taz > norbert bolz: jetzt heißt es erwachsen werden. dürftiger denker in dürftiger zeit. vielleicht kann man ihm dankbar sein für diese stupiditäten. wenn das neubürgerliche keinen anderen inhalt hat als das geschneuzt&gekämmt-sein, prächtig gebürstete gebisse, papis schoviale witzelsucht und altes-zausel-phlegma (humor! gelassenheit!), braucht man sich nun wirklich nicht damit befassen. soso lustig auch, wie diese man-wird-doch-mal-über-bürgerlichkeit-nachdenken-dürfen-schwachdenker in einer welt zu leben scheinen, in der alles vor die hunde gegangen ist, ständig bist du von tätowierten, gepierceten, hässlichen umgeben, ständig ist jeder unhöflich, ständig ist einer wütend, trauernd, betroffen, ständig schwenkt einer feuerzeuge, ständig wird man auf gartengrillfeste voller rücksichtloser eingeladen, ständig ist man umzingelt von linken, die einem immer noch das gehirn mit aufklärung waschen wollen und einem beim aufklärungsfuchteln ihren pferdeschwanz zumuten. last exit: korea.
[via existentielles besserwissen]
(und heute hat der zischler erzählen dürfen, wie sehr ihn das annervt, wenn der akkordeonspieler in der u-bahn sich dauernd verspielt, da kann der richtig krawuttisch werden, der zischler, wenn schon, denn schon, zumutung zumutung)