WASHINGTON, Nov. 1 (AP) — Despite the nation's struggle with obesity, the Agriculture Department says, more and more American families are hungry or unsure whether they can afford to buy food.
About 12 million families last year worried that they did not have enough money for food, and 32 percent of them experienced someone's going hungry at one time or another, the agency said in a report released on Friday.
Nearly 3.8 million families were hungry last year to the point that someone in the household skipped meals because the family could not afford them. That is 8.6 percent more families than in 2001, when 3.5 million were hungry, and a 13 percent increase from 2000.
ap via nyt: More U.S. Families Hungry or Too Poor to Eat, Study Says
in der brigitte: "Ich liebe den Mann meiner Freundin". eine verheiratete anonyma gibt ihr schlechtes gewissen darüber zu protokoll, eine affäre mit vincent, dem mann ihrer besten freundin ariana ("kannte zuverlässige handwerker, vermittelte mir eine haushaltshilfe, schleppte mich zum yoga, stellte mich ihren freundinnen vor") zu haben. nichts aufregendes, üblicher illustrierten-konfessionalismus. schön allerdings, wie die verbotene liebe begann:
Und plötzlich war es da, dieses nagende Gefühl, bei allem Glück und bei aller Liebe etwas zu vermissen. Etwas im Leben zu verpassen. Ich spürte einen Hauch von Seelenverwandtschaft zwischen mir und Vincent. Ein vages Gefühl nur, das mit jeder Begegnung stärker wurde. Wie gefährlich das werden könnte, ahnte ich nicht - bis zu jenem Tag im März, als wir bei den beiden zum Brunch eingeladen waren. "Komm, ich zeig dir meinen neuen iMac, ein tolles Gerät", sagte Vincent. Ich folgte ihm ins Arbeitszimmer. Da stand der gerade erst aufgebaute Computer. Ein eleganter, flacher Bildschirm auf dünnem Kugelfuß. Vincent klickte sich in Windeseile durchs Internet. Mein PC, mit dem ich zu Hause als Übersetzerin arbeite, war dagegen eine lahme Schnecke. Auf einmal erschien wie von Zauberhand ein Foto von mir auf dem Bildschirm. "Hey, wo hast du das denn her?", wunderte ich mich. Er grinste, öffnete eine leere Seite und tippte mit zwei Fingern: "ICH DENKE SEHR OFT AN DICH!" Seine Worte in Großbuchstaben krempelten mein Leben um.
deutsch! ein magazin, dass sich als Radar Wien-Scouts "mel und sammy, das schönste paar wiens" hält, die über die neuesten Wiener In Words zu berichten wissen
Weitere unerlässliche Wörter im Wiener Slang sind im Moment das Bindewort [?] "ur" und das Adjektiv "leiwand". "Des is a ur leiwande oide" heißt soviel wie "Das ist aber eine dufte Puppe!" und ist die Basis für jedes Gesprächmuss von urdepperten vollkoffern gemacht werden.
ehe ich mich in die ferien aufmachte - nun übrigens bloß noch 0,5 tage resturlaub aus 2002, man fühlt sich wie ein leistungsträger, kein schönes gefühl -, noch bei diesem hamburger jonet-tag gewesen, dabei einiger weblogger ansichtig geworden, die ich davor nur vom lesen kannte (scheißformulierung: jemanden nur vom lesen her kennen..), alle völlig anders ausgemalt, als sie aussahen, werde ich nie verstehen können, warum man sich zum beispiel auch die haarfarben derer, die man liest, vorstellt; nicht, dass die wirklichkeit enttäuschend wäre, bloß sehr verwunderlich, nicht die wirklichkeit, sondern die vorstellungen, und was machen wir dann mit dem empirisch erhobenen befund, dass jemand nicht blond, sondern brünett usw. ist, außer, wie wallander, "dann wissen wir das" zu sagen? zu mehr als ein paar nicht besonders inspirierten begrüßungen war ich leider nicht fähig, die virenstämme noch in den bronchien, die einen ganz blöde autistisch und espritlos machten, außerdem sowieso diese fundamentale unfähigkeit, auf einen satz von der art "ich lese Ihr weblog" etwas gescheiteres als "oh" oder "danke" zu antworten, jedenfalls wenn gleichzeitig noch yellow submarine auf eine leinwand projeiziert, endsiebzigerjahrerockmusik gespielt wird, jemand gerade nach einem feuerzeug nestelt und schleim sich in der brust verschanzt. die diskussionsrunde schließlich, an der ich als podiumsredner auftauchte, litt ein wenig daran, dass sich alle einigermaßen einig waren (weblogs sind eine feine sache, aber man sollte sie nicht überschätzen), thierry chervel: ein angenehmer mensch, david hudson: ein angenehmer mensch. dann wissen wir das. der workshop danach, der sich mit den nischen abseits des mainstreams befassen sollte, geriet ein wenig zu sehr zur klagemauer und zur bastelstunde (wenn Sie sich mit kühlschränken auskennen, schreiben Sie doch kühlschrankglossen, wenn Ihnen verleger auf den senkel gehen, werden Sie doch selber einer), danach immerhin fiel mir auf, dass, jedenfalls immer wieder ein paar augenblicke lang, frau w. vom girlscamp so aussah wie jene frau w., mit der ich den ersten sex meines lebens hatte, auch sie ein sehr angenehmer mensch, herr sch. sowieso, kann gerne wiederkommen, wann immer er will, wäre mir vergnügen & ehre, aber das wussten wir schon.
ach, und der auktionator auf juist hieß werner auschwitz, und in seinem schaufenster ein schild mit der überschrift Kaufen Sie nicht..., es waren dann aber anlagediamanten und ähnliches, denn er, werner auschwitz, stünde gerade in erfolgversprechenden verhandlungen, nach deren beendigung man die anlagediamanten &tc vermutlich bei ihm billiger als anderswo bekäme.
jochen wieloch und martin hohmann sind immerhin namen, bei denen das bewusstsein gleich vollautomatisch alle möglichen linguistischen operationen vorzunehmen beginnt.
auf juist ein frühstück lang darüber nachgedacht, woran es liegen könnte, dass in manchen kulturen (frankreich, thailand) eleganz und subtilität geschätzt werden, in anderen dagegen nicht. leere zigarettenpackung im tischabfalleimer entsorgt, keine antwort gefunden.
Fünf Tage auf Juist gewesen: Strich im Meer, 17 Kilometer lang, 500 Meter breit, Watt, Deich, Düne, Strand, Meer. Stundenlange Spaziergänge an der Flutkante (Aerosole!), das Schiffsuntergangsmuseum, der Jakobstab, die Domäne Bill. Im Speisesaal des historischen Kurhauses jeden Abend die Neue Deutsche Bourgeoisie, Button-Down-Hemden, kleines Karo, himmelblaue Kaschmirpullover, gebärfreudige Frauen, wie sie auch in Gütersloh verlangt werden, nonchalante Perlenketten, wohlerzogene Kinder. Am Nebentisch erzählt einer sehr laut, wie er Anne Sophie Mutter ein Konzert lang in den Ausschnitt gestarrt hat, zu jedem Gang neuer Wein, der Elbling, den die Römer nach Deutschland brachten, Franz Keller vom Kaiserstuhl. Die Wochenendgäste werden von den Kellnern mit Handschlag begrüßt, das Hotel als Steuersparmodell, ein Eigentümerkonsortium, jeder von ihnen mit eigener Suite, die er von Freitag nachmittag an bezieht, begleitet von den Geschäftspartnern, der Familie, es sind die Leute, denen man ansieht, dass für sie glass ceilings nicht existieren, das Wochenenddasein als Nebenhotelbesitzer fließt in die Verlustbilanz, die Suiten heißen "Droste von Hülshoff" (nicht die Dichterin, sondern ein Verwandter) oder "König von Sachsen" ("Macht euren Dreck doch alleene..." gemahnt ein Schild an dessen Abdankung), die Kaminbar (ostfriesische Teezeremonie) ist nach dem Baron von Münchhausen benannt. Die Masseuse - "eigentlich wollten wir ein halbes Jahr arbeiten, die andere Zeit auf Reisen gehen") erzählt von den Wellen in der Bretagne und auf Hawaii, jenen Surfern, die sich vom Helikopter in den Wellen aussetzen lassen, es ist ihr letzter Tag, das Hotel hat sie so lange getriezt, bis sie entnervt und entschädigungslos gekündigt haben, um ihre Praxis (Peelingzeremonie) anderswo auf der Insel aufzuschlagen. Zwischen den Spaziergängen und den Saunagängen Inselkrimis gelesen, eine Hotelbesitzergattin, sich in der Nähkammer verschanzend, wird verrückt, weil ihr Mann das Familienhotel in einen kalten Marmorpalast verwandelt und darüber alle Menschlichkeit vergessen hat, vor dem Familiengericht im Fernsehen gesteht eine Mutter, dass der Mann, den ihre 17jährige Tochter mit Erlaubnis des Gerichts heiraten will, deren Vater ist, Lentzen & Partner dagegen befürchten, dass es sich bei dem Fleisch in der Tiefkühltruhe des Verdächtigen um Menschenfleisch handelt. In den Insellichtspielen - in dem der Zuschauerraum mit vielen kleinen Lampenschirmen illuminiert ist, es handelt sich um ein Verzehrkino, die Lampen dienen als Verzehrbedienschalter, wenn man das Licht ausknipst, kommt jemand, um Bestellungen aufzunehmen - haben wir dann doch noch Goodbye, Lenin gesehen, die Geschichte einer Frau, die den Sozialismus mit Spreewaldgurken verwechselt hat, Erinnerungspolitik wie überall (Irgendwann wird in den Lebensläufen stehen: Mein Hobby: die Erinnerung.) Beschlossen, die Tanaka-Geschichte endlich fertigzuschreiben. Bei Haushaltswaren-Behrendt einen ostfriesischen Sahnelöffel und ein Party-Flaggen-Set gekauft, im Schaufenster hingen Sturmwäscheklammern, die auch bei Orkanstärke noch funktionierten und deren Wirkungsweise an einem Spitzentanga, zur Verfügung gestellt von einer freundlichen Nachbarin aus dem schönen Ostdorf, demonstriert wurde, in der Brigitte ein Gespräch schmeichelhaft geschminkter und ultrawhite fotografierter Brigitte-Redakteurinnen über ihr Verhältnis zur Schönheitschirurgie und über die double standards, die darin bestehen, das natürliche Aussehen zu propagieren, aber die eigenen Kinder zum Kieferorthopäden zu schicken, damit sie alle Chancen haben. Ein wenig enttäuscht gewesen, dass die Insulaner bei unserer Ausschiffung nicht, wie es dokumentierter Juist-Brauch ist, unisono oh, wie blaß! riefen, ein wenig versöhnt immerhin davon, dass bei der Rückfahrt im Augenblick des Ablegens die Instrumentalversion von "My Heart Will Go On" aus Titanic gespielt wurde.
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