... was Sie davon halten: System One Screencast Wenn Sie ein Unternehmenkapitän wären, nur mal angenommen.






ist das nun die eine software

die alles kann, so wie die 6987 vorher?


was haben Sie denn wahrgenommen?


sieht schön aus, hat aber ein bisschen das brandeins-problem: macht enorm was her und steckt voller innerer werte, wird aber vermutlich vom knallharten geldmanagement alter schule nur quergelesen und damit belächelt.

sagt mein sich permanent irrendes bauchgefühl.


komischerweise trifft System One einen gemeinsamen Schmerzpunkt -- denn das "Geldmanagement" nimmt das nicht wirklich ernst. Kost' ja kaum was, als Webservice. Skaliert schön und sperrt einen nicht ein.


kaufen!


Nun. Es ist ein gutaussehendes Wiki plus Whats-Relevant. (Letzteres ein von mir freudig aufgenommenes Feature aus der Sparte "Hat das endlich jemand gemacht".)

Wenn ich ein Unternehmenskapitän wäre und meinem mittelgroßen Unternehmen ein Knowledge-Management-System verordnen wollen würde, würde ich mir das sicher genauer anschauen.

Die Wahrscheinlichkeit, daß ich das tun wollen würde, würde sich allerdings kaum wegen SystemOne erhöhen, weil es das Hauptproblem nicht löst: Niemand nutzt es gerne und man muß dauernd predigen: Schreibt auch mal wieder was rein.

Ich habe nicht verstanden, warum der Anreiz dazu bei SystemOne höher sein soll als anderswo. Die Social-Software-Lingo auf der Seite kann man eher vergessen. Wordpress funktioniert nicht, weil es "zeitsparend relevanten Kontext" anbietet, sondern weil es Mechanismen für soziale Belohnung formalisiert. Eine im Hintergrund durchgeführte Suche macht noch keine social software.

(Vielleicht irre ich mich aber und die haben da mehr und reden nur nicht drüber.)


Das ist wirklich erklärungsbedürftig, merk ich gerade: das "schreib mal wieder was rein" trifft nicht ... es steht schon alles drin: die eigenen mails, corporate fileserver, IM ... wasauchimmer. Da haben wir schon ein wenig acht gegeben: der "horror vacui" eines leeren Wiki, den gibts nicht. NB: genau das der Grund, weshalb corporate wikis schnell gestartet und dann gerne leer bleiben und wieder zugesperrt bleiben.

Die soziale Belohnung ist vor der Hand eine individuelle: ICH bin produktiver, weil ich mir Zeit spare und sehe, wer um mich herum schon Ähnliches tat. Der persönliche Egoismus ist der Treiber. Ausserdem kann man jedes Fitzelchen absperren und persönlich halten. Mag man ja ab und an gerne, wenn es in die nächste Beförderungsrunde geht. Und damit ist es legitim und egozentrisch.

Die "social software"-Komponente bezieht sich auch darauf zu sehen, wie die eigenen/fremden Einträge mit allen anderen zusammenhängen. Ob sie rezipiert werden, wann, von wem und wie häufig. Man "sieht" den Kontext der eigenen Arbeit in allen anderen (ebenso egoistischen) Kontexten.

Die soziale Belohnung ist damit sekundär -- die individuell egoistische kickt.


wesentliche Packungsbeilage: Ich mache mit bei System One. Will sehen, was meine Bezugsgruppe sagt.


Hm. Verstehe.

Der Horror-Vacui-Punkt ist richtig. Und wenn man es tatsächlich schafft, aus der Sache keine verordnete Pflicht, sondern den selbstverständlich benutzten Notitzblock der Leute zu machen, hat man gewonnen.

Spaß macht das Erzeugen von Text im Unternehmen vermutlich dann, wenn ich als Mitarbeiter sehe: Damit ist wirklich was zu reissen. Also genau: Wer benutzt das? Wofür? Bedankt er sich kurz? Nützt es mir in Zukunft, wenn er meinen Namen kennt? Habe ich Zugriffe von oben?


Wer? Kann man jederzeit nachsehen. Wofür? Kann man wenn (wenn, wie die Höflichkeit es gebietet:) interne Quellen im internen corporate Wiki nachgezogen sind, jederzeit nachvollziehen. Wenn man das aus Versehen mal versäumen sollte, dann zeigt die similarity (konkordante "snips" aka Einträge) das auch ungefragt. Bedanken: jeder, wie er mag. Nützt es in Zukunft aka zur eigenen Zukunftsplanung? Durchaus. Man hinterlässt ja eine "Spur", eine Kompetenzlinie, wenn man Dinge produziert, die andere Mitarbeiter nutzen, gut finden, weiterverwenden. traceable teamplaying ohne die Big-Brother-Nummer. Zugriffe von oben? wenn "oben" die Business-class ist: ja. Vor dem Wiki sind alle gleich. Das kann einerseits Angst machen, ist andererseits doch genau das, was flache Hierarchien bewirken sollen.


und wieso jetzt "ohne die Big-Brother-Nummer"?


weil man das in katatonischen Unternehmen an-, in offeneren abschalten kann. Wie er mag, der Brother.


Sieht interessant aus. Aber: gebt ein bisschen Geld an eine Werbeagentur, die die Präsentation etwas entkantet! (Oder soll das so, ist das Zielgruppen-gerecht?)

Und den Link zum Runterladen habe ich auch nicht gefunden. (Kleiner Scherz. Aber ich habe auch nichts über Preise u.ä. gefunden, nur Buzzwords in Flash.)


Hach, die Werbeagenturen. Die verstehen das leider so gleich gar nicht. Alles schon gehabt. Kostet nur wertvolle Lebenszeit. Ist aber auch zugegebenermassen nicht ganz einfach zu vermitteln. Es sei denn, Sie haben eine an der Hand, der man nicht erst erklären muss, was corporate wikis, semantic reasoning, Konkordanz und similarity ist.


Spannende Demo ....

sieht für mich (als jemand, der sich mit Enterprise Retrieval-Architekturen, Desktop Search, Ontologien ... viel beschäftigt) so aus, als sei es eine nette Anwendung, solange nur recht wenige Menschen damit arbeiten. Was passiert mit dem Assoziieren von Dokumenten etc., wenn wirklich Last von mehreren Tausend Menschen in einem Großunternehmen stattfindet ... und die Dokumentenmenge im System recht groß ist?

Anders gefragt: Wer genau soll denn die Zielgruppe für das Produkt sein?

Viele Grüße, h3lge

brzoska@gmail.com


da passiert erstmal gar nix: es skaliert sich recht schön. Es verträgt durchaus 43 Mio Tripel. Wobei in der Tat SEHR viele simultane Nutzer samt erratischem Verhalten derselben nur simuliert wurde.


Marktvermutung

OK - gehen wir davon aus, das ist auch bei vielen, großen, lokalen Dokumenten, die assoziiert werden sollen und ein paar tausend gleichzeitigen usern und deutlich Transaktionen so.

Im Endeffekt ist System One ein Weblog/Wiki-Mix mit einer "naja"-Suchtechnologie kombiniert, wenn ich es richtig verstanden habe.

Den Weblog-Wiki-Teil sehe ich bei Produkten wie Confluence (mal von der noch hübscheren Schale hier abgesehen) gleichauf. Und in Bezug auf Retrieval versuchen die meisten grossen Unternehmen ja momentan erstmal, den bisherigen Wildwuchs an Suchtechnologien zentral administrierbar zu machen / zu konsolidieren und die Business-Logik von den Technologien zu trennen, um unabhängig zu sein, da Retrieval ja so ein dynamisches Thema ist.

Zudem rein finanziell gesehen:

  • Wikis gibts for free
  • Retrieval Tech wurde bereits für Tonnen von Geld angeschafft (und meist nicht adäquat eingesetzt).

Da möcht ich nicht der sein, ders verkaufen muss ;-)

grüsse vom obersten bedenkenträger


Nicht ganz, aber nahe dran: die "na-ja" Suchmaschine ist "Google on stereoids" mit Konkordanz, situativer Anpassung und fingerprinting für den individuellen User und proaktives Finden.

Der Wiki/Weblog-Mix stimmt, die Retrieval-Problematik auch.

Und rein finanziell gesehen kosten freie Wikis nichts, ja ... aber sie kommen leer. Nackt, ohne was drin. Und daher leben sie auch meist nicht länger als ein paar Monate (s.o).

Macht grosse Freude, das zu verkaufen BTW.


Wo wir schon beim BTW sind ...

ich hab tagtäglich die freude, die lösung für die o.g. Retrieval-Problematik (also Fast-Lucene-Autonomy-Xtramind-XYZ gekapselt on steroids + DesktopSearch Client + eigener Fuzzy-Engine ...) als Framework zu verkaufen ;-)

-- Glaub ich aber gern, dass man mit "Eyecandy" (autsch) nach wie vor auch was reissen kann ...

Fragte mich innerlich nur, obs da nicht vülleicht (hoppla modewort) synergiepotenzial (schreibt man das so?) gibt ... das alte Thema - Ihr kommt aus dem social-software-kontext, wir kommen aus der klassischen Enterprise-Software-Ecke. Künftig wirds die Kombination brauchen, die Ansprüche steigen und steigen (und ist ja auch gut so).

... meint h3lge