Huia! Die bislang nicht wirklich auffällige "European Network and Information Security Agency" (ENISA) hat ein "Positionspapier" zu Social Networks veröffentlicht - und legt den europäischen Finger in manche offene Wunde. Hier als PDF.
Via Golem.
NB.: das mission statement defending the future ist ... ein Oxymoron?
"und was machst du heute abend noch?" "ich glaub, ich geh mit ehrenbergs erschöpftem selbst ins bett."
Mein Freund, Impressario und Intendant in spe, hat eines dieser Telefone, bei denen das display riesig und die Tasten sehr klein sind. Des öfteren ruft es mich an. "Hallo? J.? Bist du das?" Es geschieht nichts, nur sein Gerät telefoniert. Manchmal höre ich ihn auf dem Gehsteig laufen und seiner Tochter die Welt erklären. Oder das Telefon ist im Auto, es ist ihm langweilig und es will ein wenig plaudern. Es hat auch schon auf meine Voicebox gesprochen und sich mit meinem Telefon unterhalten. Telepatisch eher.
you know, sagte sie, you can use your head as a third hand.
(und das gilt nicht nur für das anbringen von schränken)
jetzt ganz schnell die domain OGLE-2005-BLG-390LB.com registrieren.
Ankündigung zweier interessanter Projekte von Paul Watson: Colib, "a book, CD, DVD and media manager you share with your friends". Und WebTwoZero, "reviews, interviews and insight into Web 2.0".
[wenn ich gelesen hätte, wäre das der text gewesen, denn ich gelesen hätte: Wilhelmine Flott, Müssen Parties so sein? Twen, Heft 4, Dezember 1959. kickt mich ja immer noch. ohnehin das genre partybeschreibungstexte. könnte man auch einmal sammeln und nachschauen, so eine art liebesgeschichten, vergesellschaftet. was sich zu tun beginnt, wenn es mehr ist als zwei, ein paar. und wie sich das unterscheidet, beispielsweise, von konzertbeschreibungstexten, politikveranstaltungsbeschreibungstexten, frontalentertainmentbeschreibungstexten. und wie das, zum beispiel, mit weblogs zusammenhängt, oder mit dem weblogs lesen.]
Ich habe überhaupt noch nicht beschrieben, wie bei uns so eine Party beginnt. Ich habe das einfach weggelassen, denn die Anfänge sind so schwer zu verfolgen. Weil wir meistens mittendrin sind. Weil nämlich einer mindestens, nämlich der jeweilige Gastgeber, schon einen Kognak zur Vorbereitung getrunken hat. Wir trinken nicht wenig. Wir sind über einundzwanzig. Wir unterliegen nicht mehr dem Jugendschutzgesetz. Wir sind vorgerückte Twens. Es kommt selten vor, daß wir, um Augenblicke der Gesellschaftsunfähigkeit zu überbrücken, Witze erzählen. Wir finden uns selber alle furchtbar komisch. Brigitte wiegt sich gerne in den Hüften. Sie sagt dann, sie fände sich so sexy. Es ist ihre Tour, es gehört dazu. Sie macht es nett. Wir lachen uns immer wieder schief.
Was wir nicht haben, sind Knutschecken. Was wir nicht mögen, sind gewisse Absonderungen. Ich meine, tiefe Gespräche - siehe Tipsy und Toni -, das muß sein. Wo soll man denn schließlich seinen tiefgefühlten Kummer loswerden, wenn nicht auf der Party? Aber wir sind immer ohne Knutschecken ausgekommen, und da ist gar kein Zwang dabei. Ich weiß nicht, wie der Soziologe über die moderne Form der Geselligkeit namens Party denkt. Sind da Knutschflecken im Wesen der Party enthalten oder nicht? Aber wenn sie es wären, wir haben sie noch nicht entbehrt. Step und Boogie auf dem Tisch, das haben wir schon gehabt, auch Brandflecken. Weltschmerz und jenen englischen Gast, der kein Wort sagte, sich langsam vollaufen ließ, im Sessel einschlief und gegen zwei Uhr, als Marianne und ich auf Zehenspitzen gehend aufräumten, um ihn nicht zu wecken, der also gegen zwei Uhr blinzelte und murmelte: Isn´t it a lovely party - dieses stille Wasser aus Britannien hatten wir auch schon. Auch Elfriede, die sonst einen Knoten trägt und der Prototyp des feinsinnigen deutschen Mädchens ist, haben wir häufig dabei, und schließen heimlich Wetten ab, um wieviel Uhr es soweit sein wird, daß sich Elfriede in einen Vamp der golden twenties verwandelt, ihr Haar läst und Charleston tanzt und mit erstaunlicher Gewandtheit Chansons von sich gibt.
Wir hatten jemand, der sagte fünf Stunden lang alle fünf Minuten, es ist alles grau-en-haft. Er hat uns alle Brote weggegessen, er war ein Werkstudent.
Unsere Party endet, wie sie begonnen hat, nämlich nur irgendwie. Und wenn ich es mir recht überlege, einen wirklichen, tödliche Partykiller haben wir nie gehabt. Das mit den Brandflecken war nicht so schlimm. Heute gehören die Brandflecken auf dem Couchtisch zur Geschichte. Rührend, wie alles, was schon vorbei ist...
Nur einmal, da brachte Klaus-Martin einen mit. Der sagte, Kinder, wir wollen wieder zu echten Kindern werden, laßt uns sinnvoll spielen, laßt uns ein altes Volkslied mimisch darstellen. Er hieß Egon, glaube ich. Sicher weiß ich, daß er gegen neun Uhr wegen Kopfschmerzen verschwand. Gerede brauchen wir nicht. Keine Experten für feine Freizeitgestaltung. Keine Effekte. Keine geistvollen Ambitionen. Und keinen Schmus. Weder noch. Niemand kommt als jemand. Vielmehr: Jeder kommt selbst.
"(...) The most common format of music on an iPod is 'stolen'", meinte Herr Ballmer. Und es läge daran, dass DRM-Techniken zu kompliziert seien.
Ich liebe Dich! Wir sehen uns später. Ich treffe Dich: Ich verspäte mich um ca. 10 Minuten. Ruf´ mich in der Arbeit an Ruf´ mich später an
[file under: vorlagen (materialien für lévinas-lektüre)]
beim gmail werden die accounts über eBay versteigert. Ich dürfte jetzt auch jemanden einladen. Will jemand?
Past midnight in the bar, the dummy and I drinking White Donkey - cruelest of all.
Wir, die beiden ausgewachsenen Männer, jeder zwei unmündige Kinder, der eine zwei Tage kinderfrei (Ah! Bei den Strategiemeetings in anderen Städten kann ich mich richtig entspannen), dem anderen (mir) die Geliebte vier Tage abhanden gekommen (ich kann nicht schlafen, wenn du nicht da bist, aber die Abende ohne dich vor dem Rechner sind so schön ---), da saßen wir nun, er mit seinem Windows XP Notebook, ich mit meinen OS X iBook, eine 80 Gig-Firewire-Festplatte, eine 20 Gig-USB-Festplatte, ein WLAN, ein WLAN-Guru auf Standby, jenseits der 35 ist es dann Malzwhiskey, aber immer noch mehr, als uns guttäte, jenseits der 35 ist es, wenn der eine sagt, er hätte jetzt doch ein wenig Hunger, dann auch keine Pizza mehr, sondern soupe de poisson, hau ich doch schnell zusammen, ist überhaupt kein Problem, Telefonate zur Frauen- und Kinder-Ins-Bett-Verabschiedung (ja, ich dich auch, ja, ich dich aber mehr), wollen wir noch essen gehen, ach was, scheiss auf die Reservierung, & dann beginnen die Festplatten miteinander zu tauschen (wie? alles von Charlie Haden? ist ja unfassbar!), Musiksammlungs-Archäologie (muss Mitte 40 sein, Kulturlinker, würdet euch gut verstehen), hat sich das Rauchen wieder angewöhnt, die dreieinhalb Minuten auf dem Balkon, das ist wichtig geworden, jetzt: dreizehntausendnochwas Lieder, as long there is music
"ein mürrisches geschlecht"
"so alleine auf dem roten teppich herumstehen, das mach ich auch nicht mehr"
introvertster via bruno haid [schön, dass auch er wieder]
Und dann die Flucht in die Bar im Vorraum, dort Menschen, die mit uns alle das Gleiche dachten, und alle wussten sie, dass es einen bestimmten Barkeeper gab, bekannt für einen besonders süffigen Mojito, und wir tranken jeweils zwei und sprachen über Kinski und dann gingen wir, und alles war wie immer schon vor fünfzehn Jahren. Da hatte es auch regelmässig diese Abende gegeben, an denen nichts, schlichtweg gar nichts passierte, auch wenn es jeder herbeireden wollte.Von: taberna kritika - kleine formen
Rotterdam-based photographer Ari Versluis and stylist Ellie Uyttenbroek have worked together since October 1994. Inspired by a shared interest in the striking dress codes of various social groups, they have systematically documented numerous identities over the last 8 years. Rotterdam's heterogeneous, multicultural street scene remains a major source of inspiration for Ari Versluis and Ellie Uyttenbroek, although since 1998 they have also worked in cities abroad.
"sag mal, du liest heimlich mein weblog?"
DISCOBEDIENCE LIGHT: volksworld st. pauli-süd, 5 grad unter null & hafenklang-pressluft, dock 11 sichtweit, ein fahles gleißen & schneetreiben wie in zeitlupe (am dämmerrand), drinnen electroclash & dosenbier, 128 bpm & man hört der musik an, wie verlassen sie sich fühlt, ins trockeneis geschmiegt wie in eine flüchtige umarmung, vages minimal kissing & die bässe & die kubistisch zerlegten gesichter & unser glücksapriori & die neue kopfhautsensibilität, eine kurze nacht lang, verstrichen wie ein wind, die erste helle draußen eigenartig fehlfarben, billwerder-moorfleet klingt wie eine drohung, weite strecken, die brücke, hart ausgeleuchtet, knickt nach westen weg, lauter geschichten mit ungeradem ausgang, kein aber. & alles war wieder nur eine bewegung von licht.
Das erste Mal in Stuttgart bin ich mit Sara Wilson gewesen, wir kamen aus München in einem silbernen Benz-Cabrio, ein warmer Spätfrühlingstag, im Cassettenrecorder Run DMC und die Beastie Boys, auf den Autobahnen zum ersten Mal Verkehrszeichen nur für Panzer gesehen, als wir auf dem Hof der psychiatrischen Klinik vorfuhren, in der wir erwartet wurden, umzingelte uns ein Dutzend Kinder mit Down-Syndrom & einen glucksenden Augenblick lang malten wir uns aus, wir wären ein kalifornisches Millionärsehepaar, gekommen, um der Klapse zwei Kinder abzukaufen, sie in den Benz zu packen und für den Rest unseres Lebens, happily ever after, auf Autobahnen hin und her zu jagen, you gotta fight for your right to party, die Nacht damals auf einer Matratze in einem Gartenhäuschen eines Freundes einer Freundin verbracht, irgendwo in den Hügeln um Stuttgart, es glich dem Gartenhäuschen Cs. in Traun, der ersten, die, aber das geht niemanden was an, später dann ein paar Jahre lang an der Nadel, am Morgen darauf beim Frühstück in einem Studentencafé ("französisch: Milchkaffee, Croissant, Gitanes, Aspirin") ist mir eingefallen, dass das Kind, falls es ein Mädchen sein würde, Stella heißen müsste, das Wichtigste an Namen: dass man sie ebenso gut seufzen, flüstern & brüllen kann, Jahre später dann in der "Elle" ein Bericht über Saras Hochzeit in Bad Ischl,
das zweite Mal in Stuttgart gewesen bin ich gar nicht, nur umgestiegen nach Bietigheim, Hartmut Engler, ein Einfamilienhäusle am Stadtrand, meine Füße ("soll ich mir die Schuhe ausziehen") umzingelt von Legosteinen, er den ganzen Tag bei mir kämpfend für seine credibility: dass er, wenn er wollte, auch ganz anders könne, aber eben nicht wolle, Hotelzimmer auseinandernehmen so gar nicht sein Ding, und ja klar, manchmal die Mädles bei den Konzerten, er aber, jaja, dachte ich den ganzen Tag, jajajajajaja schon gut du blöder Arsch, Mittagessen bei irgendeinem Provinzedelitaliener, bester Macchiato meines Lebens, die damalige Frau mit dem Kind dabei, das Kind quengelig, es ging um Zahnpflege, die Frau und Engler in einem fort: wenn das Kind sich nicht ordentlich die Zähne putze, käme irgendwann der Baxtor, ausgesprochen: Baggschdor und zwar zwanzigmal hintereinander in einer endlosen Schleife, die immer noch in meinem Gedächtnis rumort, abends Pre-Listening-Party der Mastertapes der neuen Pur-CD mit den Jungs und den Freunden, irgendein Tonstudio in einem kleinen Kaff, Kartoffelsalat, Weißbrot, Bier, die Bandmitglieder den ganzen Abend lang so weit wie möglich voneinander postiert, irgendwann alle besoffen, kann man alles nicht schreiben,
das dritte Mal in Stuttgart gestern mit Hammerschmitt, Hack, Albers, Bjerg, ins Dunkel hineinlesen, im Rücken fuhren Vektor-Trolleybusse durch Eisensteinstraßen, davor in einer Cigar Lounge, zwei Monitore, auf denen n.tv lief, das Homeshopping-Fenster, Spionagekameras in Mützen, Gummibaumblättern, Wohnzimmerwandfugen, darunter der Nachrichtenticker, die Welt sieht dich überall, am Nebentisch, in meinem Rücken meinem Ohr: ein Paar in den Fünfzigern, er: nur hörend, sie eineineinhalb Stunden lang über den Amerikaner säuselnd, der Krieg, die Nichtregierungsorganisation, das Öl, der Nahe Osten, dann die Theodor Heuss-Strasse hoch, harte Kästen, Deutsche Bundesbank Filiale Stuttgart, gleich daneben die barcode bar, das Kulturzentrum: ein Glaskasten, der Saal: ein Robert Bosch Saal, die Software: nicht die Pro Version, das Kabel: ein Kabelbruch, das Restaurant: hieß Punktum, die Flure: Fotosammlung, die Spielregel: jeder liest, bis er raus ist, die Mahnung: wenn du liest, stampfst du immer mit dem Fuß auf, das Publikum: im Dunkel, die Idee: man müsste das so in den Saal hineinflüstern hineinhauchen hineinplaudern, fade in fade out, noch immer keine Ahnung: was wir da eigentlich tun, irgendwann: fließt es, danach: Applaus, aber schütter, was sollen wir sagen, wieviele da waren: zehnmal so viel, das war jetzt: der erste Schritt zur Weltherrschaft, dann: Bier trinken, Schulter an Schulter, reden, Pilzpfännli, fotografieren: den Reliquienschrein, herübergewehte Wörter: das kann ich nicht schreiben auf meinen 70 Zeilen, Fragmente davor: gelber grüner roter Mars, Ich bin der Untergang der Bundesrepublik Deutschland, Bastian sagt: die Idee eines stillen Abends mit fünf Männern, einem Kasten Bier & kein einziger darf ein einziges Wort sagen, MH: zum letzten Zug, wir dann: Tex-Mex, Bier Bier Cola Gintonic, Bett, das war's: worum es ging: vier andere, trinken, Fragmente, reden, Fragmente, & eigentlich hätten wir gleich schreiben müssen darüber, Schlussatz Bov: "Das muss eh alles viel kryptischer werden. Viel hermetischer. Immer dieser Meinungsquatsch. Wir sind doch nicht beim Kabarett."