Mittwoch, 17. September 2003

Gestern kurz das Musik Promotion Network angetestet, jene innovative Branchenlösung, die ab Anfang 2004 dazu führt, dass die meisten Majors und Indies keine Besprechungs-CDs mehr an Musikjournalisten versenden. Geht ja auch im Internet. Unangenehme Sache, einerseits: lange Ladezeiten, grausig gestaltete Benutzeroberfläche, mit 36 kbs codierte Real-Audio-Streams. Andererseits passt so etwas perfekt zu der Musik, mit der man da bemustert wird, andererseits haben es 99,99999 Prozent aller Musikjournalisten, die schon längst noch viel mieser schreiben als zum Beispiel Motorjournalisten, eh nicht besser verdient, andererseits verringert das deutlich den Sondermüll, andererseits sollte eh jeder Depp, der Deppenplatten bei Deppenauktionen an andere Deppen verkaufen will, gepiesackt werden. Und die Gebrauchsanweisung (pdf) der innovativen Branchenlösung sagt deutlicher als jede kulturkritische Gardinenpredigt oder jeder Adorno-Essay über die Kulturindustrie, was aus der Musik unter den Bedingungen von Mehrwert-, Schrott- und Deppenproduktion geworden ist.





heute dabei gesessen, als die jury über die stahnke-aktfotos in der bildzeitung tagte.

  • die schuhe sind ihr mindestens drei nummern zu groß.
  • wenn ich so dasteh. hängt an mir auch nichts.
  • schau mal, sie zieht eindeutig den bauch ein.
  • den gymnastikball verkauft sie doch im teleshopping-kanal.
  • wieso der wohl diese noppen hat?
  • was ist denn mit der ihrem kopf los?




efimera.org: hipertextos efimeros. ein weblog. ich verstehe die sprache nicht, aber man ahnt, dass es gut ist.





Dienstag, 16. September 2003

das einzige problem in der madame bovary ist, dass flaubert das mot juste nicht mehr findet, sobald frau bovary sex hat. andererseits: wer findet es schon?





die mutter von brigitte, die im november geburtstag hat, kauft brigitte im september ein wunderschönes unterwäscheset und hätte nichts dagegen, wenn brigitte das wunderschöne unterwäscheset schon jetzt tragen wollte, aber das sagt brigittes mutter nur, weil sie wissen will, mit wem brigitte unaussprechliche dinge tut.





Freitag, 12. September 2003
Anthony Giddens in his Study via club der toten soziologen




oh. auf antville seit 700 tagen. kriegt man gar nicht mit, wie alt man wird.





für mein seniorenstudium





Die britische Schriftstellerin A.L. Kennedy hat in einem Guardian-Artikel namens "Mr. Blair's Blood Count" (dessen Übersetzung heute in der FAZ steht) herumgerechnet, wie viel Blut durch Tony Blair im Irak vergossen wurde und kommt nach ein wenig Addieren und Subtrahieren auf eine "Gesamtmenge von mindestens 47 940 Litern Menschenblut, die an Blairs Händen kleben, den Händen des Mannes, der nach wie vor unser Land regiert (...)" Die Kursivierung stammt von mir, im Original lautet die Stelle: "Excluding Dr Kelly's contribution, this brings us to a minimum Total Blood Spilled of 92,811 pints - or a touch over 11,600 gallons of human blood on Blair's hands, the hands of the man who still runs our country". Kein Übersetzungsfehler also. Bin schon gespannt, ob ich im nächsten Urlaub beim Schwimmen denken werde, dass das Meer an meinen Händen klebt.

Dass das mit den Metaphern nicht so ganz einfach ist, ist übrigens auch Frau Kennedy aufgefallen: "Obviously, we shouldn't take the phrase "blood on his hands" terribly literally, because that wouldn't be fair - Blair's only our prime minister, sitting at the centre of a complex and sophisticated network of advisers and in possession of global influence and serious investment capital". Sie kann es also wirklich nicht. Irgendwann wird mal einer, ich vermute in der "taz" sagen, dass Hitler 20 Millionen Leichen im Keller hat.





schon wieder nicht geschafft, balzac länger als zehn seiten zu ertragen.





Nächste Seite