Gestern morgen bei einer Call-In-Radiosendung über Weblogs mitgemacht (bei mamassiv ist protokolliert worden). Die Sendung wurde in Köln beim WDR produziert, ich wurde aus einem Hamburger Tonstudio zugeschaltet. Sehr eigenartiges Körpergefühl: Wie man da alleine in einem kleinen schwarz ausgeschlagenen Zimmerchen sitzt, an einem mit Filz bezogenen Tisch, alles gegen Nebengeräusche abgedichtet, einen Kopfhörer übergestülpt, vor sich ein Mikrophon, bloß Ohr und Stimme. Dieses Wegdriften immer wieder, selbst während des Zuhörens und Sprechens. Manchmal Echos.






ja, kenn ich, is schon komisch


gefühltes körpergefühl beim webloggen:

besser!


Ich dachte erst, ich hätte mich verhört als dort verkündet wurde: "...und in unserem Studio in Hamburg Peter Praschl..."
Stelle ich mir auch wahrhaft seltsam vor, so ein Gespräch. Wenn man auch noch von später zugeschalteten Zuhörern im gleichen Studio verortet wird wie die anderen und doch nur soviel mitbekommt wie der Hörer selbst. Spannend sicher auch.


Am unangenehmsten dabei für mich: dass man aus dem Höflichkeitskoordinatensystem herausfällt. Man weiß nicht, ob die Menschen, mit denen man spricht, mit ihren Sätzen schon fertig sind oder nur eine Sprechpause machen, und man platzt ihnen doch immer wieder in die Rede. Seltsam, dass mir das beim Telefonieren noch nie so aufgefallen ist, wahrscheinlich, weil ich ja immer nur mit einem Menschen telefoniere. Dachte darüber nach, wie schwer es für Blinde sein muss, öffentliche Kommunikationen zu führen: man merkt nicht, ob man dran ist, die anderen auf einen warten, oder ob man sie unterbrechen würde.


Ja, ich fand es immer wieder lustig, wie sich das Gefühl einschleichen wollte: Der Praschl, der ist aber aufdringlich. Würde es nicht reichen einfach der Moderatorin zuzunicken?
Dann wieder Klarheit, der sitzt im anderen Studio, da ist nix mit Nicken, Blinzeln etc. Ab und zu ging es dann ja auch dezent aus dem Ruder, klar wenn vier sprechen können und sich nur zwei davon sehen.