"wollen die leute lieber das große saftige oder das kleine knusprige?"





you're the soul of many things





okka sagt: "vergiss bloß die sportficker nicht", dann ein schauderschütteln, brrr.

[file under: sach ich doch immer zu m., dass sie sich diese doofe geschichte mit der mitleidsfrage nur hier bei euch (i.e. bundesrepublik deutschland) ausdenken konnten, das kriegt ihr wirklich immer hin, kein mitgefühl zu haben. weiß ich ja eh, dass keiner von einem anderen ein mitleid haben will, kann sich ja keiner was kaufen davon <und hach ja: nur die symptome! nicht die ursachen! > aber eine saugemeinheit bleibt es dennoch. also: mitleid mit den frauen.]





Das Ordnungssystem des Moleskine-info books, das ich noch in Wien gekauft habe: "A tabbed indexed and ruled book with 'Facilities', 'Sights', 'People', 'Food', 'Bed'."




Elenco von Aloysio de Oliveira: Die Schallplattenfirma, bei der in den frühen 60ern die ersten Bossa Nova-Platten erschienen. Werden jetzt wieder veröffentlicht, ganz großartige Alben. Hier hat jemand die Cover gesammelt, meistens minimalistisch, immer toll.





Nouvelle Vague von Nouvelle Vague. CD, die dich ein wenig einknicken lässt, in den Knien. Französische & brasilianische Sängerinnen, heruntergedimmte Stimmen, 'round midnight-Stimmen, singen das New Wave-Repertoire aus den 70ern: Liebe wird uns auseinanderreißen, zu betrunken fürs Ficken, die Knarren von Brixton. Die Arrangements sind Neo-Bossa-Nova. Als hätten die Lieder eine Melancholie-Schutzimpfung bekommen. Jetzt funktionieren sie besser, als sie damals funktioniert haben, sogar die blöden Depeche Mode.

Hier zwei Artikel: Les Inrockuptibles [französisch] Regen magazine [englisch]





but if jesus is busy it's uselesss don't complain stake your claim don't blow your fuses cause it's always the same story until judgement day feeling high up in april an' shot down in may

so if jesus is busy it's useless don't be cruel just stay cool mend your fuses keep your head high, don't panic 'cause we all have to die yes'n jesus, he always knows why

[danke an alle für 1001 tage]





interessant ja auch, dass mir erst die weblogs eine zärtlichkeit auch für männer beigebracht haben, locker room happiness. kann ich aber auch nicht näher begründen.





meine schulter will den verklemmten nerv nicht freigeben. man nennt das wohl: im eigenen selbst gefangen. na toll, selbst!





die jungs, die in matrosenuniform gekommen sind, I MISS YOU auf den mützen. die frauen, die sich frenetisch hochgetuned haben wie sonst nie, SEID IHR BEREIT MÄDELS vor dem champagnerstand. die stylings aus allen ihren perioden, die indianischen gesichter, die silkwood-gesichter, die meerjungfrauen-gesichter, die blonden schwarzen roten ponies. dieses fieber vor der show. dieses losgiggeln dann, was fürn alberner scheiß, wenn es endlich losgeht und sie in einem aufzug auf die bühne schwebt. diese costume changes nach jedem song, und jedesmal ist man dankbar. ihr gesicht, in das man aus irgendeinem grund immer verknallt war (das armenische daran, das melancholische daran, das nie ganz beteiligte daran, das proletarische daran, die wangenknochen, die dunklen augen). wenn ihr gekommen seid, um einen kinky, sexy und sleazy abend zu haben, sagt sie, dann seid ihr heute abend hier richtig, sagt sie, und dass es very fishnet werden wird, au ja. der lächerliche pappmaschee-plüsch-elefant auf dem sie während eines songs sitzt. die lächerliche fellweste, die sie während eines songs trägt. dass sie sich bei jedem showtreppauf-showtreppab von einem ihrer tänzer stützen lässt. die einspieler von sonny mit dieser immer noch unglaublichen prinz-eisenherz-frisur. die einspieler aus ihren talkshow-auftritten, aus ihrer fernsehshow, aus ihren filmen. diese knochentrockenen antworten, die sie auf talkshow-host-fragen hatte, das angenehm amerikanische an den fernsehclips, das du dir selbst noch nie hast erklären können, dich aber immer schon angezogen hat, immigrantenkultur, handfest, community, irgendsowas, sogar in barbra-streisand-filmen (obwohl die ja wirklich nicht gehen). diese zitate aus den einspielern, mit denen sie sich selbst auf den arm nimmt, after a nuclear holocaust, there will be cockroaches and cher. dieser körper, wie alt mag die jetzt sein, die muss doch sechzig sein, ich erwäge gerade eine schönheits-op, sagt m., noch ein kostümwechsel, au ja, legendär sagt m., au ja.

bei der farewell tour von cher gewesen, großer camp, jede sekunde geliebt.





schuhe gekauft, fahrrad gekauft. ah, brand new me.




mein hysterisches desinteresse am kino verwirrt mich tag um tag mehr wenn ich noch dran denke - meist aber denke ich schon gar nicht mehr dran. i forgot to remember to remember.
new filmkritik > michael baute: stimmung, ein großer text.




cowboy junkies: he will call you baby.





gerade treuewoche gedacht. und hinterher gleich: dass das zynisch klingt. treuejahr, treuedekade? keine ahnung.





am 2004.05.10, 23:48  kommentierte zitterwolf:  geh ins krematorium ich zünde auch locka die flamme an





das kleben von oberschenkelunterseiten auf ledersofasitzflächen. wenn sie die musik runterdrehen würden, könnte man das sofaverabschiedungsschmatzen hören. hört aber keiner. stellt man sich nur vor. [another gin tonic, pleeze]





Vincent Kaufmanns Buch über Guy Debord, wollte ich nur kurz durchgeben (bin ja auch erst im ersten Drittel), ist sehr schön, weil es erkennt, wie sehr die Melancholie, der Alkohol, das Verlorengegangensein, die Schmach des Älterwerdens, das Herumlieben und das Herumstreunen und das Nichtdazugehörenwollen eine Theorie affizieren & in einem ein wenig emphatischen Sinn wahrhaftig machen können. Ist mir heute eingefallen, während ich auf dem Standfahrrad im Elixia den Berg No. 6 ("Mont Ventoux") hochkletterte. Schön wäre es übrigens, wenn es auf Standfahrrädern auch Ätnas gäbe, in die man empedoklesmäßig hinabstürzen könnte. Gesellschaft des Tentakels eben (Kalauer nach Art des Kunkels).





Illusion, Coma, Pimp & Circumstance









She deleted everything in about three minutes. Having had a "ceremonial moving-on," she said, she felt empowered.

In predigital times, the end of a relationship might have been marked by the burning of letters. The ex would have been scissored out of photographs, and LP's too painful to hear dropped off in the nearest Goodwill bin. Or maybe everything would have been parked in a shoe-box way station under the bed. But modern life means that mementos of affairs of the heart reside on computers. And they can be expunged with brutal efficiency.

While the Internet has sped up modern dating and made encyclopedic records about love interests more readily available, the magic of digital erasure allows the other end of a relationship, the bust-up, to be just as seamless: the lovelorn can simply delete away the pain.

NYT > Anna Bahney: Zapping Old Flames Into Digital Ash





Throw money out of the window... ... or on your friends / Confetti made with diced up Dollar bills / Net weigh: 100$

atypyk





Psychiatrie für misshandelte Kuscheltiere





Delight in Disorder

A SWEET disorder in the dress Kindles in clothes a wantonness. A lawn about the shoulders thrown Into a fair distraction; An erring lace which here and there Enthralls the crimson stomacher; A cuff neglectful, and thereby Ribbons to flow confusedly; A winning wave, deserving note, In the tempestuous petticoat; A careless shoestring, in whose tie I see a wild civility; Do more bewitch me than when art Is too precise in every part.

Robert Herrick (1591 - 1674)

Dieses Gedicht hat mir der Guardian Moodmatcher spendiert, & ja, das ist eine sehr fein gestimmte Maschine.

Mein Pfad übrigens: Sisyphus > Barry White > I couldn't force anything down > Nausea > Last Tango in Paris > A round-the-world plane ticket > Involved in a menage a trois > Morrissey > About 10 minutes > Pink and fluffy > Through my eyes, stupid





dass die weltgeschichte mindestens zur hälfte eine liebesgeschichte sei – dieses aufreizende mindestens lässt alles lakonisch offen, wie zurückgenommen, zögerlich, eine distanznahme: als gelte es, den eigenen überschwang zu zügeln, sich gegen die möglichen enden zu immunisieren. dabei doch: ständiger minnedienst an der welt, an menschen, an euch allen.





das neue magnum, das intense heißt und irgendwas mit trüffel ist. mein gehirn gleich wieder: rezessions-lebensmittel, nein, ich kann es nicht begründen, muss ich das jetzt? außerdem: intense kommt mir gerade ziemlich weit hinten vor, 20th century.