Und auch der Satz, dass jedes dritte Mädchen schon sexuell missbraucht wurde, wäre mir nicht eingefallen. Ich behaupte ausdrücklich nicht, dass Frau Schwarzer dafür etwas kann. Schon der zweite Disclaimer heute.

Frauen leiden unter Gewalt

Die bekannte Frauenrechtlerin und Verlegerin der Zeitschrift „Emma“ Alice Schwarzer (59) sprach im Dresdner Schauspielhaus im Rahmen der „Dresdner Reden 2002“, die alle unter dem Aspekt „Zur Sache: Deutschland“ stehen. Sie knüpfte dabei an ihr jüngstes Buch an, in dem es „gegen die Spaltung von Menschen in Männer und Frauen“ geht.

„Ich bin in erster Linie Frau und in zweiter Linie Deutsche“, bekannte sie. Sie sprach von einer „epidemischen Gewalterfahrung der Frau“ und nannte dazu erschütternde Fakten: Jedes dritte Mädchen wurde schon sexuell missbraucht und jede zweite Frau hat Gewalterfahrung.

Ihre Erkenntnis: „Die Gewalt ist immer der dunkle Kern der Macht, das ist in der Politik so, und das ist zwischen den Geschlechtern so.“ Durchgehend durch alle anderen Gegensätze sei der zwischen Mann und Frau. „Nationalismus ist Männersache und der Gipfel des Männerwahns - von den Nazis bis zu den Islamisten“, sagte sie. Ihre Vision: dass sich Frauen und Männer vor allem als Menschen begegnen.

Das große Schauspielhaus war zu Alice Schwarzers Rede brechend voll. Annähernd 900 Besucher sollen es gewesen sein. Den Hauptanteil hatten Frauen in den mittleren Jahren. Die Frauenrechtlerin erhielt tosenden Beifall. Zum Problem ostdeutscher Frauen nach der Wende mit ihrer teils doch sehr unterschiedlichen Situation fand jedoch Alice Schwarzer nur wenige Sätze.

Quelle