Sonntag, 8. Februar 2004

"Immer wieder sieht man im Hintergrund die Narben, die der Terrorangriff der Weltstadt geschlagen hat. Im Restaurant von Montys Vater hängen Bilder von im World Trade Center gestorbenen Feuerwehrmänner [kann schon mal passieren in der Eile], Frankls Wohnung bildet einen einen erschüttertenden [das auch] Blick auf das in gespenstisches, blaues Licht gehüllte Schlachtfeld des Ground Zero und im gesamten Film herrscht eine bleierne Atmosphäre, die zum Gemütszustand des verzweifelnden Monty genauso paßt, [Komma? Na okay, zur Sicherheit] wie zur Lage der Nation. Spike Lee (Jungle Fever) gelingt es brillant [Komma? Eh wurscht] das Einzelschicksal mit dem Leid einer ganzen Stadt, ja eines ganzen Landes zu verknüpfen. Wie Monty waren die USA arrogant, sorglos und rücksichtslos auf ihren eigenen Vorteil bedacht. Wie der smarte Drogenhändler mußte auch Amerika bitter dafür bezahlen!"

Filmbesprechung in der Zeitschrift "DVD Special", erschienen in der Medien Publikations- und Werbegesellschaft mbH, 32479 Hille. Kursivierungen von mir, Rufzeichen Ausrufezeichen exclamation mark im Original.





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Anläßlich der ersten Deutschen Haarausfallwoche erregt eine vier Meter hohe Glasinstallation - komplett mit Haaren gefüllt - die Aufmerksamkeit der Hamburger Bürger. Das Haarausfall-Denkmal soll zeigen wie schlecht es um die Haarpracht der Deutschen steht.

Die Hamburger staunten nicht schlecht, als sie ein buchstäblich haariges Ereignis auf der großen Einkaufsmeile Mönckebergstraße verfolgten: Fernseh-Moderator Max Schautzer (Pleiten, Pech und Pannen) enthüllte vor Journalisten und Passanten das „Haarausfall-Denkmal“: Ein zwei mal vier Meter großer Glaskasten, bis oben hin gefüllt mit Millionen von Kopfhaaren. Er soll zeigen, wie schlecht es um die Haarpracht der Deutschen steht. „Die Aktion ist einmalig“, sagt Max Schautzer. „Das Haarausfall-Denkmal macht mit seiner gigantischen Ansammlung von Haarmassen beeindruckend deutlich, welche Dimensionen Haarausfall hat.“ Dafür haben Friseure aus ganz Deutschland den Besen nicht für die Tonne, sondern für den guten Zweck geschwungen. Anlass ist die bundesweit stattfindende Aufklärungswoche „7 Tage pro Haar“.

[2]

Muzeum Auschwitz-Birkenau





nitpickingfactory









Samstag, 7. Februar 2004

NYT Magazine: The Virus Underground. By Clive Thompson. Philet0ast3r, Second Part to Hell, Vorgon and guys like them around the world spend their Saturday nights writing fiendishly contagious computer viruses and worms. Are they artists, pranksters or techno-saboteurs?

This is how easy it has become.

Mario stubs out his cigarette and sits down at the desk in his bedroom. He pops into his laptop the CD of Iron Maiden's ''Number of the Beast,'' his latest favorite album. ''I really like it,'' he says. ''My girlfriend bought it for me.'' He gestures to the 15-year-old girl with straight dark hair lounging on his neatly made bed, and she throws back a shy smile. Mario, 16, is a secondary-school student in a small town in the foothills of southern Austria. (He didn't want me to use his last name.) His shiny shoulder-length hair covers half his face and his sleepy green eyes, making him look like a very young, languid Mick Jagger. On his wall he has an enormous poster of Anna Kournikova -- which, he admits sheepishly, his girlfriend is not thrilled about. Downstairs, his mother is cleaning up after dinner. She isn't thrilled these days, either. But what bothers her isn't Mario's poster. It's his hobby.

When Mario is bored -- and out here in the countryside, surrounded by soaring snowcapped mountains and little else, he's bored a lot -- he likes to sit at his laptop and create computer viruses and worms. Online, he goes by the name Second Part to Hell, and he has written more than 150 examples of what computer experts call ''malware'': tiny programs that exist solely to self-replicate, infecting computers hooked up to the Internet. Sometimes these programs cause damage, and sometimes they don't. Mario says he prefers to create viruses that don't intentionally wreck data, because simple destruction is too easy.





Donnerstag, 5. Februar 2004

immer wieder noch dieses erstaunen darüber: dass ein kuss jetzt mit doppel-s geht.





Manchmal versuche ich, sie mir vorzustellen, die Deutschen, die ihre Amerikaner-Empfindungen haben, wie ihnen beim Zeitunglesen Fernsehschauen Kneipensaufen Internetkontrollieren gleich wieder auffällt was der Amerikaner alles ist und nicht ist und dass er ein merkwürdiger verrückter überheblicher dummer selbstgerechter oder sonstwie defekter Mensch sein muss bei all dem, was sie über ihn in den Zeitungen im Fernsehen in den Leitartikeln in den Internetforen in den Weblogs bringen

& dann schreiben sie, die Deutschen, ja ja: nicht alle, sind ja Individuen, die da halt,

und dann schreiben die da halt ihre Leserbriefe, in denen die Indianer das Erdöl der militärisch-industrielle Komplex die Fastfoodkultur die Ghettos der Rassismus die dauernden Werbeunterbrechungen im Fernsehen der Analphabetismus die Krankenversicherung der Materialismus der entfesselte Kapitalismus der Kulturimperialismus die Wall Street der Shareholder Value die wiedergeborenen Christen die Winkeladvokaten die Waffennarren und die CIA vorkommen

& ich stelle mir den Spiegelredakteur vor der es geschafft hat in die Titelgeschichte über Kant Kant, you know, Königsberg, ewiger Friede, in die Titelgeschichte über Kant halt ein paar Absätze über Bush hineinzuschreiben

& ich stelle mir die Weblogautoren vor wie sie,

gerade vom Spiegel der Netzeitung den Google News dem Frühstücksfernsehen darüber unterrichtet, wie sehr der Amerikaner sich darüber aufregt dass beim Super Bowl ein paar Sekunden lang eine Brust von Janet Jackson zu sehen war

ihre Weblogbeiträge schreiben darüber dass der Amerikaner sich über die Brust von Janet Jackson aufregt & wie verklemmt der Amerikaner doch sein muss & dass der Amerikaner ein großes großes großes Problem haben muss, wenn er sich über so etwas aufregt

& aber nein natürlich ist das nicht antiamerikanisch & aber nein die political correctness soll mich am Arsch lecken & aber nein das weiß ich schon dass "die Amerikaner" nicht jeder Amerikaner ist & aber nein wenn das einer missversteht ist er selber schuld & aber nein

& manchmal frage ich mich dann, ob es damals vielleicht auch so gewesen ist, oder so ähnlich jedenfalls, & dann fällt mir gleich ein, dass ich jetzt 5 Mark zahlen müsste in die Faschismuskeulen-Kasse jedenfalls waren das früher immer 5 Mark und vielleicht sind es jetzt 5 Euro & klar doch, so eine Bemerkung kann doch keiner ernst nehmen & das ist doch jetzt eine Verharmlosung & komm Praschl, du spinnst jetzt aber total

aber dieses Getuschel eben aber diese Leserbriefe dass er der Amerikaner eh selber schuld ist wenn ihn keiner mag aber dieses Augenrollen aber dieses

&

das sind alles die Leserbriefschreiber Zeitungsleser Weblogautoren Kneipensäufer aus dem Land mit den Werbeeinschaltungen für www.leckspalte.de im Fernsehen jede verdammte Nacht aus dem Land in dem ein Monat lang darüber geredet wird dass Sarah Connors im Fernsehen keinen Slip anhatte, haben wir doch alle genau gesehen aus dem Land wo sie die amerikanischen Filme mit Werbespots zerstückeln in denen irgendwelche Frauen in irgendwelchen Badewannen mit Wasser bespritzt werden das so aussieht als würde einer auf sie pissen aus dem Land wo du dir jeden Abend verdammten Abend die Werbespots für Slipeinlagen ansehen kannst mitten in den kulturimperialistischen Jane Austen-Verfilmungen damit du wenn du eine Frau bist nie vergisst dass du ein Leben lang undicht bist ein einziges Leck eine hygienische Zumutung ein Fall für Windeln

(& ach ja, aus dem Land, das seine Soldaten auf 3 Kontinenten stehen hat, das Kinder einsperrt, in dem Abschiebehäftlinge ersticken, & ach ja, in dem man sich nicht darüber ängstigt oder empört, dass ein Industriekonsortium eine Technologie entwickelt, mit der man jeden verdammten Lastwagenfahrer vom Weltraum aus überwachen kann, sondern in dem man sich darüber lustig macht, dass die Überwachungstechnologie nicht funktioniert)

& dann frage ich mich, wie die Leserbriefschreiber Zeitungsleser Spiegel-Online-Redakteure Weblogschreiber wohl über mich dächten wenn sie wüssten dass auch ich ein Problem mit Janets Titten hatte

& zwar so sehr, dass ich mich frage, warum eigentlich nur der Amerikaner und nicht andere Leute auch ein Janettittenproblem haben

& bei mir ist es sogar eine Hemmung

dieses eine Problem diese eine Hemmung dass eine Titte vielleicht ja doch etwas anderes sein könnte als diese unerbetene Werbeunterbrechung

& dass es vielleicht nicht toll ist, nicht gut, nicht richtig, nicht freundlich gewesen sein könnte & dass die Leserbriefschreiber Kneipensäufer Zeitungsleser Weblogautoren sonst doch auch alle auf der Robinsonliste stehen und gegen das Zugespammt-Werden sind

& dass der Amerikaner vielleicht Recht hat aber ich kenne ja kaum welche weniger als Deutsche jedenfalls

sagt man aber nicht: Deutsche

&

dann wieder froh darüber dass der Amerikaner Waffen hätte wenn das ausbräche was der Deutsche vermutlich nur für einen Verteidigungsfall hielte

& Aber ja doch ich zahl euch die 5 Mark in die Faschismuskeulenkasse 5 Euro von mir aus auch

& dann manchmal wieder dieser Wunsch hier wieder wegzukommen am besten nach Oklahoma ins Naturtheater

& waren eh nur Titten & geht wieder vorbei & du spinnst doch jetzt total





Mittwoch, 4. Februar 2004

New Yorker > A guide to Derek Walcott online





Deutschland ist ein ganz normales europäisches Land.





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