Samstag, 2. November 2002

"And then away from our civilisation for two of the fifty-two weeks, sitting out among the stars, our eyes wincing from the cataclysm of them, our souls shied by the import of them, we glance up quickly, mention their beauty, and resume our conversation of the whatnot. "

Die International Dark-Sky Association kämpft gegen die Lichtverschmutzung, gegen das Blenden von Tieren, gegen die Beleuchtung von Bergmassiven, für Sterne in den Städten und für mehr Dunkelheit. Ein wenig alarmistisch, ja, aber dann doch, für ein paar Gedanken, eine edle Idee.





C’est très vaste. Cela inclut la séduction, le désir, la perversion…

Lust: Leaving Monte Carlo. Mit Audios.





For the duration of his show, he looks like a rabbit caught in headlights; squashed between two backing singers, he has no chance of escaping the glare. He wobbles his head back and forth while he sings, as though trying to shake off a nightmare. If he ever relaxes into playing live, you imagine he could make quite an entertaining raconteur; for now, it's all he can do to intone "Fucking scary" over and over. Most songs end with him barking "Awwoight" in a voice of strained enthusiasm. You have to wonder who exactly this impersonation of Michael Barrymore is supposed to reassure. [Guardian]

Baxter Dury, Sohn von.





... subsequent slide into obscurity was strange and quick ... continued to play but only for those close to him ....

Fred Neil. Mit Audios.





Von einer New Yorker Sängerin gelesen, die eine leise, sehr innerliche, fast nicht identifizierbare Coverversion von Satisfaction aufgenommen haben soll, in der der Refrain nicht vorkommt. Und jetzt kann ich mich nicht mehr an den Namen erinnern.





Ich hab mich oft gewundert, warum die linken Schriftsteller zum Aufhetzen nicht saftige Beschreibungen von den Genüssen angefertigt haben, die man hat, wenn man hat. Ich seh immer nur Handbücher, mit denen man sich über die Philosophie und die Moral informieren kann, die man in den besseren Kreisen hat, warum keine Handbücher übers Fressen und die anderen Annehmlichkeiten, die man unten nicht kennt, als ob man unten nur den Kant nicht kennte! Das ist ja traurig, daß mancher die Pyramiden nicht gesehen hat, aber ich finds beklemmender, daß er auch noch kein Filet in Champignonsauce gesehen hat. Eine einfache Beschreibung der Käsesorten, faßlich und anschaulich geschrieben oder ein künstlerisch empfundenes Bild von einem echten Omelette würd unbedingt bildend wirken. Eine gute Rindssuppe geht mit dem Humanismus ausgezeichnet zusammen. Wissen Sie, wie man in anständigen Schuhen geht? Ich mein in leichten, nach Maß, auf feinem Leder, wo Sie sich wie ein Tänzer fühlen, wer kennt das schon von euch? Das ist aber eine Unwissenheit, die sich rächt. Die Unwissenheit über Steaks, Schuhe und Hosen ist eine doppelte: Sie wissen nicht, wie das schmeckt, und Sie wissen nicht, wie Sie das bekommen können, aber die Unwissenheit ist eine dreifache, wenn Sie nicht einmal wissen, daß es das gibt. [Brecht, Flüchtlingsgespräche.]





Heute morgen, angelegentlich einer bedrückenden Passage über die demoralisierenden Effekte des Hitler-Stalin-Paktes auf die antifaschistischen Emigranten im Frankreich kurz vor Beginn des 2. Weltkriegs im dritten Band von Manes Sperbers Autobiographie, ist mir aufgefallen, dass ich immer noch außerordentlich gegenwärtige Tobsuchtswut und Empörung über die Vergangenheit empfinden kann; während die Gegenwart selbst mich nur immer müder, resignierter, fatalistischer macht und mich niemals überrascht.





Nach einem Monat, in dem man nicht das Geringste dafür getan hat, den Debatten über das Verhältnis von Weblogs zu Journalismus, Öffentlichkeit, Pop und dergleichen Anschauungsmaterialnachschub zu liefern, kommt einem der erste Rückfall, eher einem schon sehr vagen Pflichtempfinden als Mitteilungswünschen geschuldet, sehr befremdlich vor.





St. Paul. Cap Ferrat. Menton. Antibes. Nice. Mougins. Saint Tropez. Bormes-les-Mimosas. Hyeres. Ile de Poquerolle. Cassis. Saintes Maries. Arles. Massilan. Orange. Avignon. Roussilon. Apt. Bauduen. Grasse. Roquefort le Pin. Torno. Zürich. Weil. Münstertal. Trier. Brauneberg.





Dienstag, 29. Oktober 2002

jammern hab? ich mir vorgenommen. Gar nicht so einfach. Jammern ist nahe liegend. Klagen erleichtert die Seele für einen Moment, wälzt ein wenig Last auf das Gegenüber ab. Mit dem nächsten Schluck Kaffee ist auch der Nachgeschmack verschwunden.

Standen mir fast die Tränen in den Augen, unlängst. Da stand in einer Personalanzeige "wenn sie nicht älter als 35 Jahre sind". Bin ich aber. Ein klein wenig älter nur aber eben keine 35 mehr. Mit 35 auf dem Arbeitsschrottplatz, wo ich dachte, eine fünf vorneweg heißt Angst haben müssen.

So arg wie momentan war es noch nicht. Ich kenne mehr arbeitslose als arbeitende Menschen. Mag an der Tunnelsicht liegen: alles Medienvögel, dotcomm-dropouts, schillerndes Gewerbe. Da draußen gibt es mehr als genug formal qualifizierte Menschen für alle angebotenen Jobs. Headhunter und Personalhuren werden überrannt von qualifizierten Überarbeitern mit perfekter Vita. Für bunte Quereinsteiger ist kein Unterkommen mehr. Meinen Lebenslauf kann ich mittlerweile in einer Viertelstunde auf ein ausgeschriebenes Profil frisieren. Macht keinen Unterschied. Techniker, Ingenieur hätte ich werden sollen. Oder wenigstens etwas mit einem SAP vorneweg.

"Burn-rate" erhält eine private Bedeutung: wie lange kommen wir durch mit dem kargen Angesparten? Wo kann man sparen? Am Ökokisterl mit dem Gemüse fürs Kind? Versicherungen kündigen, umziehen, nicht mehr Autofahren? Macht das Kraut nicht fett. Aldi und Öko geht gut, Schwarzfahren statt Autobahn auch. Und mit den V-Ausschnittpullis kommt man auch durch den Winter.

Alles wird immer gut erzähle ich den anderen Jammerern, wenn ich die Klagen nicht mehr hören mag.

Hey. Nicht mehr jammern. Versprochen.





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