Donnerstag, 2. Mai 2002
Frank Schirrmacher hat einen Brief an die Counterstrike-Spieler geschrieben. Ich finde, es ist ein schönes Dokument der Dialektik von Hinrudern und Zurückrudern geworden. Man will nicht sagen, dass man sich geirrt hat, also sagt man, dass man immerhin eine Debatte angestoßen hat. Vielleicht beginnen Debatten ja so. Zuerst haut man hin. Und dann redet man drüber, dass es so, wie der Gehauene es empfunden hat, eh nicht ganz gemeint hat, aber ohne Hauen wäre man eben nicht ins Gespräch gekommen, und gegen Gespräche wird er wohl nichts haben. - Doch tapfer ist es schon, was der Herr Sch. da gemacht hat, das muss man ihm attestieren.




56 Tote sind 56 Tote. Zu viele, aber nicht unbedingt ein Massaker, wenn man sie mit den 33 Toten der Gegenseite in Beziehung setzt. Es geht um Jenin. Laut Washington Times hat die offizielle palästinensische Zählung 56 in Jenin Getötete ergeben. Demselben Bericht zufolge spricht Kadoura Mousa Kadoura, Fatah-Führer für die nordliche West Bank auch nicht mehr von einem Massaker:
"He no longer used the ubiquitous Palestinian charge of "massacre" and instead portrayed the battle as a "victory" for Palestinians in resisting Israeli forces. "Here the Israelis, who tried to break the Palestinian willpower, have been taught a lesson," Mr. Kadoura said.
     He insisted that Israel had tried but failed, thanks to the heavy fighting, to destroy the entire warren of homes in the camp that had housed 11,000 people.
     The destruction, pictured graphically on television, appeared linked to Israeli bulldozing of the houses from which the remnant of the resistance forces were firing.
     In fact, it covers the size of a large football field and constitutes only about 10 percent of the housing in the camp, and a far smaller proportion of the housing in the city, which was largely left untouched by the Israeli incursion."
Ich bin mir relativ sicher, dass die deutschen Tageszeitungen dazu morgen wenig schreiben werden; so akkurat wie PLO-Funktionäre (denen man jede Übertreibung sofort nachsähe) müssen die ja auch nicht berichten.




die das hier erfunden haben, hielte mein Mitleid sich in Grenzen, zwänge man sie dazu, Heideggers Sein und Zeit Wort für Wort auswendig zu lernen.




Woran erkennt eigentlich ein Geisteswissenschaftler, dass ein anderer Geisteswissenschaftler gut oder sehr gut ist? Und was genau beurteilt er in seinen Urteilen?




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