Harun Farocki: Leben-BRD [How to Live in the German Federal Republic] (1986)





»A SYMBOL WHICH INTERESTS US ALSO AS AN OBJECT IS DISTRACTING.«





museum of broken relationships




das in der nun schon über ein jahr andauernden erinnerung immer noch wachsende unangenehme [achselzucken, "doch nix kapiert"] der lektüre von didions "das jahr magischen denkens": wie darin dunne, der verstorbene, nicht vorkommt, keine schilderung, nichts, nur dieses im kreis rennende verlustgefühl didions, fast (irgendwie) beleidigt, dass er gestorben ist, pampt, wie eine fahnenflucht beschrieben, nimmt ihm den infarkt persönlich. unangenehm eben. irgendwann, dachte ich, mit jedem weiteren kapitel, muss dunne doch vorkommen, er kam aber nicht vor, als hätte es ihn gar nicht gegeben.

[daraufhin dunne-bücher gelesen und ihn sofort viel lieber gemocht als didion. in irgendeinem didion-essay-band schließlich einen nachruf auf einen ihrer freunde gelesen, passagen gefunden, die im magischen denken, dort auf dunne bezogen, standen, sofort "trauer-copy&paste" gedacht, unangenehm]

zwischen den jahren markus werners "am abhang", zwei, drei tage lang begeistert gewesen (das billige an mir: die begeisterbarkeit durch stil, virtuosität, jonglage), dann, am dritten, vierten tag plötzlich wütend: gedacht, dass man mit einer erzählung kontern müsste, dringend, in der die frau, ich-erzählend, diesen beiden pfeifen alles zurückgibt. jeder sie sich nach seinem eigenen bilde, aber jetzt eben - nicht mehr.

daraufhin bemerkt: meine zuneigung zu gerechten romanen, proust, pynchon, musil, joyce, bellow. seltsam.