Mittwoch, 19. Januar 2005

schokolade streichen, bonbons streichen, zigaretten streichen, geld vernichtende handys streichen, tätowierungen streichen, naschwerk streichen, müllabfuhr streichen, weitläufige rasenflächen streichen, rutschen und schaukeln streichen, satelliten streichen, gardinen streichen, sonnenstudios streichen, high heels streichen, beton abtragen, handtäschchen einsammeln, breite reifen zerstechen, bmws, audi tts, tiefergelegte golfs wegnehmen, hausmeister feuern, 1550 euro halbieren, 1840 euro viel zu viel, wohnungen verkleinern, einbauküche zerdeppern, mikrowelle, waschmaschine, spülmaschine, handy, mehrere fernseher, videorecorder konfiszieren, schlafanzug wegnehmen, zeichentrickfilme verbieten, nebenzimmer abschaffen, duplo weg, schüssel mit süßigkeiten weg, 1300 euro überprüfen, logik den boden unter den füßen wegziehen, alltagswissen ha!, marlboro weg, hund weg, tabletten weg, schwangerschaftstest weg, übergewicht weg, piercing weg, arbeitslosenhilfe weg, dvd-brenner weg leistungsfähigen computer einziehen, süßigkeiten weg, weingummis weg, alkohol weg, fastfood weg, exklusives fitness-studio statt rauchen, selbstgepresster obstsaft statt alkohol, presse kann er haben, beim demonstrativen konsum geht noch was, bei den angesagtesten klamotten geht noch was, beim neuesten handy geht noch was, beim auto mit dem fettesten auspuffrohr geht noch was, bei der unterhaltungselektronik geht noch was, bei den spielhöllen geht noch was, fernseher, dvd, video, pc, playstation, einfach alles, weg.

die armen haben immer noch zu viel.





innerlich triumphiert, als ich neulich in einer nicht süddeutschen tageszeitung "heuer" für "in diesem jahr" gelesen habe.

[heuer ist nicht seemannslohn. heuer ist nicht seemannslohn. heuer ist nicht seemannslohn. heuer ist nicht seemannslohn.]





warum norddeutsche fernsehsprecher alois immer "alo-is" aussprechen, wenn sie doch "stoiber" nie "sto-iber" aussprechen.





Hier fliegen die Funkenmariechen: Julia Stehli (19) aus Griesheim bei Darmstadt, die mehrfache deutsche und Europameisterin im Gardetanz vom TSC Schwarz Gold Frankfurt, beim Training. Knapp drei Minuten dauert der Tanz, mit dem sie in diesem Jahr zum fünften Mal zur Europameisterin der Funkenmariechen gekürt werden will - bislang deuten alle Zeichen auf eine Titelverteidigung hin. (Foto: dpa)









White Noise on White Noise is a collection of 36 randomly selected fragments of text from Don DeLillo's novel White Noise. The identifying details of each fragment - the page number it appears on, the line number to begin quoting from and the number of lines to quote - were selected using a random number generator. The fragments appear in page number order, to provide an experience akin to quickly browsing through the novel in a bookstore.
white noise on white noise




Dienstag, 18. Januar 2005

Some of these poems have been to set to music. Others have been slowly yellowing.





nichtsalsdiewahrheit





Denis Robert, Das Glück, rororo, 2005 (im Original 2000)

Dämlicher kleiner "erotischer Roman", soll in Frankreich ein Bestseller gewesen sein, tatsächlich findet man im Netz eine"Lire"-Rezension, die sich angetan gibt, beim NouvelObs eine kleine Hagiographie. Erzählt wird, was in diesem Genre sicher schon sechzehntausendsiebenhundertdreiundachzig Mal heruntererzählt worden ist, Mann trifft Frau, beide verheiratet, aber das Poppen ist so leidenschaftlich schamlos schuldlos ausufernd, blablablabla, und huch! sogar bei Partouzen und beim Autofahren und vor anderen und en plein air und mit sex toys. Zwischendrin die üblichen Mittelschicht-Substandard-Meditationen über Hingabe, über Leidenschaft, über da-lieg-ich-nun-ich-kann-nicht-anders, über was-sagt-das-jetzt-alles-über-mich (das sind die Parts, die Texte erotisch machen, das Äquivalent zum Strauchtomaten-auf-dem-Isemarkt-Kaufen auf sexuellem Terrain, le Distinktionsbedürfnis). Den nächsten, der sich einbildet, er wäre ein besserer Beschreiber als der unambitionierte Kollege, weil er ein Frenulum erwähnt, soll übrigens auf der Stelle der Blitz treffen. Das Allerdämlichste in Das Glück ist, dass er ihr Nicholsons Bakers Vox schenkt und sie hinterher anruft, um sich zu erkundigen, ob ihr das Buch gefallen hätte, und Überraschung! es hat ihr auch gefallen, und schon will er von ihr wissen, was sie anhat, und dass sie das jetzt auszieht, jetzt gleich, übers Telefon. Gott, wie schäbig.