seit fünfzehn jahren frage ich mich, was es wohl ist, das hippe deutsche zeitschriften dazu peitscht, innerhalb ihres ersten jahres immer ein schwerpunktheft zum thema deutschland nicht nur zu beschließen, sondern dann auch zu machen, inklusive einer fahnengeschichte. und ich weiß es immer noch nicht.
[und warum da eine zuhältergeschichte drin ist. statt einer elektroingenieurgeschichte, wasserwerksangestelltengeschichte, praktikantengeschichte. warum da eher (ist es aber hier nicht) eine hundegeschichte als eine katzen- oder hamstergeschichte drin wäre. warum aber immer eine einbürgerungsgeschichte und eine geschichte, in der so benettonmäßig fotos und testimonials von immigranten zu sehen sind, die irgendeine mode tragen. diesmal kopftücher. warum immer eine, zwei, drei listen mit deutsch-aufzählungen. typisch deutsch. auch typisch deutsch, aber originell typisch deutsch. irgendwelche fotos von: waschbetonfußgängerzonen, tischaufbauten, zäunen, humor der kleinen leute, schrankwandinterieurs. erste erwähnung eines kz immer vor seite 25. irgendwo im heft eine geschichte über stolz (muss aber nicht unbedingt nationalstolz sein, auf irgendwas stolz, ist wichtig, dass in einem deutschlandschwerpunktheft irgendeiner auf irgendwas stolz ist). irgendwo eine geschichte, in der erwähnt wird, wie irgendeine konkurrenz aus osten/beitrittsländern/süden/beweglicherem kapitalismus jetzt das wasser abgräbt, an die wand drängt, härter ist als die deutsche idylle. irgendwo was über neue ideen. irgendwo ein essay, ein denkstück, vgt, wie wir beim "stern" immer sagten ("vorgetäuschter tiefsinn") könnte sofort chefredakteur aller deutschlandschwerpunkthefte werden, die jemals gemacht werden. wüsste genau, wie das geht. die essentials.]
es kommt mir so vor, als würde der wunsch "einen schönen tag noch" immer häufiger mit einem "ebenso" oder einem "auch so" beantwortet statt mit einem "gleichfalls" (wie früher, als es mir noch nicht vorkam, als würde der wunsch "einen schönen tag noch" mit einem "ebenso" oder "auch so" beantwortet. manchmal sagte einer "ditto", aber den konnte ich umstands- und verzögerungslos hassen. jetzt wünsche ich mir, ich könnte den "ebenso"- oder "auch so"-wünscher ebenso hassen, aber das kommt mir ungerecht vor).
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schon etwas ältere, immer noch lesenswerte artikel von michael specter (new yorker).
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archiv mit gleichfalls lesenswerten artikeln von malcolm gladwell (new yorker)

Here are the basic instructions:
- Find a victim who deserves to be "Lynndied". *Make sure you have a friend nearby with a camera ready to capture the "Lynndie". *Stick a cigarette (or pen) in your mouth and allow it to hang slightly below the horizontal. *Face the camera, tilt your upper body slightly forward but lean back on your right leg. *Make a hitchhiking gesture with your right hand and extend your right arm so that it's in roughly the same position as if you were holding a rifle. *Keeping your left arm slightly bent, point in the direction of the victim and smile.

jetzt aber ... Im Schleim schwimmt es sich gut
mag das sehr, wenn mir jemand auf diese weise sagt, warum er mir nichts schenken, sondern mich bezahlen lassen will. obwohl es ja blöd ist, so etwas zu mögen, sentimentaler gefühlskram, wäre schrecklich, wenn der thai-imbiss, der zeitungsladen, der obststand das auch jedesmal dazu sagen würden. aber im internet.
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