new yorker > blocked. why do writers stop writing? von joan acocella ist ein hübscher artikel, wenn auch nicht abgründig genug. milde ausgedrückt.
von 12 möglichen punkten bisher einen einzigen gemacht, für die tendenz. danke, zizou.
das wetter wurde Ihnen präsentiert von yello strom gehört zu den perfideren sätzen.
traum. - nachts in einem laubwald gegangen, undeutlich gewusst, dass ich mich in afrika befand, eine hyäne kreuzte meinen weg, sprang mich an, verbiss sich in meiner goldenen pulsuhr, ich schleuderte die hyäne von mir, schlug mit dem arm aufs laken, wachte davon auf, war bestürzt.
musterwohnungen angesehen, vierstöckige townhouses. gleich dahinter zu kommen versucht, welche sorte bewohner die makler sich vorzustellen versucht haben mit ihren kaminzimmern, felldecken, erdtönen, terrakottaköpfen in den vorgärten, bulthaupküchen, flatscreens in den badezimmern, tintenfässern in den arbeitszimmern. paarhöllen, lachten wir, wieder einmal erleichtert, davongekommen zu sein.
nach einem jahr haben wir sie wieder getroffen, im selben café, wahrscheinlich haben wir sogar dasselbe getrunken, aber das könnte ich nicht beschwören.
damals lebte er noch, gerade noch so, sein körper hing an versorgungsschläuchen, sein geist war schon verkapselt. sie erzählte ein wenig von ihren nachmittagen bei ihm im sterbezimmer und ihrer ständigen alarmiertheit, jeden augenblick könnte der anruf kommen, er hätte es nun geschafft. ein paar wochen danach haben wir in der zeitung von seinem tod gelesen und waren für sie erlöst und für sie erschüttert.
dass es schwerer wäre, als sie gedacht hätte, sagte sie heute. endlich wieder wegkönnen, verreisen, ohne all diese arrangements treffen zu müssen, ja sicher. aber wie schlimm das wäre, ohne ihn. dieser eine nachruf, den sie gelesen hätte, darin: sein frauengeschmack wäre an marilyn monroe gebildet gewesen, und er, der nachrufer, hätte ihn nie glücklich gesehen. so stünde das nun nachzulesen, nach 25 jahren ehe mit ihr, sagte sie (die durchaus zu ihrem vorteil ganz sicher nie wie marilyn monroe ausgesehen hat), und warum er, der geliebte mann, ihm, den nachrufer, sein glück hätte zeigen sollen, verstünde sie ja immer noch nicht.
nützt ja nichts, muss ja weitergehen. und so wird, sagte sie, alles immer um ein jahr älter. manchmal sitze ich vor dem kastanienbaum hier und sage mir, wenn ich glück habe, sehe ich ihn vielleicht noch zwanzigmal blühen. aber dem kastanienbaum ist das natürlich völlig gleichgültig.
bis bald, sagte sie, vielleicht ja in einem jahr.
die jungs, die in matrosenuniform gekommen sind, I MISS YOU auf den mützen. die frauen, die sich frenetisch hochgetuned haben wie sonst nie, SEID IHR BEREIT MÄDELS vor dem champagnerstand. die stylings aus allen ihren perioden, die indianischen gesichter, die silkwood-gesichter, die meerjungfrauen-gesichter, die blonden schwarzen roten ponies. dieses fieber vor der show. dieses losgiggeln dann, was fürn alberner scheiß, wenn es endlich losgeht und sie in einem aufzug auf die bühne schwebt. diese costume changes nach jedem song, und jedesmal ist man dankbar. ihr gesicht, in das man aus irgendeinem grund immer verknallt war (das armenische daran, das melancholische daran, das nie ganz beteiligte daran, das proletarische daran, die wangenknochen, die dunklen augen). wenn ihr gekommen seid, um einen kinky, sexy und sleazy abend zu haben, sagt sie, dann seid ihr heute abend hier richtig, sagt sie, und dass es very fishnet werden wird, au ja. der lächerliche pappmaschee-plüsch-elefant auf dem sie während eines songs sitzt. die lächerliche fellweste, die sie während eines songs trägt. dass sie sich bei jedem showtreppauf-showtreppab von einem ihrer tänzer stützen lässt. die einspieler von sonny mit dieser immer noch unglaublichen prinz-eisenherz-frisur. die einspieler aus ihren talkshow-auftritten, aus ihrer fernsehshow, aus ihren filmen. diese knochentrockenen antworten, die sie auf talkshow-host-fragen hatte, das angenehm amerikanische an den fernsehclips, das du dir selbst noch nie hast erklären können, dich aber immer schon angezogen hat, immigrantenkultur, handfest, community, irgendsowas, sogar in barbra-streisand-filmen (obwohl die ja wirklich nicht gehen). diese zitate aus den einspielern, mit denen sie sich selbst auf den arm nimmt, after a nuclear holocaust, there will be cockroaches and cher. dieser körper, wie alt mag die jetzt sein, die muss doch sechzig sein, ich erwäge gerade eine schönheits-op, sagt m., noch ein kostümwechsel, au ja, legendär sagt m., au ja.
bei der farewell tour von cher gewesen, großer camp, jede sekunde geliebt.
There was nothing to do now but wait. The big ship felt empty and strange. There were 422 beds covered with new blankets; and a bright, clean, well-equipped operating room, never before used; great cans marked "Whole Blood" stood on the decks; plasma bottles and supplies of drugs and bales of bandages were stored in handy places. Everything was ready, and any moment we would be leaving for France'There is a point where you feel so small and helpless in an enormous, insane nightmare of a world that you cease to give a hoot and start laughing'. How the celebrated American war correspondent Martha Gellhorn saw the Normandy invasion.
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Sixteen years passed. West Germany was now the favourite ally of the United State government and always referred to as 'the new Germany'. I became curious about the new Germans, those who were innocent of any involvement in the war, so in November and December 1962 I made a long tour of German universities from Hamburg to Munich listening to students and sitting in on university seminars. With very few exceptions, the young Germans struck me as dismal. Their education was totally dismal. They were taught to learn by heart, to obey not think, and they had learned their lessons well: democracy and anti-communism, which went together, were good; it was necessary to please the great United States, Germany's powerful sponsor. Everyone must work hard and make money for themselves and the prosperity of the state. They were defensive about their parents (none o whom had been Nazis) and humourless; dutiful children reciting the approved ideas. They weren't going to threaten the world, but, dear God, you could perish of boredom here. I escape from boredom wherever I find it; I need never come back to this chastened, respectable supremely dull countryMartha Gellhorn: Ohne Mich: Why I Shall Never Return to Germany.
arsenale, merkwürdige & beunruhigende wörterliste.
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