Falls ich ein Pseudonym beleidigen wollte und der Inhaber des Pseudonyms sich beleidigt wähnte und nach der Sorte Genugtuung dürstete, die von den Gerichten verhängt wird, müsste der Inhaber des Pseudonyms ja dann beim Richter erst einmal darauf beharren, beispielsweise, Supatyp, Mutant oder Saunabiber zu sein ("können Sie das auch beweisen?"), & würde dann das Gericht nicht sagen: Sagen Sie mal, wenn Sie der Saunabiber sind, was haben Sie denn erwartet?
Liste: palindromische Städte, echolalie, sowieso die Website, die von mir einen Lifetime Award bekäme.
Office Voodoo is an interactive film installation for two people.
It tells the story of Frank and Nancy, two bored Irish officemates, condemned to spend their lives in an office. This infinite film is an algorithmic sitcom inspired from Sartre's play "Huis clos", crossbred with an office life simulator.
& während ich auf die S-Bahn wartete, sah mich von jenseits des Gleises diese Frau an hockte da & pisste & rauchte & sah mich an & sagte mich ansehend & pissend & rauchend für gleiches Recht für alle
& gleich daneben eine andere Frau die in einem Nachtzugabteil lag in ihrem Nachthemd & einen Brief schrieb eine Nachtzugreise ist eine Erfahrung die man teilen möchte
& gleich daneben eine andere Frau die mich ansah Freisteller mehr Liebe mehr Lust mehr Lolle & ich dachte oh
& oh dachte ich & wie sie wohl den Pitch gewonnen hätten bei Jung von Matt mit der pissenden Frau die mich ansah & wie sie das wohl präsentiert hatten bei Reemtsma & wie sie wohl gesagt hatten, so ähnlich jedenfalls, ein wenig gewagt ist es ja, aber es passt zu uns & ob wohl jemand dabei gewesen ist, der ihnen gesagt hat dass so wie die Frau hockt, sie sich den Rock anpisst oder ob sie so frech auch wieder nicht sein wollten
& wie breit jemand sein muss der beim Pissen erwischt dich so anlacht und für gleiches Recht für alle sagt & ob das jetzt eine Freiheit ist oder jedenfalls ob sie sich vorstellen dass wir uns vorstellen dass das eine Freiheit ist wenn eine sich hinhockt und lacht und pisst und dich dabei ansieht
& wie dieses Buch das Peithenen neulich in seinem Weblog empfohlen hat & ich gleich gekauft diese Tageschronik von den Berliner Seiten der Frankfurter Allgemeinen ja auch damit beginnt dass eine Frau sich vor ein Haus in dem sie eigentlich zu wohnen scheint hinhockt und pisst dass sie das vielleicht auch für eine Art Freiheit obwohl das ja ein blöder Gedanke aber wieso machen sie das dann
& sowieso wenn ihr mal aufpasst sieht man jetzt öfter pissende Frauen mit ihren Slips in den Kniekehlen Kubrick, Eyes Wide Shut, Nicole Kidman, und da oder dort in irgendwelchen fashion editorials
& wie immer hätte ich das gleich rausreißen sollen, damit man es beweisen könnte, falls es darauf ankäme, noch etwas in der Hand zu haben bei den Diskussionen darüber wie die Welt so ist & der Krieg der Gedanken
(ganz so, als gäbe es Diskussionen darüber, ha! mit mir schon gar nicht, & wenn ich ehrlich bin, über den Zustand der Welt rede ich eh nur mit mir selber so wie jeder von uns [nehme ich an: denn manchmal spürt man das ja, aber beweisen könnte ich das nicht, ich hab vergessen, den anderen gleich ihre Gedanken herauszureißen])
& ob da wohl bei den Jung von Matt-Leuten oder JvM, wie sie sich abkürzen, weiß ich ja, hab mit denen ja gesoffen und mir alles erzählen lassen über den Puddingpitch, ob da beim Pisspitch eine Frau dabeigewesen ist, die das selber für eine ein wenig freche, aber zum Image der Marke passende Idee gehalten hat, oder ob das nur Jungs waren, die sich irgendwie vorstellen konnten, dass wir uns gut vorstellen konnten, dass eine pissende Frau, die dich anlacht und gleiches Recht für alle sagt, eine tolle Frau wäre, mit der man sich etwas vorstellen könnte, was besser wäre als mit der S-Bahn in den Laden zu fahren jedenfalls eine Hundertstelsekunde lang weil mehr Vorstellung braucht eh keiner und nachdenken darfst du drüber auch nicht,
& dann gleich wieder, blöder Gedanke, sich zu fragen, ob da ein Mann eine Frau dabei gewesen ist, auch so eine Sklavenidee gleich wieder von mir, dass jeder gleich wieder ein Stellvertreter sein muss der entweder das falsche Leben oder das wahre Leben durchkämpfen muss bei den Piss- und Puddingpräsentationen
& als dann endlich die S-Bahn kam an diesem Tag, an dem die einen Bestrafungsfanatiker von der CDU über die anderen Bestrafungsfanatiker von der SPD und den Grünen gewonnen hatten,
& ich in den Arbeitnehmerzug einstieg da überfiel mich mit einem Mal ein Mitleid mit uns das ich mir gar nicht mehr zugetraut hatte
& wie erlösungsbedürftig wir doch sein müssen
& und das war jetzt sicher wieder einmal ein wenig überdosiert gefühlt
seltsam auch, auf dem ipod mindestens zehn stücke, die man nicht oder nicht besonders leiden mag, nur deswegen zu haben, weil man weiß, dass sie sie mag, obwohl sie doch ihren eigenen ipod hat.
verschorfung des universums wäre allerdings auch eine formulierung, die mir gefallen könnte, hätte jemand anderer als meine unkonzentriertheit sie hingeschrieben
was yves saint-laurent dieser tage macht, würde mich doch ein wenig interessieren & ich bete, es geht ihm gut.
[neulich wanderte ins depot der ungeschriebenen geschichten: kindheit von couturiers, puppentheaterkostüme, karnevalskostüme, die nähmaschinen von maman. eine urgeschichte der mode.]
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