sind die quälenden Viertelstunden nach neun morgens. Wenn man sich gewöhnlich aufmacht in den Tag. Sonst wäre ich längst auf dem Rad und unterwegs in die Stadt, mein Rechnerlein in der Tasche, die Mütze in die Stirn gezogen, einem Arbeitstag entgegenstrampelnd. Aber da ist kein Arbeitstag, keine Arbeit und trotzdem ein Tag. Gegen elf hört das Gefühl wieder auf. Der Tag läuft und die Uhr tickt. Das Vakuum der Zwischenzeit nagt an der Substanz. Irgendwann wirst du schon wieder einen Job finden, sagt sie. Du bist gut und kannst so viel. Was du schon alles gemacht hast. Kann doch nicht sein, dass das niemand brauchen kann. Das ist nur eine Durststrecke und sie wird aufhören, wirst schon sehen. Du musst Vertrauen in die Zukunft haben, sagt sie. Wenn die Kleine den Morgenschlaf macht, beginnt meine Zukunft. Einloggen, Jobbörsen abklappern. Mit jedem Klick ein wenig mehr in sich zusammensacken. Den Tag rumbringen. Mit der leeren Tasche aufbrechen und keinen merken lassen, dass man nicht mehr gefragt ist da draussen. Die kleinen Gottesurteile suchen: wenn ich diese Ampel noch bei orange schaffe, dann wird alles wieder gut. Wenn ich durch die Tür bin, bevor sie zufällt, wird alles gut. Wenn ich auf den Aufzugsknopf drücke und der Aufzug schon da ist, wird alles gut. Wird alles gut. Wird alles gut.