Gespenstisch in den letzten Tagen: Die Berichte über die Hamburger Veranstaltung, bei denen die von Herrn Schill in Auftrag gegebenen Prototypen für die neuen blauen Uniformen der örtlichen Polizei vorgestellt wurden. Ein paar hundert geladene Gäste aus der B- und C-Prominenz, jede Menge Sponsorenstände, jede Menge Fotos mit dem Innensenator. Unter anderem eines mit irgendeiner RTL-Tante neben Schill, als Mädel in Uniform mit einer Pistole posierend. Oh mein Gott, dachte ich, so heruntergekommen ist mittlerweile die nachbürgerliche Gesellschaft, das niemand mehr etwas dabei findet, wenn Modeschauen unter Mitwirkung der Exekutive veranstaltet werden, bei denen Dienstwaffen oder Dienstwaffen-Imitationen als Accessoire geschwungen werden (was etwas fundamental anderes ist, als wenn Knarren zum Beispiel bei der London Fashion Week oder in Modezeitschriften auftauchen) . Keiner, der dagegen öffentlich protestiert oder daran auch nur Zweifel vorgetragen hätte. Auch nicht in der Süddeutschen oder in der Frankfurter Rundschau. Jaja, die deutsche Friedensliebe und Gesetzestreue. War wohl kein Völkerrecht, das da gebrochen wurde.