Wenn man nicht schlafen kann, macht man schwere Fehler. Man liest zum Beispiel doch noch Iris Radisch in diesem liegen gebliebenen Zeit-Literatursonderheft, das man vor Wochen gekauft hat: einen Text über David Foster Wallace, eine entsetzlich blöde Schwärmerei, nicht weil David Foster Wallace nicht zu beschwärmen wäre, sondern: weil es sich wieder einmal um diese Literaturkritiker-Variante des RTL-Promiboxens handelt, vor dem eine wie die Radisch sich doch sicher ekelt. David Foster Wallace, so geht ihre Beweisführung, ist gut, weil David Foster Foster nicht Robbe-Grillet, Grass oder Walser ist, und auch nicht Jonathan Franzen. "Jonathan Franzen" nämlich, so Frau Radisch, "ein gerade 40jähriger Amerikaner, verfasst unter Ovationen der Kritik eine Apologie des kleinfamilialen Dreiecks".

Na toll.

Im Spiegel habe ich neulich über die Corrections den verwunderten Satz gelesen, es käme darin kaum Sex vor. War auch toll.