Auch ein höheres Wirtschaftswachstum lässt sich übrigens mit Hilfe der Statistik erzielen: In den Vereinigten Staaten wird das Bruttoinlandsprodukt (BIP) nämlich hedonisch berechnet (nicht zu verwechseln mit hedonistisch). Das Statistische Bundesamt ermittelt seit Juli letzten Jahres die Inflationsrate mit dieser Methode, und das geht so: "Bei der hedonischen Qualitätsbereinigung wird ein Gut gedanklich in Qualitätseigenschaften zerlegt und dann mit Hilfe der sogenannten Regressionsanalyse der Einfluss dieser Qualitätsmerkmale auf den Preis ermittelt. Dadurch können diejenigen Preisänderungen, die nur auf qualitativen Veränderungen bestimmter Eigenschaften beruhen, von den reinen Preisveränderungen rechnerisch getrennt und eliminiert werden" (Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes, 11. Juli 2002).
Sind also Computer in einem Jahr um 50 Prozent leistungsfähiger geworden, wird das bei der Errechnung der Inflation berücksichtigt. So erhält man eine niedrigere Teuerungsrate. In den USA wird diese Methode auch bei der Berechnung des BIP angewandt, was dazu führt, dass vor allem Technologiegüter zu viel höheren Preisen in die Statistik einfließen als sie tatsächlich kosten. Ein Teil des amerikanischen Wirtschaftswachstums ist also fiktiv - beim quartalsweise bekanntgegebenen BIP tauchen Dollars auf, die niemand bezahlt und erhalten hat. Was das ausmachen kann, zeigt folgendes Beispiel: "Für die Jahre seit 1991 ergibt sich auf amerikanischer Preisbasis ein Anstieg der realen EDV-Ausrüstungen in Deutschland um jahresdurchschnittlich 27,5 Prozent, verglichen mit sechs Prozent nach dem traditionellen Ansatz" (Deutsche Bundesbank, August 2000).
In der konkret vom November> Stefan Frank: Alles im Lot. Warum es deutschen Wirtschaft so schlecht geht, was sie von Amerika lernen kann und wieso sich die "FAZ" über eine "Niederlage der Armen" ärgert.






zu hedonisch

generell ist zu sagen, dass hedonische methoden recht aufwendig und teuer sind, da ein haufen zusatzmerkmale (für die regression) erhoben werden müssen. bei pcs z.b. prozessorleistung, ram, festplatte, cd/dvd-rom writer, monitor etc. pp. bei gütern, die sich permanent aufgrund von technologischen entwicklungen in ihrer qualität/ausstattung ändern, ist dies wahrscheinlich das exakteste derzeit bekannte verfahren.

das bundesamt hat qualitätsänderungen in der vergangenheit auch berücksichtigt. allerdings meist mit der simpleren ausstattungsbereinigung. wenn z.b. plötzlich dvd-writer bei den komplett-pcs dabei sind und im moment wo der warenkorb erstellt wurde noch nicht üblich waren, wird der zusatzpreis für die dvd-writer geschätzt und der pc um diesen bereinigt, um weiterhin äpfel mit äpfeln zu vergleichen.

Das Statistische Bundesamt ermittelt seit Juli letzten Jahres die Inflationsrate mit dieser Methode
stimmt nicht bis jetzt werden nur die verbraucherpreise für pcs und gebrauchtwagen hedonisch berechnet. diese güter machen im warenkorb weit weniger als 5% aus, schätze ich jetzt mal.

In den USA wird diese Methode auch bei der Berechnung des BIP angewandt, was dazu führt, dass vor allem Technologiegüter zu viel höheren Preisen in die Statistik einfließen als sie tatsächlich kosten.
in den usa wurden 2001 für güter, die 18% der konsumausgaben ausmachen hedonische methoden bei der berechnung der preisindizes, die zur deflation herangezogen werden berechnet. also auch nur ein teil. das mit den höheren preisen ist etwas unglücklich formuliert. bei der deflation werden nominale werte in reale umgewandet (die dann später im wirtschaftswachstum verglichen werden). das geschieht simpel gesprochen durch division der nominalen geldwerte (für die einzelnen güter) durch die entsprechenden preise. wenn die preise im zeitverlauf sinken, steigen c.p. die realen werte natürlich entsprechend.

Ein Teil des amerikanischen Wirtschaftswachstums ist also fiktiv - beim quartalsweise bekanntgegebenen BIP tauchen Dollars auf, die niemand bezahlt und erhalten hat.
wirtschaftswachstum wird durch deflation der nominalwerte berechnet, ist also in gewisser weise immer fiktiv. dadurch, dass qualitätsänderungen der güter berücksichtigt werden, wird das wirtschaftswachstum eher realer. es wäre ja wohl unfug den preis eines autos ohne airbag, wie es im ursprünglichen warenkorb drin ist mit dem eines wagens mit airbag (serienausstattung heute) zu vergleichen.