gerade erst entdeckt - alexander kluges rede zur verleihung des büchner-preises 2003:
Es gibt keine pure Innerlichkeit und es gibt keine pure Äußerlichkeit. Die Texte aber, welche die Verknüpfung herstellen, bilden einen Erzählraum und die Poeten sind dazu da, diese "Wohnungen unserer Erfahrung" zu bauen, auszubauen, zu verändern, einzureißen, neu einzurichten, d.h. bewohnbar zu halten. "Dichterisch wohnet der Mensch" heißt es bei Hölderlin, d.h. alle Menschen sind in dieser Hinsicht Poeten und die professionellen Autoren sind nur besondere Vertrauensleute dieser Netzwerke, die umso nötiger sind, wenn es Menschen schlecht geht.