lrb / eric hobsbawm > retreat of the male. lange besprechung von göran therborns between sex and power: family in the world 1900 - 2000, an stellen hochinteressant.
[was man aber auch noch bräuchte: eine geschichte der sehnsucht nach family values in den western societies. das beharrungsvermögen dieser irrationalen blueprints. letzte woche erst drei junge, upwardly mobile frauen im raum gehabt, die auf die zermürbungen durch den job mit dem wenn-doch-jemand-käme, um-mich-zu-heiraten-seufzer reagiert haben.]
geschichtsschreibung: die methode des teilchenbeschleunigers.
mich gestern nach einer weltgeschichte der entdeckungen und forschungsreisen gesehnt, in der getreulich auch die ankunft des ersten mongolen in niedersachsen oder die erste fahrt eines chinesen auf dem rhein verzeichnet werden, so wie sonst nur die mr. livingstone, I presume-abenteuer.
christopher browning hat ein neues buch geschrieben. the origins of the final solution vertritt eine mir sofort einleuchtende these: "The decisive impulse was not defeat but the euphoria of victory in Russia, in the summer of 1941. It was the sense that they were invincible which persuaded the Nazis that the genocide of Soviet Jews, which they were already carrying out, could be extended to the Jews of every nation they controlled."
Not right away, but increasingly, Freud could be referred to only by work, not by name or specific recognizable terms, and more as work of therapy than as that of theory. But while Freud's books were the toast of the 1933 book warmings, at the institute the same works were available to members right to the finish line. Freud's portrait, however, was removed in 1938 from the spot it was in across the hall from the Hitler portrait, which then stared on out into space without other until 1945.
The most familiar version of the story, the one that appears in "Slaughterhouse Five," is that Dresden, the seventh largest city in Nazi Germany, was a lovely, cultured place of no military significance that had been left untouched by the air war before February 1945. The Allies' attack, two waves of Royal Air Force bombings on the night of Feb. 13 and a lesser raid by American planes the following day, was an unprecedented, unnecessary, vindictive assault made at a point when the war was essentially over and when the Allies knew that the city was full of refugees fleeing the advancing Russian front to the east. The attack, according to this version, was a pure "terror bombing" designed to wreak maximum havoc and culminating in the aerial strafing of people fleeing the flames. Somewhere between 135,000 and a half-million people were killed.Salon (day pass required) > Review: "Dresden: Tuesday, Feb. 13, 1945" by Frederick Taylor. So the Allies ruthlessly -- and unjustifiably -- firebombed Germany's most beautiful city and murdered hundreds of thousands of people, right? Not quite, says a prominent British historian.According to Taylor, most of the above is simply untrue.
wie das im irak wohl ausgehen wird? werden regierungen darüber fallen?
ist auch nicht mehr schick.
Die Schicksale des Fabrikarbeiters werden am besten veranschaulicht durch raschen Überblick der Schicksale der englischen Baumwollindustrie. Von 1770 bis 1815 Baumwollindustrie gedrückt oder stagnant 5 Jahre. Während dieser ersten 45jährigen Periode besaßen die englischen Fabrikanten das Monopol der Maschinerie und des Weltmarkts. 1815 bis 1821 gedrückt, 1822 und 1823 prosperierend, 1824 Aufhebung der Koalitionsgesetze, allgemeine große Ausdehnung der Fabriken, 1825 Krise; 1826 großes Elend und Aufstände unter den Baumwollarbeitern; 1827 leise Beßrung, 1828 großer Anwachs von Dampfwebstühlen und Ausfuhr; 1829 übergipfelt die Ausfuhr, besonders nach Indien, alle frühren Jahre; 1830 überfüllte Märkte, großer Notstand, 1831 bis 1833 fortdauernder Druck; der Handel nach Ostasien (Indien und China) wird dem Monopol der Ostindischen Kompanie entzogen. 1834 großes Wachstum von Fabriken und Maschinerie, Mangel an Händen. Das neue Armengesetz befördert die Wandrung der Landarbeiter in die Fabrikdistrikte. Fegung der ländlichen Grafschaften von Kindern. Weißer Sklavenhandel. 1835 große Prosperität. Gleichzeitige Tothungrung der Baumwollhandweber, 1836 große Prosperität. 1837 und 1838 gedrückter Zustand und Krise. 1839 Wiederaufleben. 1840 große Depression, Aufstände, Einschreiten des Militärs. 1841 und 1842 furchtbares Leiden der Fabrikarbeiter. 1842 schließen die Fabrikanten die Hände von den Fabriken aus, um den Widerruf der Korngesetze zu erzwingen. Die Arbeiter strömen zu vielen Tausenden nach Yorkshire, vom Militär zurückgetrieben, ihre Führer vor Gericht zu Lancaster gestellt. 1843 großes Elend. 1844 Wiederaufleben. 1845 große Prosperität. 1846 erst fortdauernder Aufschwung, dann Symptome der Reaktion. Widerruf der Korngesetze. 1847 Krise. Allgemeine Herabsetzung der Löhne um 10 und mehr Prozent zur Feier des "big loaf". 1848 fortdauernder Druck. Manchester unter militärischem Schutz. 1849 Wiederaufleben. 1850 Prosperität. 1851 fallende Warenpreise, niedrige Löhne, häufige strikes. 1852 beginnende Verbeßrung. Fortdauer der strikes, Fabrikanten drohn mit Import fremder Arbeiter. 1853 steigende Ausfuhr. Achtmonatlicher strike und großes Elend zu Preston. 1854 Prosperität, Überfüllung der Märkte. 1855 Berichte von Bankerotten strömen ein aus den Vereinigten Staaten, Kanada, ostasiatischen Märkten. 1856 große Prosperität. 1857 Krise. 1858 Verbeßrung. 1859 große Prosperität, Zunahme der Fabriken. 1860 Zenit der englischen Baumwollindustrie. Indische, australische und andre Märkte so überführt, daß sie noch 1863 kaum den ganzen Quark absorbiert haben. Französischer Handelsvertrag. Enormes Wachstum von Fabriken und Maschinerie. 1861 Aufschwung dauert Zeitlang fort, Reaktion, Amerikanischer Bürgerkrieg, Baumwollnot. 1862 bis 1863 vollständiger Zusammenbruch.
marx, kapital 1, 13.7
Mehrmals in der SZ gesehen: eine Anzeige einer amerikanischen Bäckerei fordert auf, jeden Donnerstag nichts einzukaufen. Oder nur das Nötigste. Konsumverschub als Kriegstreibereiprotest. Wird gemacht, hoffentlich merkt das jemand.
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habe ich in den letzten Wochen den angekündigten Krieg der Amerikaner gegen den Irak. Bis vor wenigen Minuten gelang dies gut. Zu abwegig ist die Vorstellung, die größte Macht der Erde würde mit offenem Visier ein nordafrikanisches Land attackieren um einen Diktator zu eliminieren. Dann sendete CNN Dabbeljus erste öffentliche Rede nach den amerikanischen Zwischenwahlen. Bush hat nun alle Mehrheiten, keine Skrupel und keine nennenswerte Opposition mehr. Wenn es denn öffentliche Gegenrede gibt, dann erfahren wir in deutschen Medien nicht aktiv etwas davon. Die Ansichten der Alliierten jucken Bush wenig. Ein zweiter Flugzeugträger ist unterwegs. Ich will mir nicht vorstellen was geschehen wird.
Das einzige Bild das ich lange Zeit besaß, stammt von Safa, einem auf Elba lebenden Maler. Ich bekam es geschenkt unter der Bedingung mir aus den vielen Bildern auf dem Tisch ohne lange zu überlegen ebenjenes auszusuchen, das mich unmittelbar anrührte. Dieses sprang mich an.
Das Bild malte Safa in ebenjener Nacht, als im Fernsehen die Bilder zur ersten Bombardierung Bagdads liefen. Er hatte große Angst und betrank sich danach. Ich hatte große Angst. an diesem Abend, das erinnere ich. Ob Safa noch lebt, weiß ich nicht. Er war damals schon ein alter Mann.
Könnte sein, dass Schröder mit dem Spruch "Nach der Flut soll niemand materiell schlechter gestellt sein als vor der Flut." denselben kapitalen Fehler machte, wie ehedem Kohl mit seinen "blühenden Landschaften". Das merken sich die Leute.
Lauter Beleidigungen, die aus der Mode gekommen sind.
Die Namen sind alfabetisch gereiht.
Neulich waren M. und ich mit den Kindern im Kino, Ice Age. Kurz vor Beginn der Vorstellung musste Paul, gerade sieben geworden, M. noch dringend eine Geschichte erzählen, die ich hier hier nur aus zweiter Hand und mit dem Abstand von drei Wochen wiedergeben kann: Man hätte seine Schule umbenannt. Nun heiße sie nach einer ehemaligen Direktorin, die von bösen Männern entführt worden war. Eines Tages seien sie gekommen, in gelben Anzügen, und hätten sie abgeholt. In eine Ubahn gesteckt und abtransportiert. Und dann sei sie gestorben. Nach dieser Frau heiße nun seine Schule.
Soweit Pauls Geschichte. Völlig durchgeknallt, sagte M. damals nach der Kinovorstellung, stell dir vor, was er mir erzählt hat. Und ich musste lachen und sagte, wie so oft vorher, wenn ich Leuten erzähle, wie speziell Paul ist: Er denkt sich dauernd solche Geschichten aus. Keine Ahnung, wie er auf das alles kommt.
Heute nun hatte ich in Pauls Schule zu tun, Besprechung mit einer Lehrerin, und, ach ja, es ging unter anderem auch um die Geschichten, die Paul so erzählt.
Dann, beim Hinausgehen, fiel mir eine Gedenktafel gleich am Ausgang auf. Die Gedenktafel erinnerte an Marie Beschütz, eine Jüdin, bis 1934 Lehrerin an Pauls Schule, nach Riga deportiert.
Plötzlich war alles dort, wo es hingehörte. Die Männer verwandelten sich in Gestapolizisten, die Ubahn in einen Viehwaggon, und die gelben Anzüge, er wird sie verwechselt haben mit dem Stern, den sie tragen musste.
Was für ein Land, in dem man sich davor hüten muss, die Hirngespinste der Kinder für Hirngespinste zu halten statt für die Wirklichkeit. Was habe ich mich geschämt für mein "ach ja, Paul und seine Geschichten"-Lächeln.
Erst heute habe ich, ganz zufällig, gelesen, dass "1996 durch einen Aufschwung des Klassenkampfes in Deutschland gekennzeichnet" war.
Franz Krahberger über die Pürgger Weisswäscherei.
Auf Kakanien revisited, einer Website, die sich der Erforschung der Kulturen Mittel-Ost-Europas verschrieben hat, gibt es für Balkansehnsüchtige wie mich recht interessante Texte als pdf-Downloads. Über das geopolitische Konstrukt Mittel-Ost-Europa mit Ösistan in der Mitte, das da wohl dahintersteckt, muss man ja keine Worte verlieren, es ist halt ein weiterer Versuch der Identitätspolitik, und man bräuchte mal das Gegenteil davon und das Abwerfen der Identitäten und einen offensiv vermischten Neobalkan, aber über dem Unbehagen am Konzept muss man ja nicht die Güte der ein oder anderen Studie übersehen.
Masumi Hayashi, Professorin für Fotografie an der Cleveland State University. Hat viele Gefängnisse fotografiert. Ihre Website zeigt Arbeiten, die sich mit den Internierungslagern für Amerikaner japanischer Abstammung während des II. Weltkriegs beschäftigen. Sehr gespenstisch.