arten der Furcht, 27 Arten der Begierde und 5 Arten der Lust [camp catatonia.]
[sofort addiert, mehrheitsverhältnisse im emotionenparlament. 38:32, sieht schlecht aus. man könnte auch denken, hat die stoa ja auch gemacht, dass begierde ebenfalls nicht gut ist, dann sind es 55:5, ganz große miese mehrheit. aber die oppositionsreden! ]
renegade author
lecture itinérante la maman et la putain (jean eustache) canal saint martin + flore
[... de son empreinte, de sa silhouette dans son long châle noir, de sa voix blanche, de ses brefs mais lumineux sourires, de ses multiples déclinaisons du mot "baise" et de ses larmes ... ]
the blind man. ed. henri-pierre roche, beatrice wood, marcel duchamp. new york 1917
[henri-pierre roche. autor von jules & jim. die tagebücher würde ich gerne lesen, ungekürzt, müssen grandios sein.]
[barbara wood. mama of dada. autobio: i shock myself. ]
[sowieso die digital dada library. alle paar monate schaue ich da rein, dankbar. jung, technik des glücks, sophie. pleite sieht euch an (regierungssozialisten-bashing!), der blutige ernst.]
Saal II. - Es ist kälter geworden, die Leute haben immer noch tapfer T-Shirts an, Trotz gegen das Sommerende. Sonntagnachmittag, die Zeit, in der wir in Cafés sitzen und der Samstagnacht hinterherdenken, in Freundschaftspaaren, manchmal sind es vier, Pulks sind es an Sonntagnachmittagen nie. Ich sitze draußen auf der Straße, als einziger, mir ist danach. Autos fahren vorbei, Fußgänger vorbei, alles geht weiter. Es gibt ein Frühstück Olli, ein Frühstück Nik, ein Frühstück Schorsch, ein Frühstück Schorsch Käse. Vielleicht sind es Liebhaber gewesen, denke ich, die jetzt anderer Leute Liebhaber sind, aber immer noch in wohliger Erinnerung, ich möchte auch einmal ein Frühstück werden, ohne Käse. Bald kommt der Herbst, dann kommt der Winter, dann zieht es sich noch monatelang hin, bis die Sonne wieder stabil und massiv ist, drei vier fünf Tage lang. Ich müsste in Spanien leben, es entspräche meinem Biorhythmus so viel mehr als Deutschland. Erst abends essen, hinterher ausgehen, in die Nacht hinein. Mein Traum wäre es, jemand würde mich dafür bezahlen, dass ich mein Leben aufschreibe, Tag für Tag, Nacht um Nacht, manchmal würde ich mich aufregender geben als ich bin, manchmal etwas verschweigen. Und immer noch finde ich es so erstaunlich, dass ein Satz wie "ich sitze auf der Straße vor dem Saal II und trinke Kaffee" jahrhundertelang herumleben kann, hat man ihn erst einmal aufgeschrieben. Die Buchstaben, eine Antiverflüchtigungsmaschine, man denkt zu selten darüber nach. Heute morgens wusste ich nicht mehr, in welchem Jahr der 11. September stattgefunden hat, 2000 oder 2001 oder 2003, ich musste warten, bis M. vom Rudern zurückgekommen war. Ich hab mir beim Kaffeetrinken und Frösteln ein Liebespaar vorgestellt, heute nacht, sie liegen im Bett und er hat seine Hand auf ihrem Bauch und plötzlich fällt ihr ein, dass der elfte September ist und er, der in jener Zeit seine Hand auf ihren Bauch gelegt hat, nicht mehr zurückkommen wird, nie mehr, tut mir leid, sagt sie, und er, der seine Hand jetzt auf ihren Bauch legt, sagt irgendetwas Freundliches, dass es okay ist oder dass sie sich nicht entschuldigen muss oder so etwas in der Art, und vielleicht gehen sie noch einmal hinaus und trinken etwas. Dass alles immerzu verschwinden muss, der Sommer, die Menschen, ich jetzt auch, Buchstaben, ach was.
komm, hör dir das jetzt an mit mir. antony & the johnsons. einige mp3s.
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