am nachmittag die wurzelspitzenresektion absolviert, die noch fällig war. very funny. der eingriff fand in der hbec, der hohe bleichen esthetic clinic statt. im wartezimmer sofort die zwei anwesenden frauen gescannt und anhand der ausliegenden preisliste zu erraten versucht, ob sie zur mundwinkelglättung (ab 2000 €), zum ohrenanlegen (ab 2000 €) oder zum stirnlift (3000 €) erschienen waren; in ihrem blick stand natürlich auch eine umfangreiche verdächtigungsliste, bildete ich mir ein. unter den ausliegenden zeitschriften, die selbstredend nicht vom lesezirkel geliefert und deswegen aktuell waren (die kopftuchedition des sturmgeschützes), befanden sich unter anderem die annals irgendeiner plastischen-chirurgen-vereinigung und ein katalog mit den neuesten bmw-modellen. bei der besprechung des eingriffs wurde ich so zart behandelt wie eine frauke-ludowig-klientin, die ihr ästhetisches los in die hände eines nasenpapstes legt, musste darauf hinweisen, dass es sich ja nur um ein wenig gemetzel in meinem mund handelte. letzter satz, bevor es losging: "vor die kamera sollten Sie morgen nicht gehen". ich muss gestehen, ich fühlte mich geschmeichelt.

(ach ja, und zu hause vor der tiefkühltruhe habe ich lange überlegt, ob ich mir die fresse mit der tanqueray-ten-flasche, den eingelagerten maki-rollen oder den migräne-gelkissen kühlen sollte)

(ach ja, und in der apotheke, in der ich das antibiotikum kaufte, der slogan: "herzinfarkt - keine gute idee")

(ach ja, und in der redaktionsküche heute: eine mit lebensmittelfarbe auf himmelblau getrimmte torte zum fünfjährigen jubiläum von viagra. geschenk der pfizer-propagandaabteilung)