Terminal, ein Wort, dessen Bedeutung ich vergessen habe, fällt mir ein. Ich sehe nicht nach in den Wörterbüchern. Die Wörter in den Wörterbüchern stehen da in einer scheinbaren Unanfechtbarkeit und scheinbaren Bedeutung, die mich immer irritiert und abgestoßen haben. Terminal ist etwas mit Ende, es kommt meinem Trauma, mich für immer ruinieren, demolieren, auslöschen zu wollen, auch unerklärt entgegen. Aber als Resultat meines idealen Wunsches bleibt zuletzt doch dieses oder jenes Buch als Hinterlassenschaft und als Ich-Ruine stehen, auch in seiner baldigen Verschollenheit, und in ihr noch dauernder, denn es sind merkwürdigerweise die verschollenen Bücher, die anonym überdauern, wenn ihre letzten Exemplare einst verschollen sind. Ich bedauere viel, am meisten viele sinnlose Leiden von Autoren, die verzweifeln, daß niemand ihre Bücher kennt; sie wollen nicht verstehen, daß eben dies überhaupt kein Kriterium für ihre Arbeiten ist. [Ernst Herhaus, Notizen während der Abschaffung des Denkens.]
Gerade auch die Vorstellung, dass Ernst Herhaus, der und dessen Bücher verschollen sind, so sehr, dass ich nicht weiß, ob er überhaupt noch lebt, ein wenig beschämt bei Google eine Suchanfrage nach seinem Namen aufgibt und entdeckt, dass sein Name noch spukt, bei einem wenigstens.