[Papstcasino:] Gestern dann noch im Spiegel Matusseks und Reich-Ranickis, kurz danach auch des Vatikans Stellungnahmen zum Nobelpreis für Elfriede Jelinek gelesen. Very funny, man könnte fast schon eine Konkordanz draus machen. Dass es doch eh nicht so arg ist, wie die Jelinek immer sagt, mit dem Sexuellen und den Frauen. Dass es doch auch einen solchenen Geschlechtsverkehr gibt und nicht nur einen solchen grauslichen, wie die Jelinek immer daherschreibt. Dass ein Pudern doch auch eine Hetz sein kann und keine Gewalt. Blablablablablablablabla. Man liest das alles und denkt kurz, das kann eigentlich nicht sein, dass die das wirklich alles ernsthaft hingeschrieben haben, ohne eine Hundertstelsekunde Scham. Aber die tun das wirklich, die schreiben das wirklich so hin, genau so. Das ist so unfassbar hirnrissig, dass 2004 der Papst der Christen, der Papst der Literaturkritik und der Papst der Pappa-Bewegung tatsächlich so unfassbar peinlich sein können, sich über eine Schriftstellerin zu beschweren, weil in ihren Büchern das Ficken keinen Spaß macht. Ich glaub fast, irgendwann werden sie sich noch posthum beim Flaubert aufregen, dass die Frauen doch jetzt echt nicht solchene Flitschen und Schlampen sind wie die Bovary.