minusvisionen (das buch) gelesen. gescheiterte unternehmer erzählen ihre untergangsgeschichten: keine kunden gefunden, zu spät auf dem markt gewesen, etwas erfunden, das niemand haben wollte, zu wenig geld gehabt, um das anständig durchzuziehen, eh nie unternehmer gewesen etc. & pp. sie sind aber nicht wirklich gescheitert, weil sie zwar pleiten, aber auch gute - und meistens sogar verdammt gute - geschichten hinter sich haben. kann sein, dass das der unterschied zwischen old und new economy ist: wenn man mit einer kfz-werkstätte oder einer umts-lizenz oder einem me-too-magazin pleite geht, hat man mit langeweile insolvenz gebaut, wenn man in nicht bezahlten armanianzügen in nicht bezahlten präsidentsuiten gepennt oder sich 50-euro-stylepark-distinktionsbedürfnis-labels zum upgrade von hennes&mausi-etiketten ausgedacht hat oder könig von sankt pauli war, hat man ein paar augenblicke lang gerockt. deswegen: gutes buch, unterhaltsames buch, verklatschtes buch, lehrreiches buch (gute tricks, fiese tricks, da ist auch ein interview mit einem suchmaschinen-spammer drin), für mich als bonustrack sogar ein wenig lokalkolorit: gaswerk after dark, die vorgeschichte des geländes, auf dem ich seit drei jahren wohne. und, das muss auch gesagt werden: klasse redigiert, die sprache der interviewpartner nicht so öde mittig eingepegelt wie sonst immer.