Letzten Freitag bin ich noch bei einer Wahlveranstaltung der CDU gewesen, Wahlkreis Altona, bei uns im Hotel gleich um die Ecke. Es traten auf: der Kandidat Marcus Weinberg, der den Stadtteil mit stylishen Portraitfotos vollpflastert, und als Hauptrednerin die Chefin der Jungen CDU, den Namen habe ich mir nicht gemerkt, irgend so eine im eierschalenfarbenen Hosenanzug, freilegend, unangenehm, einer von diesen random phrase generators, die unter Politiker firmieren und die die selben zehn Nichtgedanken in immer neuen Kontexten ausspucken. Es waren ungefähr 40, 50 Leute da, eh schon lauter Konvertierte, mir fiel gleich wieder der Titel dieses Begemann-Songs ein, Zweimal zweite Wahl. Junge Männer, die aussahen, als würde Geschlechtsverkehr mit ihnen nur aus Mitleid möglich sein und die Publikumsfragen stellten, die verschwenderisch mit Leitartiklervokabel umgingen, Mastrichtkriterium, Motivation, Mittelstand, man fasst es kaum, wie ausgebrannt man schon mit 20 sein kann. Was die politische Botschaft der CDU angeht, habe ich im Gedächtnis behalten: Als probates Mittel gegen Arbeitslosigkeit brauchen wir dringend eine Flexibilisierung des Kündigungsschutzes, aber Zwangstagesschulen, in die die SPD alle Kinder stecken will, brauchen wir auf keinen Fall, wir halten es mit der Wahlfreiheit, die alleinerziehende Mutti soll nämlich die Wahl haben, zu Hause zu bleiben und sich ums Kind zu kümmern, übrigens haben wir als Junge Union nichts gegen die alleinerziehende Mutti, nein, wirklich nicht.