manchmal die erinnerung an die zeit, in der weblogs noch in kleinen finnischen clubs spielten. das vertrauen damals, dass die zuschauer schon von selbst vor die bühne finden würden, passanten, angezogen von ein wenig bassvibrationen, da spielt jemand, mal sehen. das nicht-aufmerksam-machen, schon, weil es einem ja selbst ein wenig seltsam vorkam, was man da veranstaltete. kein ping, kein rss, kein trackback, die backlinks noch händisch gesetzt, nur, wenn man wollte. die macht nicht haben wollen. das erstaunen, dass man von google suchanfragen ausgeworfen wurde, das lachen darüber, dass google da wohl etwas missverstanden hatte (dass auf "sofa" bei google.de immer noch dieses weblog platz 1 hat und nichts, was mit sofas zu tun hätte: wie unangenehm). das reden wollen, schreiben wollen, lesen wollen statt das macht haben wollen damals. das man einzelne stimmen lesen hören konnte, das nicht formatierte, nicht sich formatieren wollende. weil das so eine erlösung war. weil das so eine erleichterung ein notausgang eine elektrizität war. dass jemand jeden tag immer nur wie ersie selbst sprach und nicht wie ein format ein genre eine sendung eine mission ein programm. nicht irgendeinen fernsehsender ärgern wollen nicht irgendeine klingeltonvertickfirma ärgern wollen nicht irgendeine geldidee geschäftsidee neuemedienidee haben wollen. sondern so ein anderes ding, jedenfalls manchmal, in den besseren nächten, nightcat nächten blackandwhiteandblue malo mediumflow campcatatonia ghack nächten wenn die hereinkamen knapp nach mitternacht und mit den plektrons über die gitarren schrabbelten so diese umgreifgeräusche am steg. ach, und isore. wie du dich freutest wenn jemand neuer auf die bühne kam und irgendwas sagte und du dachtest: wie toll, was ist das denn. wie es dich oft berührte. keine blogstats. kein ping. wie spät du das begriffen hast dass es so etwas wie ping überhaupt gab. wie spät es kommentare überhaupt gab. all so was. wie man versucht hat den leuten zu erklären, was weblogs sind, und wie toll die sind, und endlich einmal wird etwas nicht penetriert und endlich einmal ist es nicht me-too und endlich einmal ist es nicht dieser comedydreck und endlich einmal ist es zickzack. und wie du nicht hundertsiebzehntausendmal das zitat von herrn blumencron gelesen hast und dass jamba böse ist und planetopia böse ist und dieses und jenes böse ist. weil das irgendwie unwichtig war. glaub ich.

manchmal ist es ja noch so.
aber nicht mehr so oft.






Ja.


yuhuu! endlich alt!


Das Alter macht mir nichts aus, solange ich es mit Ihnen verbringen darf.


nur, wenn Sie Ihre bandscheiben und deren halluzinationen mitbringen. darauf bestehe ich.


Versprochen. Alles.


ich mache euch den zeugen, ja?


Es wundert mich trotzdem immer noch, dass überhaupt irgendwer von irgendwem gelesen wird, dass seltsame Suchbegriffe auf den eigenen Webspace führen. Hat für mich immer noch etwas von "im Blinden tappen".


Und oft hab' ich den Eindruck, Sie würden noch in einem dieser Clubs spielen, nimmermüde.


Ich bin wahrscheinlich zu spät gekommen, um die kleinen finnischen Clubs noch mitzunehmen. Es macht mir auch nichts aus. Ich hatte nicht dieses Bedürfnis nach Erlösung, wohl nach Elektrizität. Die Spannung mag nicht sehr hoch sein, aber nach zweieinhalb Jahren Blogging merke ich, dass ich ein anderer bin, der mir besser gefällt. Und ich will das nicht missen, was hier passiert, ich will euch nicht aus den Augen verlieren. Den anderen Quatsch ertrage ich.


das liest sich wunderbar. solche gefühle sind mir nicht fremd. und doch, zwei minuten später glaube ich, dass es bei mir gerade umgekehrt ist. je länger ich mich hier im netz bewege, desto weniger kommt es mir auf all das geplänkel an. als ich vor drei jahren angefangen habe, fühlte ich mich nicht wie in einem kleinen klub, ich habe geglaubt im großen rund zu spielen. aber mittlerweile genieße ich das gefühl, mich in der dachkammer zu vergnügen.


manchmal ist es noch so

dass man glaubt, man weiss, wer einen hört. merkwürdig, immer geglaubt zu haben, immer noch, dass es ein hören ist, und kein lesen.


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du sprichst mir aus der seele.


na, mir nur so halb, nicht, dass ich das nicht kennen würde, und gerade ist meine weblogmüdigkeit eh kurz vorm schlaf, aber. irgendwie sind die finnischen clubs dann auch so ein fixum wie das den tag machen oder so. und: der enthusiasmus lässt bei mir selbst immer mehr nach. selbst wenn parka die gesprächsfetzen schließt, immerhin eines meiner allerliebsten, sag ich "nu ja" und find das jetz auch nicht sooo tragisch.

sieht nicht so aus, als ob ich noch wirklich drinne bin. was ich sagen will: es liegt nicht nur an der vermassung, glaub ich.


Also, ich finde es schon bedauerlich, wenn eines meiner Lieblingsblogs schliesst, weil damit dann eine Kontaktmöglichkeit zu einer Person wegfällt, die ich schätze.


bedauerlich finde ich es auch, noch bedauerlicher hätte ich es vor einiger zeit noch gefunden. allerdings: kontaktmöglichkeit ist ja bei vielen hier in berlin eh da, ist natürlich dann anders.


doch, das ist sehr bedauerlich, wenn bestimmte blogs plötzlich verschwinden, nicht mehr da sind. selbst wenn man diejenigen persönlich kennt und ab und zu mal trifft, ist ja doch das schriftlich produzierte, das ich bei manchen als durchaus literarisch empfinde, was ganz anderes als die kommunikation am kneipentisch. vor allem wenn man weiß, von dem bekomme ich jetzt einfach nie mehr was zu lesen, vielleicht schreibt dieser begabte mensch auch nie wieder was, weil er eben kein professional, kein journalist oder schriftsteller ist und diesen werdegang auch nicht anstrebt.

das anstrengende an weblogs bzw. an deren wahrnehmung ist momentan einfach, dass - nachdem jetzt ungefähr klar ist, was weblogs sind, sein können, wozu sie gut sind usw. - so ein doofes success-ranking im gange ist, das auf spon- und slashdotverlinkungen, medienerwähnungen, herausposaunen von besucherzahlen etc. beruht. weblogs, wie it&w, die sich dann selbst als "eines der erfolgreichsten deutschsprachigen weblogs" beschreiben. diese art von nervkram, der mich direkt in den weblogautismus befördert, meine derzeit bevorzugte weblog-survival-strategie.


Ja, ich empfinde das auch immer als tragisch, wenn jemand verschwindet. Eben weil das Weblog wie kaum eine andere Form mit dem Schreibenden in Verbindung gebracht wird. Da erhält man ein wenig Einsicht in das Denken und die Welt von anderen, freut sich auf neues, erinnert sich an vergangenes, bei fast jedem Beitrag den man liest. Ist nun jemand einfach Weg, fühlt man sich auch ein wenig beraubt, möchte eine Vermisstenanzeige aufgeben, ist hilflos weil man einfach nicht sagen kann wie es dort nun weitergeht.


Wollte gerade dazu ansetzen, dieses "Hey, man kennt mich, hey, man liest mich" zu verteidigen, bis mir auffiel: Ich hatte mal ein paar kleine Bands, die niemand gehört hat außer mir, und ich mochte mal ein paar kleine Filme, die kannte keiner außer mir, und plötzlich sind sie in den Charts und jeder hat die DVD, und bei mir ist auf einmal das Gefühl da: Moment mal, das war doch meine Band, das war doch mein Film. Das gehört mir doch ganz alleine. Ihr wisst doch alle gar nicht, was mir das bedeutet.


klasse, dass aus einer art missverständnis so ein toller text entspringen kann. meine blogroll ist inzwischen so lang geworden, dass das sofa wegen der lags beim ping nicht mehr nach oben kommt. ich hatte schon das gefühl, dass der laden hier dicht ist. als ich dann sah, dass dem nicht so ist, dachte ich mir das sofa ist wahrscheinlich das einzige weblog, das ich ohne pingversicherung aufs geradewohl ansteuern würde. und dann dachte ich, das sieht ihm ähnlich. der weiß das. und macht seiner url alle ehre und hat den ping ausgeschaltet, um zu testen, ob die leute auch ohne ping bei ihm vorbeikommen. bzw. um die anderen, die nur vorbeisurfen, wenn sie (à la ungläubiger thomas) wissen, dass was neues gepostet wurde, ganz elegant loszuwerden. oder so ähnlich.


the ghost of 'lectricity howls in the bones of her blog.


Was ist mit mks. ?

 


nach den ersten worten dachte es: "au wei, jetzt hört er auf. das ist der totengesang".


ist mir oft so gegangen im letzten jahr

weil: wozu sich mit etwas beschäftigen, was einen mehr abnervt als bereichert? andererseits: man kann sich ja schlecht umbringen wegen solcher kleinigkeiten.

was mich vielmehr beschäftigt, ist, dass das ja auch etwas mit mir gemacht hat, ich aber nicht genau weiß, warum. im grunde könnte ich schreiben wie früher, einfach meine daten auslagern, ist aber nicht so. und ich brauche immer längere auszeiten von der blogosphäre, um mich überhaupt auf mich konzentrieren zu können, um überhaupt eine stimme entwickeln zu können. keine ahnung, wieso. plattgeschrien.


wie war es später?


meinen Sie mich? oft ein kampf mit der eigenen lautstärke. weil, wenn schon alle anderen diese brülltexte produzieren, dann muss man das ja nicht auch noch selbst tun. und das gelingt mir tendenziell besser, wenn ich wenig oder keine weblogs lese. in anderen netzsspären rumhänge (die blogosphäre ist ja nicht das internet) oder draußen. dann nach ein paar wochen, monaten aber manchmal heimweh, dann kommt man zurück, aber das, was man eigentlich gesucht hat, existiert schon lange nicht mehr, bei manchen alten vielleicht noch. oder man muss halt sehr wühlen, bis man es findet, weil man möchte ja auch mal was neues finden. oder ich möchte das.und beim wühlen stolpert man über all dieses gräßliche geschreie und das zieht einen so mit. ich weiß nicht, praschl, MH, das sind alles professionelle schreiberlinge, vielleicht können die deshalb da cooler mit umgehen.

ich weiß nicht, ob dass das war, was Sie wissen wollten.


Die Stimmen sind noch da, der Spaß am Schreiben, Lesen, Finden, Gehörtwerden auch noch. Nur das Hintergrundrauschen wird lauter. Wenn es mir zu lärmig wird, lese ich nur noch meine Lieblinge (die seit Jahren die gleichen sind), entmülle die Blogroll (Frühjahrsputz) und ignoriere meine Seitenstatistik (Egotripping in reverse). Nach einer Woche fühlt sich wieder alles an wie immer. Oder wie damals, als angeblich alles besser war. Was ich nicht immer glaube.


habe ein komisches

Gefühl jetzt: Dass mir die erwähnten Namen der geschlossenen weblogs wie alte zerbrochene Freundschaften vorkommen, - obwohl nur einige der Schreiber dahinter mich kannten und dann auch höchstens über email oder ICQ oder mein eigenes weblog, - und obwohl das doch alles nur Internet ist! Als wäre ein Aufhören wie ein Wegziehen in eine andere Stadt.
Heute ist natürlich die weblog-Globalisierung um einiges fortgeschritten, deswegen wäre "eine andere Stadt" keine gute Analogie.


gibt es schon ein gutes essay zum "paradox des webloggings"? das wär doch ein schöner anfang.

ping?