Mittwoch, 15. Oktober 2003

www.bobdylan.com





kunstradio, radio broadcasts, viel zu finden.





„Sein Gesicht?“, fragt ein Journalist 1964 zu Recht, „du liebe Zeit: der Qualtinger hat doch kein Gesicht. Der hat zwanzig, dreißig, zweitausendvierhunderteinundfünfzig. Manchmal sieht er für nahezu drei Minuten aus wie der Qualtinger, aber dann ...

Günter Krenn: Enemy of Gemütlichkeit

Der Alkohol wurde auch beim Filmen immer wieder zum Problem. Dieter Berner erinnert sich, dass er sogar eine stumme Szene mit Qualtinger vier Mal drehen musste: Der Schauspieler konnte sich nicht merken, dass er ins Haus gehen sollte.

Wolfgang Kralicek: Zum Wilden Mann. Was natürlich ein Scheiss ist, weil was soll sich einer merken, dass er ins Haus gehen soll. Und die letzten Auftritte von Oscar Werner, der Kleist halt, der war überhaupt nicht tragisch, nur für diese Wangenknochen-Jules-et-Jim-Verehrer, die das nie verstanden haben, dass die Wahrheit auf den Ruin zusteuert, aufs auf die Fresse fallen auf der Bühne und aufs nicht ins Haus hineingehen, aber okay, schöne Anekdote drin in dem Kralicek-Text, gleich am Anfang. Sowieso, dass es kein Qualtinger-Archiv gibt im Internet.





gerade erst herausgefunden, dass es eine deutsche stenografenjugend gibt.





Dienstag, 14. Oktober 2003

dieser mann ist immer wieder für eine überaschung gut: martin heidegger jetzt auch als poptheoretiker! PopCultures.com > Theorists & Critics (schon älter)





Fast zwei Drittel aller Deutschen leben nicht von eigener Arbeit.





Ein ganz großartiges Buch: Richard Grant: Ghost Riders, Reisen mit amerikanischen Nomaden, Edition Tiamat, 335 Seiten, 20 Euro.

Grant ist ein Engländer, der amerikanische Geschichte studiert hat, nach Beendigung seines Studiums Mitter der 80er seinen Hass gegen und seine Depressionen über englische Regenwinterdüsterkeiten, Maggie-Thatcher-Geiferpredigten, Sozialamt-Demütigungen und das Existieren in Fickzellen mit Zentralheizung nicht mehr ertrug, so lange jobbte, bis er sich ein Flugticket in die Staaten leisten konnte und seitdem manisch unterwegs ist im amerikanischen Westen, ohne länger als drei Wochen an einem Fleck zu bleiben. Von diesem Unterwegssein handelt sein Buch, von einer nomadischen Lebensweise in einer Welt der Sesshaften, von langen Fahrten durch völlig flaches, kaum besiedeltes Land, über dem sich der Himmel ausdehnt, von Begegnungen mit Leuten, die es wie er nicht ertragen können, festzusitzen, zu wohnen, "eingesperrt" zu sein. Lastwagenfahrer, die ein paar hundert Meilen für einen Kaffee fahren. Rentner, die ihr Alter im Wohnwagen verbringen. Hobos, die durch die Wüste gehen, Leute, die sich nicht vergesellschaften lassen. Zwischendrin erzählt er, noch einmal, die Geschichte des amerikanischen Westens aus der Sicht des Nomaden; die Cowboys, denen es eher nicht darum ging, den Westen zu erobern, als darum, vor dem Osten davonzulaufen; die Ankunft des Pferdes in der Neuen Welt; ein großartiges Kapitel über die Lebensgeschichte Cabeza de Vacas, der als Conquistador nach Amerika kam, Schiffbruch erlitt, zum Sklaven von Indianern wurde, entkam, sich als Händler zwischen miteinander verfeindeten Indianerstämmen durchschlug und nach seiner Rückkehr nach Spanien es nicht mehr ertrug, in geschlossenen Zimmern zu sein; historische Rastlosigkeiten; all so was eben.

Einige Rezensionen:

Außerdem:





einen film "ein (un)möglicher härtefall" zu nennen, ist ja aber selbst auch ein unmöglicher härtefall.





die erste hälfte von herrn lehmann ist übrigens das nachgereichte nonstop nonsens für kreuzberg 36.





Montag, 13. Oktober 2003

Bis zum Beweis des Gegenteiles behaupte ich, dass Kinder auch durch die alleinige Aufnahme von Gelbwurst gedeihen.





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