"Westerland (Sylt)" gelesen, gefreut ohne Grund.





place vendome, nachts





dort oben auf der insel auch eine testrunde reiki, the proof of the pudding is to eat it. [quote:] "so haben zum beispiel jesus und buddha geheilt." [unquote] auf einer massagebank liegend, alle fünf minuten hände an einer neuen stelle aufgelegt bekommen, kosmische energie galore! man könnte sich jetzt sehr lustig darüber machen & man sollte es auch. fact was: ich hatte, dahintreibend unter den händen, lauter meeresvisionen, alle meere meines lebens, von pula, jugoslawien bis bondi beach, sidney. lustigerweise am intensivsten, während madame ihre hände auf meine knie gelegt hatte. wenn das auch nichts zu bedeuten hatte: es hatte auf eine sehr angenehme weise nichts zu bedeuten.





your palm bleeds whenever they shake your hands





herzwortmacher via thomas





Das Zahncremegeschwür. Das Minzkarzinom.





"Sie sieht aus, als besäße ihr Vater eine dieser aufblasbaren Tennishallen."





Traum. - Einer, den ich noch nie gesehen habe, der aber mein bester Freund sein muss, und ich sitzen in einem großen, loungigen Raum (die Nelson-Bank..., der Eames-Stuhl...). Einer von uns beiden oder der Traum sagt: "Sie wird bald heiraten. Im September." Einer von uns beiden, diesmal nicht der Traum, sagt: "Dann müssen wir bald Abschied von ihr nehmen." Danach wühlen wir beide, mein bester Freund und ich, lange in unseren Unterlagen und versuchen, einen Tag zu finden, an dem wir Zeit haben. Schließlich sagt einer, mein Freund oder ich: "Aber wenn wir erst im August Zeit haben, schläft sie sicher nicht mehr mit uns." Ich wache auf.





Am Morgen dann dieses Glück, sie im Badezimmer wiederzufinden, eine Handbreit vor dem Spiegel, ihre blinden Augen nachziehend, Handtuch um die Hüften, Handtuch um die Haare, die Rückenwirbel! der Nackenflaum! das Nordblond! das Leuchten! Vermeer, dachte ich, endlich wieder Vermeer sehen, wieviele Meilen hab ich denn noch?





Silent dating.

Sure, some of the scribbled chitchat was as banal as real talking ("What brings you here?"), but for the most part, the correspondence game freed people to be livelier than usual, one harridan penciling "Fuck you" to my friend without much provocation. ("Fuck me" would have been more to the point.) By the end, I was convinced that this gimmicky mute emporium is the way things ought to be, though the waiter who kept pushing through the crowd with cups of sizzling cocoa, unable to say "Excuse me," was so terrifying I now feel clubs need dumb talk and bad DJs.





Obercunnersdorf. Exkursion "Regionale Holzbauweisen der Lausitz" unter der Leitung von Prof. Dr.-Ing. Christian Schurig, besichtigt am 14. November 2002 auch das so genannte "Schunkelhäusel".





dann wieder der deprimierende gedanke, dass es "nicht mehr allzuviele" (*) gäbe, deren tod mich niederschlagen könnte. keine namen jetzt, fällt man sich selbst ins denken, das zieht das unglück nur an. und denkt doch die listen zu ende.

(*) (menschen, die ich nicht persönlich kenne)









nyt > john galliano





"ihr nehmt immer alles viel zu früh wahr."





"What the colon does in black tie the semicolon does in khakis," says William Germano, vice president and publishing director at Routledge. "What they have in common in most academic writing is that both tend to be markers of 'watch me do something complicated.'"

The Chronicle of Higher Education > No Mark of Distinction. Some publishers and scholars want to purge the colon from book titles; the only thing that's worse: semicolons . Via: AL Daily.





heute in aller ernsthaftigkeit gedacht: "wenn herbie hancock auch noch stirbt, bring ich mich um". bei der heimfahrt m. gegenüber dann ergänzt auf: "herbie hancock und bob dylan".

beim protokollieren die erinnerung an meinen exkollegen gütt, der sich, so hieß es jedenfalls, "wegen der deutschen wiedervereinigung" umbrachte. leuchtete mir auf der stelle ein, galt bei anderen kollegen dagegen als "auslöser, nicht anlass". *

("auch" meaning: miles davis, tony williams, john coltrane, bud powell, chet baker, art blakey, charles mingus. merkwürdig, es ist, als hätte man kriege, hungersnöte, heuschreckenplagen überlebt, sobald man sätze wie "art blakey habe ich auch noch live gesehen" oder "big bill broonzy habe ich noch in einem konzert gesehen" sagen kann)

* gütt, der exakt so war, wie ich mir mit zwölf, jeden sonntag den internationalen frühschoppen ansehend, journalisten imaginierte, zu denen ich damals schon dringender als zu jedem anderen stamm gehören wollte: tweedjacket, taschen ausgebeult von amerikanischen und britischen tageszeitungen, irgendwann gegen mittags in der redaktion auftauchend, erstmal sich aufs ledersofa in seinem einachser hauend, nach dem schlafen irgendeinen kommentar in die mechanische hauend (tretend? manches müsste ja man mit den füßen schreiben), zwischendrin bei mir auftauchend, nach büchern fragend, die er rezensieren könnte, immer jene wählend, in denen es um elend & elend der deutschen geschichte ging, ich sofort in ihn verliebt (zu scheu, ihm das zu sagen), seinetwegen nie bereuend, den fix&fertigen tempo-vertrag nie unterschrieben zu haben, sondern stattdessen zum stern (nun ja). der andere einachsernachbar herr frank, bis heute unsterblicher anfang seiner vater-serie, aber andere geschichte.





[...] phantasien, die auf seinen körper herabrieselten wie schneeflocken [...]









wenn die, gerade auch erst aus meiner müdigkeit hervorgekrochene these nicht ganz falsch ist, komik bestünde auch darin, dass wir längst ausgestandene qualen vorgeführt bekommen, über die wir, halb erlöst, halb noch vor angstlust zitternd, nun schon lachen können (das vom fabrikssystem zerstört werden bei chaplin, das von der sich noch nicht erklärenden herrschaft zermalmt werden bei kafka usw), dann müsste ein zukünftiger slapstickfilm eigentlich so aussehen wie mein eigenes aktuelles leben: ein mann, der zwölf, vierzehn stunden vor dem computer sitzt und sich das leben ausdenkt, das er nicht hat.

was ich dann doch jetzt schon zum lachen finde.





how would you describe miles davis trumpet sound [via close your eyes]. m. sagt ja immer: "dieser dünne nebelverhangene strahl". und ich über chet bakers stimme: "ich mag stimmen, die nach innen singen".





gestern nachts am hauptbahnhof gewesen. vor mir auf der rolltreppe zwei japanische violinschülerinnen, am geigenkasten der einen baumelte ein bettelarmband. fast in tränen ausgebrochen. schob es, ohne zu zögern, auf den geruch. es roch aber nach gar nichts. man hat so seine literarischen momente.





b über u: "... zum interessantsein verdammt ..."





die mutter von brigitte, die im november geburtstag hat, kauft brigitte im september ein wunderschönes unterwäscheset und hätte nichts dagegen, wenn brigitte das wunderschöne unterwäscheset schon jetzt tragen wollte, aber das sagt brigittes mutter nur, weil sie wissen will, mit wem brigitte unaussprechliche dinge tut.





illies lesen. alle paar sätze möchte man ihn auf den schoß nehmen und "lass mal" sagen, "ist nicht so schlimm, dass es in malle pisst, dass bei deinen kumpels kieserplakate hängen, dass dir deine waschmaschine auch nicht hilft, dass du immer mit deinen öden freunden im auto sitzen musst, dass dich schröder nicht bewegt, dass das nutelladosenaufstechen nicht mehr rockt, dass du wieder die dreierpackung paprika genommen hast, obwohl du die grünen paprika noch nie leiden konntest (du weichei, übrigens, die gelben dürftest du nicht mögen) und weißgottwasnochalles du schlimm findest". aber dann fürchtet man, dass der sofort zu klammern begänne, bei einem einzöge, den ganzen tag nur herumsäße, um xavier naidoo oder so etwas zu spielen. also nimmt man ihn nicht auf den arm.