Wenn ich damals schon ein Weblog gehabt hätte wie der Herr Hack sein metadiss, dann hätte ich sicher nicht meine Dissertation im letzten Drittel in die Ecke geschmissen. Bis jetzt habe ich mir immer eingeredet, es hätte daran gelegen, dass ich einfach zu spät kapiert habe, wie wenig die drohende akademische Ochsentour zu mir gepasst hätte, jeden Tag - und zwar bis zur Verrentung - Tafelschwammgeruch, Zeigefingehochstreck-Streber mit dem Bedürfnis, Plato oder Kant zu widerlegen (als ob es in der Philosophie darum ginge) und Typen, die sich weigern, Leselisten abzuarbeiten. Heute weiß ich, es lag nur daran, dass es damals noch keine Weblogs gab. Weblogs killt man nicht so schnell, deswegen kann man ein Diss-Log nicht killen, deswegen die Diss nicht schleifen lassen, eher im Gegenteil, man käme nie zum Ende mit ihr. Ach ja, bei mir ging es um die Mimesistheorie Adornos, genauer die Effekte des Verliebtseins für die Erkenntnis und die Geburt der Moralphilosophie aus dem Geist der Zwölftonreihe. Wäre immer noch ein gutes Thema, glaube ich.