The War on Terror (As viewed from the Bourne shell) via Joi Ito





First it was Iraq, Iran and North Korea. Then George W expanded the axis of evil to include Cuba, Syria and Libya. All I could find that linked these countries was that you could travel to all six on a tourist visa. So I did.

Urlaub in der Achse des Bösen • Teil 1: Nordkorea Phoenix: Mo, 24.03.03, 20.15 Uhr, Di, 25.03.03, 07.30 Uhr • Teil 2: Irak,Iran Phoenix: Di, 25.03.03, 20.15 Uhr, Mi, 26.03.03, 07.30 Uhr

BBC 4:   HOLIDAYS IN THE AXIS OF EVIL





"The BBC's unrivalled team of correspondents is bringing you news from the Gulf and reaction from around the world. On this page BBC News Online logs their impressions and personal experiences as they watch events unfold. Most recent postings are at the top." [link aktualisiert, der von gestern nachts - druckversion - produzierte die fortschreibungen nicht. sorry.]





Ihr dürfts dann wieder wählen, nicht mehr so verlogene 100 Prozent Veranstaltungen, und ihr seids dann ein Leuchtfeuer in der ganzen Region, ihr kriegts dann auch wieder Medikamente und Sprühkäse, kennt ihr schon Sprühkäse, und Kielbasa und Fünfliterbecher Eiscreme mit Pecannusstücken drin, und Slavoj Zizek dürft ihr auch haben, Benzin habts ihr eh schon selber, müssen wir also nichts machen für euch, aber Dualverwendungsprodukte könnts ihr wieder haben, Schafspockenimpfstofffabriken, kein Problem mehr dann damit, vielleicht nicht gleich, erst einmal schauen, aber sonst, seids eh klasse Burschen, wird schon, jetzt ist das erst noch ein bisserl unangenehm, aber dann, alles super, werdet schon sehen, die beneiden euch noch drum.





"Über das Quid pro quo ihrer Stellungnahmen täuschen sich die diplomatischen Profis nicht. Wenn sie nationale Ansprüche als Erfordernisse des Völkerrechts ausdrücken, dann wissen sie, was sie tun, und werden von ihrem Gegenüber auch genau so verstanden. Mit denselben Chiffren, in denen die nationalen Egoismen zugleich versteckt und überhöht werden, versorgt man auch die Völker, die sich in den internationalen Affären orientieren sollen - und bei denen steht es nicht so gut mit dem Unterscheiden. Sie dürfen Moral und nationales Interesse so lange verwechseln und durchmischen, bis beides ein und dasselbe wird: Dann treiben sie sich ernsthaft in Fragen der Glaubwürdigkeit der Legitimation des Krieges herum - als ob es darum ginge oder gehen sollte. Mitdenkende Idealisten machen sich stark für die friedliche Abrüstung des Irak, als ob das schon immer ihr Anliegen gewesen wäre. Aktivisten demonstrieren für Frieden und gegen Krieg und fordern Standhaftigkeit von ihrer Regierung. Dabei geht es weder der noch einer anderen Regierung um diese Alternative. Schröder, Chirac, Putin und andere, die schon manchen Krieg nützlich gefunden haben, sorgen sich im aktuellen Weltkonflikt nicht um den Frieden, sondern um ihren imperialistischen Einfluss. Aber das ist wohl schwer auseinander zu halten. " hier.





was mir bisher noch fehlt in diesem krieg, ist der fernsehbeitrag, in dem kinder mit buntstiften irgendwelche flugzeuge malen, die irgendwelche häuser in klump schießen, und links oben guckt die sonne traurig.





Sind Sie gegen den Krieg?

Sind Sie gegen jeden Krieg oder gegen diesen besonderen Krieg?

Sind Sie entschiedener gegen diesen Krieg als gegen andere Kriege?

Warum?

Glauben Sie, dass es darauf ankommt, wofür oder wogegen Sie sind?

Glauben Sie, dass es darauf ankommen sollte? Warum?

Glauben Sie, dass ein Krieg, in dem amerikanische oder europäische Interessen keine Rolle spielen, in Ihnen ebensoviele Gedanken und Gefühle auslöst als der Krieg gegen den Irak?

Liegt an es an Ihrer Informiertheit, ob Sie gegen den einen Krieg mehr als gegen einen anderen sind?

Haben Sie sich jemals selbst über einen Krieg informiert, an dem die Nachrichten in Ihrem Land kein Interesse hatten?

Hätten Sie ein schlechtes Gewissen, wenn man Sie auf die Kriege aufmerksam machte, für die Sie sich von selbst nie interessiert haben?

Lassen Sie es beim schlechten Gewissen bewenden?

Interessiert Sie der Krieg gegen den Irak deswegen mehr, weil bei ihm die USA eine entscheidende Rolle spielen?

Interessiert Sie der Krieg gegen den Irak deswegen mehr, weil er Interessen Ihres Landes berührt?

Haben Sie sich jemals gefragt, welches Interesse Ihr Land an der Situation im Irak hat? Haben könnte? Haben sollte?

Hat Ihr Land an der Situation im Irak ein berechtigteres Interesse als zum Beispiel Tonga, Peru, Neuseeland oder Luxemburg?

Bestätigt der Krieg gegen den Irak Vorurteile, die Sie gegen die Außenpolitik der USA haben?

Glauben Sie, dass die Außenpolitik Ihres Landes vernünftiger ist als jene der USA?

Falls ja: Aus Einsicht? Oder weil sie über die Mittel nicht verfügt, die den USA zur Verfügung stehen?

Sind Sie gegen diesen Krieg, weil es die USA sind, die ihn wollen?

Sind Sie gegen diesen Krieg, weil es der Irak ist, gegen den er geführt wird?

Sind Ihnen die irakischen Zivilisten wirklich wichtig?

Haben Sie sich für das Los der irakischen Zivilisten eigentlich jemals interessiert, als gerade kein Krieg gegen den Irak geplant und angekündigt wurde?

Ist es für Ihre Haltung gegen den Krieg wichtiger, dass er das Leben von Zivilisten kostet, dass er ein Präzendenzfall für weitere Kriege sein könnte, dass er das Völkerrecht bricht, dass er die USA noch mächtiger macht, oder dass er zu unabsehbaren Konsequenzen führt?

Können Sie die Antwort auf die letzte Frage mit Ihrer Moral vereinbaren?

Zwingen Sie sich dazu, bei der Beurteilung von politischen Entwicklungen Ihre moralischen Impulse aus Ihren Überlegungen herauszuhalten?

Glauben Sie, dass sich die USA bei Ihrem Kriegskurs von moralischen Erwägungen leiten lassen?

Wie auch immer Sie die letzte Frage beantwortet haben: Stört Sie das? Und warum (nicht)?

Ist Ihnen der Krieg gegen den Irak unangenehmer als das Regime, gegen das er geführt wird? Warum (nicht)?

Was genau stört Sie an dem Umstand, dass es nicht die Iraker selbst sind, die Saddam Hussein aus seinem Amt vertreiben werden?

Was genau stört Sie daran, dass der Krieg gegen den Irak möglicherweise das Völkerrecht brechen wird?

Wissen Sie überhaupt, was im Völkerrecht steht? Haben Sie die einschlägigen Texte jemals selbst gelesen oder sich über sie halbwegs informiert?

Sind Ihnen diese Fragen lästig?

Glauben Sie, dass vom Irak eine Bedrohung ausgeht? Für wen?

Halten Sie es überhaupt für legitim, die Frage zu stellen, ob vom Irak eine Bedrohung ausgeht - oder möglicherweise für eine unzulässige Einmischung in die Angelegenheiten eines souveränen Staates?

Glauben Sie, dass dieser Krieg "für Öl" geführt wird?

Falls ja: stört sie das mehr als zum Beispiel ein Krieg, der "für Menschenrechte" geführt wird?

Gibt es für Sie gute Gründe für einen Krieg?

Falls ja: Was macht diese besser als die Gründe, die für den Krieg gegen den Irak vorgebracht werden?

Könnten Sie sich vorstellen, dass der Krieg gegen den Irak möglicherweise auch gute Folgen haben könnte?

Falls ja: Warum fällt es Ihnen schwer, es zu akzeptieren, dass gute Folgen durch Mächte herbeigeführt werden können, die aus verwerflichen Gründen und mit verwerflichen Mittel handeln?

Ist es vielleicht vor allem das selbstgerechte, arrogante, kompromisslose und blutdürstige Auftreten der amerikanischen Regierung, dass sie gegen diesen Krieg einnimmt?

Würden Sie weniger gegen diesen Krieg sein, wenn er von moralisch gebrochenen, Bedenken mehr simulierenden, Menschenrechte vortragenden, zweifelnder wirkenden Politikern vorgetragen würde?

Was hätten Sie eigentlich dagegen einzuwenden, wenn die USA im Nahen Osten mächtiger würden? Und von welchem Standpunkt aus?

Nervt Sie dieser Krieg?

Falls ja: schämen Sie sich dessen?

Haben Sie jemals Freunde und Bekannte mit Ihren Auffassungen über diesen Krieg behelligt?

[wird fortgesetzt]





Schon etwas älter, immer noch eindrucksvoll: Beim Press Briefing by Ari Fleischer vom 6.1.2003, stellt Helen Thomas, Hearst News Service, übrigens 82 Jahre alt, dem Sprecher des Weißen Hauses einige Fragen und lässt sich von dessen Antworten nicht beirren:

MR. FLEISCHER: [...] And with that, I'm more than happy to take your questions. Helen.

Q [= Helen Thomas] At the earlier briefing, Ari, you said that the President deplored the taking of innocent lives. Does that apply to all innocent lives in the world? And I have a follow-up.

MR. FLEISCHER: I refer specifically to a horrible terrorist attack on Tel Aviv that killed scores and wounded hundreds. And the President, as he said in his statement yesterday, deplores in the strongest terms the taking of those lives and the wounding of those people, innocents in Israel.

Q My follow-up is, why does he want to drop bombs on innocent Iraqis?

MR. FLEISCHER: Helen, the question is how to protect Americans, and our allies and friends --

Q They're not attacking you.

MR. FLEISCHER: -- from a country --

Q Have they laid the glove on you or on the United States, the Iraqis, in 11 years?

MR. FLEISCHER: I guess you have forgotten about the Americans who were killed in the first Gulf War as a result of Saddam Hussein's aggression then.

Q Is this revenge, 11 years of revenge?

MR. FLEISCHER: Helen, I think you know very well that the President's position is that he wants to avert war, and that the President has asked the United Nations to go into Iraq to help with the purpose of averting war.

Q Would the President attack innocent Iraqi lives?

MR. FLEISCHER: The President wants to make certain that he can defend our country, defend our interests, defend the region, and make certain that American lives are not lost.

Q And he thinks they are a threat to us?

MR. FLEISCHER: There is no question that the President thinks that Iraq is a threat to the United States.

Q The Iraqi people?

MR. FLEISCHER: The Iraqi people are represented by their government. If there was regime change, the Iraqi --

Q So they will be vulnerable?

MR. FLEISCHER: Actually, the President has made it very clear that he has not dispute with the people of Iraq. That's why the American policy remains a policy of regime change. There is no question the people of Iraq --

Q That's a decision for them to make, isn't it? It's their country.

MR. FLEISCHER: Helen, if you think that the people of Iraq are in a position to dictate who their dictator is, I don't think that has been what history has shown.

Q I think many countries don't have -- people don't have the decision -- including us.





So tief sitzt die Abneigung dann doch nicht, dass sie nicht mehr Roland Koch, Silvio Berlusconi, Tony Blair und Joschka Fischer wählen. Aber tief empfunden, das schon.





Immer, wenn im Frühstücksfernsehen die Pfaffen zur Weltlage interviewt werden, weiß man: Es dauert nicht mehr lange, bis das Blut fließt.