Früher war das so: John Wayne begleitete einen Treck Siedler nach Westen, um ihn vor den Übergriffen der Kommantschen zu schützen. Das waren die Bösen. Die Guten waren seit jeher die Apachen, insbesondere die Meskalero-Apachen unter ihrem Häuptling Winnetou. Das ist zwar ein anderer Film, aber das war das Leben.
Heute gibt man sich den Träumen hin und malt sich die Flucht aus Alcatraz an die Wand. Als ob das etwas nützte! Was haben wir denn der Realität sonst entgegenzusetzen? Ich will es Ihnen sagen: Gummiringerl. Ich komme später noch darauf zurück.
das schöne an diesen weblogs ist: man merkt oft, dass man in sehr viel angenehmerer gesellschaft ist als man denkt. all die leute plötzlich, die tolle bücher lesen, tolle musik hören, ihr wissen, ihre gefühle, ihre geschichten teilen. man möchte immerzu kennen lernen. dabei liest man seit hundert jahren zeitungen, müsste da doch auch so sein, bildet man sich ein, ist aber nie so gewesen. keine ahnung, ob es anders wäre, wenn ich zum beispiel von filmbesprechern wüsste, was sie sonst noch machen oder von musikbesprechern, wie ihr wochenende war. sehr eigenartig. (wollt ich auch einmal durchgegeben haben, die liebe zu den weblogs, ist euch ja peinlich, weiß ich doch.)
eine wiederholtaste wäre jetzt nicht schlecht.
1999 ein halbes jahr lang bei einer südafrikanischen tageszeitung gewesen, politik-ressort, berichterstattung wahlen, dabei einige zeit im parlament in kapstadt gearbeitet. der erste offizielle empfang, auf dem ich dort war: schwarze bonzentypen, die sich von ausschließlich weißen kellnern bedienen ließen, entschieden surreale umkehrung, wahrscheinlich der einzige ort auf dem kontinent, wo es das gibt. anlass war irgendwas zu ehren chief mangosuthu buthelezis, der stand aber die ganze zeit nur am rande, sibyllinisches lächeln, später der versuch, mit ihm small talk zu machen, er: kein wort, immer nur lächeln, über die arbeit des TRC, er: lächeln, erzählte ihm dann von johannesburg, dem überfall in hillbrow, sechs mann mit messern, zwanzig zentimeter stehende klinge, wie ich anschließend einen passanten nach einem polizeirevier fragte und der meinte: "they have closed it down, you see, the area is too dangerous", darauf buthelezi: lächeln, später, keine ahnung, weshalb, armdrücken mit ihm, schnell auf unentschieden geeinigt, er: lächeln. sehr unheimlicher typ.
was soll ich lesen? sagt mir das doch, endlich wieder ein buch (diese blöde idee: buch), das, ich weiß auch nicht, stärker ist als ich, besser ist als ich, im moralischen wie im außermoralischen sinne, das etwas mit sprache macht, das mich, ich weiß auch nicht, bestürzen könnte, mich dazu bringen, wegzugehen, zu verschwinden, oder, sei's drum, zu bleiben, jedenfalls anders zu werden (wie ich mir selbst auf die nerven gehe) [aber bitte keines, das mir die welt erklärt, das schaff ich schon selber], was soll ich lesen?
"Laß uns neu anfangen, du bist mein Mann, habe ich ihm damals unter vier Augen gesagt, und Mahmoud tat den Rest."
(Sven Hartung: "...sonst bin ich ganz normal" - Leben mit dem Tourette-Syndrom)
- Grab the nearest book.
- Open the book to page 23.
- Find the fifth sentence.
- Post the text of the sentence in your journal along with these instructions.
[via Parka Salvador Lewis]
DB: very, very ****, thinking of your **** and the ****. RL: remember the last time your **** was all over me I have never **** so hard.
[quelle: sunday times]
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