Die Saaltöchter scheuchen, einen Bierwärmer bitte, an den Nebentischen junge gutgewachsene Paare, Gnade der späten Gebu…, ah nein, ist ja scheusslich, der Satz schon wieder. Warum nicht ich, denkt er, warum die, warum nicht ich? Die Augen zugewachsen, da oben, kam nicht drauf an, vor der Einführung des Fernsehen, sehr schön, Idylle. Dann denkt es gleich wieder los in ihm. Ich möchte, bitte schön, losdenken dürfen, denkt es los, warum immer nur die, warum nicht ich. War doch nur, weil der Rückstau sich gebildet hat, die ganze Zeit über, Denkverbote, Gedankenpolizei, ah, danke schön, Fräulein. Hatte mal eine Reputation wie nur was, sogar bei den Kommunisten gewesen, wie jeder anständige Mensch, kein Grund, sich davon loszusagen, ich bin Dichter, ich soll nicht losdenken dürfen, ja bitte, wer denn dann? Jetzt, seitdem sie das Fernsehen eingeführt haben, gleich immer, alles den Bach hinunter, Gerede, nervt, Unwohlsein immer. Einmal möcht ich reden dürfen, einmal nur, ohne dass ein anderer zurückredet. Gehn´s Fräulein... Noch einen Wunsch? Ich würde gerne zurückschlagen. Wie bitte? Ab Null Uhr. Zurückschlagen. Genau. Ist ihnen schlecht? Ja, immer. Nicht wirklich schlecht, unwohl halt. Sind Sie so nett und sagen mir: Ist das jetzt falsch, wenn ich sage dass ich da herumsitzen möchte, ohne dass jeder gleich sagt, dass ich mich schämen sollte? Soll ich vielleicht einen Arzt holen? Ich hab den doch gar nicht umgebracht, ich bin doch ein Dichter, ich bin doch kein Wahnsinniger. Dürfte ich jetzt abkassieren, wir haben Schichtwechsel jetzt. Sagen´s doch Fräulein... 4 Euro 70. Das Geld nehmens uns auch weg, Fräulein. Stört Sie das gar nicht, also mich stört das sehr.






Warmlaufen vor Wiederanpfiff

Während es mich bei Schirrmacher ärgert, dass er sich mit Martin Walser anlegt, bevor irgend jemand außer ihm selbst beurteilen kann, ob er recht hat, spüre ich über Praschls Etüde in der selben Disziplin eher ein Amüsement. Was wahrscheinlich daran liegt, dass ich für PP die Unschuldsvermutung hege: Sollte er nach Romanlektüre feststellen, dass hinter den besonders hässlichen Zitaten nicht etwa Walser selbst, sondern eine Romanhandlung steckt, dass es nicht um das Fertigmachen eines Kritikers, sondern um eine Auseinandersetzung mit diesem mit schriftstellerischen Mitteln geht, so würde Praschl das wohl zugeben, Schirrmacher hingegen nicht. Obwohl ich eher vermute, dass P.s Assoziationen vor Romanlektüre ziemlich treffend sind. Aber als Tor für dich werte ich das nicht, lieber Praschl, denn noch hat diese Halbzeit gar nicht begonnen.


dass man sich schriftstellerischer mittel bedient, bedeutet noch nicht, dass man sich auseinandersetzt.