na toll. dank dieser walsermöllemannhohmann&tc-geschichten fühle ich mich allmählich in d genauso unangenehm wie damals in a (waldheims jüdische englischlehrerin, michael graffs eigenhändig erschlagene juden), kurz bevor ich nach d ging, erleichtert, den ganzen scheiss nicht mehr den ganzen tag lang einmassiert zu bekommen.





Autobiography by Dorothy Parker 1925

Oh, both my shoes are shiny new,        And pristine is my hat; My dress is 1922....        My life is all like that

Und Oldpoetry ist eine ganz großartige Website.





ehe ich mich in die ferien aufmachte - nun übrigens bloß noch 0,5 tage resturlaub aus 2002, man fühlt sich wie ein leistungsträger, kein schönes gefühl -, noch bei diesem hamburger jonet-tag gewesen, dabei einiger weblogger ansichtig geworden, die ich davor nur vom lesen kannte (scheißformulierung: jemanden nur vom lesen her kennen..), alle völlig anders ausgemalt, als sie aussahen, werde ich nie verstehen können, warum man sich zum beispiel auch die haarfarben derer, die man liest, vorstellt; nicht, dass die wirklichkeit enttäuschend wäre, bloß sehr verwunderlich, nicht die wirklichkeit, sondern die vorstellungen, und was machen wir dann mit dem empirisch erhobenen befund, dass jemand nicht blond, sondern brünett usw. ist, außer, wie wallander, "dann wissen wir das" zu sagen? zu mehr als ein paar nicht besonders inspirierten begrüßungen war ich leider nicht fähig, die virenstämme noch in den bronchien, die einen ganz blöde autistisch und espritlos machten, außerdem sowieso diese fundamentale unfähigkeit, auf einen satz von der art "ich lese Ihr weblog" etwas gescheiteres als "oh" oder "danke" zu antworten, jedenfalls wenn gleichzeitig noch yellow submarine auf eine leinwand projeiziert, endsiebzigerjahrerockmusik gespielt wird, jemand gerade nach einem feuerzeug nestelt und schleim sich in der brust verschanzt. die diskussionsrunde schließlich, an der ich als podiumsredner auftauchte, litt ein wenig daran, dass sich alle einigermaßen einig waren (weblogs sind eine feine sache, aber man sollte sie nicht überschätzen), thierry chervel: ein angenehmer mensch, david hudson: ein angenehmer mensch. dann wissen wir das. der workshop danach, der sich mit den nischen abseits des mainstreams befassen sollte, geriet ein wenig zu sehr zur klagemauer und zur bastelstunde (wenn Sie sich mit kühlschränken auskennen, schreiben Sie doch kühlschrankglossen, wenn Ihnen verleger auf den senkel gehen, werden Sie doch selber einer), danach immerhin fiel mir auf, dass, jedenfalls immer wieder ein paar augenblicke lang, frau w. vom girlscamp so aussah wie jene frau w., mit der ich den ersten sex meines lebens hatte, auch sie ein sehr angenehmer mensch, herr sch. sowieso, kann gerne wiederkommen, wann immer er will, wäre mir vergnügen & ehre, aber das wussten wir schon.





Fünf Tage auf Juist gewesen: Strich im Meer, 17 Kilometer lang, 500 Meter breit, Watt, Deich, Düne, Strand, Meer. Stundenlange Spaziergänge an der Flutkante (Aerosole!), das Schiffsuntergangsmuseum, der Jakobstab, die Domäne Bill. Im Speisesaal des historischen Kurhauses jeden Abend die Neue Deutsche Bourgeoisie, Button-Down-Hemden, kleines Karo, himmelblaue Kaschmirpullover, gebärfreudige Frauen, wie sie auch in Gütersloh verlangt werden, nonchalante Perlenketten, wohlerzogene Kinder. Am Nebentisch erzählt einer sehr laut, wie er Anne Sophie Mutter ein Konzert lang in den Ausschnitt gestarrt hat, zu jedem Gang neuer Wein, der Elbling, den die Römer nach Deutschland brachten, Franz Keller vom Kaiserstuhl. Die Wochenendgäste werden von den Kellnern mit Handschlag begrüßt, das Hotel als Steuersparmodell, ein Eigentümerkonsortium, jeder von ihnen mit eigener Suite, die er von Freitag nachmittag an bezieht, begleitet von den Geschäftspartnern, der Familie, es sind die Leute, denen man ansieht, dass für sie glass ceilings nicht existieren, das Wochenenddasein als Nebenhotelbesitzer fließt in die Verlustbilanz, die Suiten heißen "Droste von Hülshoff" (nicht die Dichterin, sondern ein Verwandter) oder "König von Sachsen" ("Macht euren Dreck doch alleene..." gemahnt ein Schild an dessen Abdankung), die Kaminbar (ostfriesische Teezeremonie) ist nach dem Baron von Münchhausen benannt. Die Masseuse - "eigentlich wollten wir ein halbes Jahr arbeiten, die andere Zeit auf Reisen gehen") erzählt von den Wellen in der Bretagne und auf Hawaii, jenen Surfern, die sich vom Helikopter in den Wellen aussetzen lassen, es ist ihr letzter Tag, das Hotel hat sie so lange getriezt, bis sie entnervt und entschädigungslos gekündigt haben, um ihre Praxis (Peelingzeremonie) anderswo auf der Insel aufzuschlagen. Zwischen den Spaziergängen und den Saunagängen Inselkrimis gelesen, eine Hotelbesitzergattin, sich in der Nähkammer verschanzend, wird verrückt, weil ihr Mann das Familienhotel in einen kalten Marmorpalast verwandelt und darüber alle Menschlichkeit vergessen hat, vor dem Familiengericht im Fernsehen gesteht eine Mutter, dass der Mann, den ihre 17jährige Tochter mit Erlaubnis des Gerichts heiraten will, deren Vater ist, Lentzen & Partner dagegen befürchten, dass es sich bei dem Fleisch in der Tiefkühltruhe des Verdächtigen um Menschenfleisch handelt. In den Insellichtspielen - in dem der Zuschauerraum mit vielen kleinen Lampenschirmen illuminiert ist, es handelt sich um ein Verzehrkino, die Lampen dienen als Verzehrbedienschalter, wenn man das Licht ausknipst, kommt jemand, um Bestellungen aufzunehmen - haben wir dann doch noch Goodbye, Lenin gesehen, die Geschichte einer Frau, die den Sozialismus mit Spreewaldgurken verwechselt hat, Erinnerungspolitik wie überall (Irgendwann wird in den Lebensläufen stehen: Mein Hobby: die Erinnerung.) Beschlossen, die Tanaka-Geschichte endlich fertigzuschreiben. Bei Haushaltswaren-Behrendt einen ostfriesischen Sahnelöffel und ein Party-Flaggen-Set gekauft, im Schaufenster hingen Sturmwäscheklammern, die auch bei Orkanstärke noch funktionierten und deren Wirkungsweise an einem Spitzentanga, zur Verfügung gestellt von einer freundlichen Nachbarin aus dem schönen Ostdorf, demonstriert wurde, in der Brigitte ein Gespräch schmeichelhaft geschminkter und ultrawhite fotografierter Brigitte-Redakteurinnen über ihr Verhältnis zur Schönheitschirurgie und über die double standards, die darin bestehen, das natürliche Aussehen zu propagieren, aber die eigenen Kinder zum Kieferorthopäden zu schicken, damit sie alle Chancen haben. Ein wenig enttäuscht gewesen, dass die Insulaner bei unserer Ausschiffung nicht, wie es dokumentierter Juist-Brauch ist, unisono oh, wie blaß! riefen, ein wenig versöhnt immerhin davon, dass bei der Rückfahrt im Augenblick des Ablegens die Instrumentalversion von "My Heart Will Go On" aus Titanic gespielt wurde.





volog heißt vermutlich volontärslog. jedenfalls hat es irgendwas mit einer katholischen journalistenschule zu tun. und aus irgendeinem grund bildet das volog sich ein, in der rubrik "menschen dahinter" ("hinter weblogs" nämlich, wo immer das sein soll) auch über mich, den peter , auskunft geben zu müssen. nicht ohne diese auskunft mit einem screenshot vom kutter zu illustrieren. und nicht ohne das kunststück zuwege zu bringen, aus einer selbstdarstellung, die man eigentlich nur wortwörtlich zitieren müsste, eine gegenseitige darstellung zweier freunde zu machen, "wobei sie gerade ihre schlechten seiten hervorheben", zu denen dann auch die halswirbelsäule und der nierenstein gehören. haben sie ganz toll gemacht.





september: dirk wittenborn, unter wilden. peter glaser, geschichte vom nichts. bernard-henry lévy: wer hat daniel pearl ermordet? flaubert: madame bovary. uwe nettelbeck: mainz wie es singt und lacht. ror wolf: zwei oder drei jahre später. annie saumont: seife aus paris. handke: rund um das große tribunal; untertagblues; adorno: vorlesung über negative dialektik; kluge: die lücke, die der teufel lässt. denis johnson: fiskadoro.





Other Linguistic Thinkers include William Shakespeare, Sylvia Plath, Anne Frank

Wieso eigentlich Anne Frank?





dana wyse: objects and toys via loop





für mein seniorenstudium





beaucoup des rêves, un rare éclair de bonheur, un peu de colère, puis le désillusionement, des années de souffrance et la fin.

(joseph conrad in einem brief an marguerite poradowska)





Mein Name ist Jens Thiel. Ich bin 31 Jahre alt, 1,86 m gross, habe Haarausfall und mehrere Unternehmen gegruendet. Tags helfe ich anderen Menschen das mit den Unternehmen auch zu tun. Von dem Geld, das ich damit verdiene, kaufe ich mir Zigaretten, blaue Airwaves Kaugummis, hochwertige Herrenoberbekleidung und Schallplatten. Im Grossen und Ganzen glaube ich, wir leben wirklich in der besten aller moeglichen Welten.

aus den referrers: superloft>leute>jens





Modell Rapunzel hat mir gestern eine Wohnung weggeschnappt.

Parka Lewis bei Astrid Paprotta





Schöner Satz für meinen Lebenslauf: Ich hab eine Eklektikerlehre gemacht.





war das gestern im fernsehen ein herpes oder ein rotzfänger-bärtchen auf herrn schills oberlippe?





Werden Türken beim Telefonieren mit Deutschen eigentlich auch so oft gefragt, ob sie Türken sind, wie ich, ob ich Österreicher bin?





"ich kann Ihnen leider keine karte geben, mein mann hat irrtümlich meinen safeschlüssel eingesteckt".





  • ein in plaxiglas gegossener toter maulwurf
  • eine menschliche hirnschale, innen mit silber ausgelegt, aus nepal oder tibet, weiß ich nicht mehr
  • einen bürokühlschrank, in dem ich noch nie etwas gekühlt habe
  • eine spermatasche
  • buch von reinhard mohr




titanic nicht gesehen, e.t. nicht, startrek nie, aß kein labskaus, schlief nie mit christa, kein führerschein, spö auch nie, kein heroin, kein lotti, auch die friedensbewegung war nichts für mich, italienisch nicht, noch diphterie, nicht mal in riga.





I had an affair with a much younger woman. Her body reminded me of the body of a woman I dated in 1984. I had forgotten what breasts like that were like. Oddly it made me sad. It’s not 1984 anymore. Not that I would want it to be 1984, but to be with this woman confused me. It felt like some kind of cheating, and a not particularly effective kind at that. Von hier.





rtl mit seinen heavy rotation-zirkeln (hannawald küblböck schuhmacher) erinnert mich gespenstisch an meine besuche von veranstaltungen des kommunistischen bundes österreichs ende der 70er jahre: damals haben sie auch jeden scheiss, am liebsten die formel "gegen revisionismus, imperalismus und sozialimperialismus", ungefähr vierhundertmal in der stunde wiederholt. die praxis hatte immerhin den vorteil, dass sie die fighter (landdeppen, die im stahlwerk anheuerten, um arbeiter anzuagitieren, die auch gegen die russentschechen und auch für kurze haare waren) unbarmherzig von den kleinbürgern (stadtdeppen wie mich, rumsaufen, rumkiffen, rumficken und individuell sein, hihi) schied. jetzt fackeln die kleinbürger duftkerzen ab und hören sich alicia keys an. fortschritt eben.





oliver kahn, der sich darüber beklagt, "wie mörder oder vergewaltiger" behandelt zu werden - und doch nur einer ist, der gesahnert und gekohlruscht wird.





der maximum thread count hat etwas metaphorisches. geduld haben. warten, bis man dran ist. die lücke finden. und dann doch nur das geplappere vermehren.





Dass dieses Weblog in den letzten Tagen ein wenig dürftig geworden ist, liegt auch daran, dass ich von von einem Betriebssystem (Mac 9.1) aufs andere (Mac animal print) umgestiegen bin. Was ein wenig so ist, als würde man den gewohnten Körper verlassen und in einen anderen einfahren. Man muss sich überlegen, was man dem neuen, noch jungen Leib zumuten will. Welche Adressen aus dem alten Adressbuch mitkommen sollen. Welche Briefwechsel lieber im Datenmüllhaufen der Geschichte vermodern sollen. In welche Bleikammern man die Texte der letzten zehn Jahre sperrt. Zwischendurch immer wieder blanke Verwunderung. All die angefangenen Erzählungen, Alternativleben, all die Konzeptionen, Prospekte und Projekte. Und all das Unbeantwortete. Man fühlt sich wie bei einer Selbstversiegelung. Einmal noch draufgeschaut, dann weg damit. Aber manches glänzt noch immer. Wie schade, dass das nur mit der Maschine geht.





trennungsberater meiner ex. auch eine berufung, die man sich nicht selbst ausgesucht hat.





every day, every day, every day i don't write the book.