Freitag, 19. September 2003

6388 texts: Million Book Project

Pioneered by Jaime Carbonell, Raj Reddy, Michael Shamos, Gloriana St Clair, and Robert Thibadeau of Carnegie Mellon University, the goal of The Million Book Project is to digitize a million books by 2005. The task will be accomplished by scanning the books and indexing their full text with OCR technology. The undertaking will create a free-to-read, searchable digital library the approximate size of the combined libraries at Carnegie Mellon University, and one much bigger than the holdings of any high school library. The pilot Thousand Book Project has already been successfully completed and can be accessed here.
Beim oberflächlichen Scrollen festgestellt: viele sehr schöne Texte dabei. Übrigens sehr viele Werke über Indien, Indisches, indische Geschichte, Landeskunde, Buddhismus und dergleichen. Störend sind allerdings extrem lange Ladezeiten bei manchen Listen.





Als Download: Gunther Schuller: Early Jazz.

"All previous attempts to comprehend African rhythmic usages hat made two fatal mistakes: the African music was approached by way of European music, and no knowledgeable African was consulted who could, on one way or another, verify or refute the results of the findings. It is important to realize that the European point of view in this case does not merely lead to a wrong slant on the subject or to slight discrepancies in the facts, but, because the rhythmic organization of European music is totally different, it leads to "discoveries" diametrically opposed to the actual African musical practice. Prior to Jones´s work, even the most careful notations of African rhythms were of little value, since their basic orientation was wrong. I recall somewhat shamefacedly my own efforts to transcribe African musical examples from recordings, in which I tried naively to harness the music within Eureopean-based time concepts, and I remember my bewilderment in the face of the enormity of the transcriptual problems."

Früher Jazz gilt meistens auch Jazz-Liebhabern als Vorstufe, noch nicht angekommen, Begräbnis-, Bordell- und Unterhaltungsmusik. Gunther Schuller, Musikwissenschaftler, Arrangeur (auf frühen Miles Davis-Platten wie "Birth of the Cool") und Erfinder des sogenannten "Third Stream", zeigt in diesem titanischen Buch, was früher Jazz tatsächlich war: etwas völlig Neues, die Geburt einer unerhörten Musik, gezeugt aus einer Rhythmik, die so komplex ist, daß weiße Musikologen sie lange nicht mal notieren konnten und einer genialen Doppelstrategie ehemaliger Sklaven, denen die eigene Musik von den slave masters verboten wurde: Sie nahmen die der Europäer und remixten sie sozusagen. Sie taten so, als spielten sie Musik ihrer Unterdrücker nach - und machten ihre eigene. Samples, Loops, Zitate: all das sind schon die Waffen der frühen New Orleans-Jazzer. Schuller, ein klassischer WASP übrigens, war der erste, der das ernst genommen hat; seine Beweisführung bedient sich der avanciertesten Methoden der Musikologie. Deswegen ist das Buch gelegentlich nicht einfach zu lesen (wer etwas mit Partituren beginnen kann, hat mehr davon), aber wer die Mühe auf sich nimmt, kann viel lernen. Auch lieben lernen: eine Musik, die zu Unrecht mißachtet wird.

"Early Jazz" ist nebenbei auch gut als Korrektur zu Adornos Essays über den Jazz zu gebrauchen; wenn man Schuller liest, merkt man ein ums andere Mal, dass TWA die Sache nicht wirklich studiert hat. Was freilich all die Deppen nicht rehabilitiert, die TWA immer deswegen so scheisse fanden, weil er was gegen eine Musik gesagt hat, von der sie selbst rein gar nichts kapiert haben.





Donnerstag, 18. September 2003

So sieht meine Festplatte aus, sagt Sequoiaview. Klingt kompliziert ist aber einfach. Jede Datei und jedes Verzeichnis wird als kleines Kästchen dargestellt. Je grösser das Kästchen, umso grösser der beanspruchte Speicherplatz. (via Sencer)





In der Warteschleife der Bayerischen Staatskanzlei spielen sie Haindling.





b über u: "... zum interessantsein verdammt ..."





Mittwoch, 17. September 2003

... hübsche Möbel und überfeine Nerven ...





seltsam auch diese völlig kontextlosen jähen erinnerungen an winzige filmszenen. gerade eben: nora, die von ihren weihnachtseinkäufen mit paketen beladen und mit roten winterwangen in ihr ibsensches puppenheim zurückkehrt. das einzige, was ich von dem film irgendwo in meinem unverständlichen gehirn zurückbehalten habe. muss vor mehr als 20 jahren gewesen sein. und plötzlich springt es mich an, samt diversen sehnsüchten, frauen mit winterroten backen zu küssen. was natürlich nichts mit ibsen-verfilmungen zu tun hat, nur mit dem rätselhaften mann, der sich in mir verschanzt haben muss.





dass ich älter geworden bin, merke ich unter anderem daran, dass ich immer häufiger ähnlichkeiten sehe. der sieht aus wie x, die sieht genau so aus wie y, solche sätze, meistens zu m´s verwunderung (übrigens ist mir auch aufgefallen, dass nicht wenige große lieben von webloggern m. heißen...) falls das so weitergeht, werde ich in 20, 30 jahren die wahrnehmung eines genforschers oder eines humanisten haben. die allerdürrsten abstraktionen in beiden fällen, aber es gibt ja nicht wenige, die gerade von den dürren abstraktionen zu den größten hoffnungen beschwingt werden.





natürlich gleich ausgelacht worden, als ich sagte, für mich wäre eine kabellose maus nichts, weil ich sie ja vermutlich sofort verlieren würde.

  • wo willst du denn eine maus verlieren, du nimmst die doch nicht mit.
  • auf dem schreibtisch, sagte ich, ich verlier ja auch sonst alles auf meinem schreibtisch. (abgesehen davon, dass ich an nicht wenigen abenden die maus natürlich doch mitnehmen würde. aber das habe ich lieber nicht erwähnt)
  • süß, er muss seine maus anbinden. das erinnert mich an diese handschuhe, die mit einem band aneinander gebunden werden. und ich, ich wollte sofort fäustlinge haben, rot, mit einem dicken roten band. ja genau.




Outlook 2002 und IMAP ist eine elende Krankheit. So elegant IMAP ist, so grausig geht Outlook damit um. Gibt es denn für Win2k keine Lösung um Kalender, Adressen, Mail und Notizen in einer Oberfläche zu konsolidieren und auch noch mit dem Palm zu synchronisieren?

Hoffnungslos: -sk.





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